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Dorfbewohner in Mexiko drehen komplett durch: Sieben Männer gelyncht

08.08.2019, 17:21

Nach einem mutmasslichen Entführungsversuch sind in Mexiko mindestens sieben Männer von Dorfbewohnern gelyncht worden. Einige der Opfer, zu denen auch ein Minderjähriger zählt, seien am Mittwoch in der Ortschaft Tepexco im Bundesstaat Puebla auf dem zentralen Platz des Ortes gehängt worden.

Zwei von ihnen sollen zuvor einen Bauern entführt haben, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die Polizei hatte die beiden mutmasslichen Entführer festgenommen. Rund 200 Dorfbewohner versperrten vor Ort jedoch jegliche Fluchtwege, überwältigten die zwei Männer und brachten sie in ihre Gewalt.

Die Polizisten mussten nach Angaben der Behörden machtlos zusehen. Aus Angst vor der wütenden Menge griff demnach kein Behördenvertreter ein.

Zwei weitere Menschen - darunter ein Minderjähriger - sei zum Verhängnis geworden, dass sie sich in der Nähe einer Landstrasse versteckt hätten. Das habe sie in den Augen der Menge ebenfalls zu Verdächtigen gemacht.

Die Dorfbewohner vermuteten demnach, sie seien Komplizen der mutmasslichen Entführer. Ähnlich erging es einem fünften Mann, der sich auf der Polizeiwache lediglich über die mutmasslichen Entführer habe informieren wollen.

Behördenvertreter hätten noch versucht, die Dorfbewohner zur Vernunft zu bringen. Diese hätten das Gespräch jedoch verweigert und die fünf Menschen hingerichtet. Bei Anbruch der Nacht tötete die Menschenmenge laut der Angaben zwei weitere Personen, die Behörden griffen erneut nicht ein.

Ein weiterer Mann, der mit seinem Auto durch das Gebiet fuhr, wurde von der Polizei bei der Verfolgung der zwei mutmasslichen Entführer erschossen.

Eine Sprecherin des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit teilte mit, es werde nun zunächst versucht, die Situation vor Ort zu beruhigen und die öffentliche Ordnung wiederherzustellen.

Kein Vertrauen in Behörden

Das Dorf Tepexco liegt etwa 160 Kilometer von der Hauptstadt Mexiko-Stadt entfernt. In diesem Jahr starben in Mexiko bei Lynchmorden nach offiziellen Angaben bereits 16 Menschen. Weitere 209 seien in insgesamt 180 Fällen vor dem Tod gerettet worden.

Ein Regierungsvertreter des mexikanischen Bundesstaates Puebla sagte, die Bevölkerung habe das Vertrauen in die Behörden verloren. Dies sei ein landesweites Problem. (aeg/sda/afp)

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hierundjetzt
08.08.2019 20:07registriert Mai 2015
Ja gut, dass die Gemeindepolizei in sehr viele Entführungsfälle direkt verwickelt ist, ist altbekannt. Man will ja was dazu verdienen.

Das Bürgermeister oder Polizeikommandanten von den Kartellen eingesetzt werden sowieso. Alle anderen überleben vielleicht 1 Woche.

Dass das tödlichste Kartell, Los Zetas, von Drogenfahndern, Polizisten, und Antiterrorspezialisten gegründet und geführt wird ist auch nicht wirklich vertrauensbildend

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