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Migration

UN-Organisation «schockiert» nach Fund von 50 Leichen in Libyen

UN-Organisation «schockiert» nach Fund von 50 Leichen in Libyen

10.02.2025, 22:5510.02.2025, 22:55
epa11876802 Secretary of Italian Left (Sinistra Italiana) party Nicola Fratoianni (L), and co-spokesperson of Green Europe (Europa Verde) party Angelo Bonelli (R) hold photos depicting tortured people ...
Linke Politikerinnen und Politiker halten im italienischen Parlament Fotos von gefolterten Geflüchtlingen hoch.Bild: keystone

In Libyen hat sich die Internationale Organisation für Migration (IOM) nach dem Fund von zwei Massengräbern mit Dutzenden Toten schockiert gezeigt. Einige der Leichen hätten Schusswunden gehabt, teilte die UN-Organisation mit. Viel zu viele Migranten erlebten Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch, sagte die Leiterin der IOM-Mission in Libyen, Nicoletta Giordano. Mindestens 49 Leichen wurden nach Angaben der Organisation in den beiden Massengräbern entdeckt.

Eines der Gräber habe sich demnach rund 400 Kilometer südlich von Bengasi befunden, ein anderes etwa 1'000 Kilometer südlich der Küste in der Wüste bei Kufra. Dort könnten bis zu 70 Leichen vergraben worden sein. Die Todesumstände und die Nationalitäten der Toten seien unklar, hiess es in einer Mitteilung. Die Gräber seien im Zuge von Polizeidurchsuchungen gefunden worden, dabei seien Hunderte Migranten aus der Hand von Schmugglern befreit worden.

Sicherheitslage in Libyen verheerend

Die Sicherheitslage in Libyen in Nordafrika ist nach Jahren des Bürgerkriegs weiterhin verheerend. Bewaffnete Gruppen, die teils mit staatlichen Stellen zusammenarbeiten, betreiben kriminelle Netzwerke für Menschenhandel, in denen Migranten, Flüchtlinge und Asylbewerber systematisch ausgebeutet werden. Immer wieder gibt es Berichte über schwerste Menschenrechtsverletzungen, darunter unrechtmässige Tötungen, gewaltsame Rekrutierung, Zwangsarbeit und Menschenhandel zu sexuellen Zwecken. (sda/dpa/lyn)

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