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Ceuta: Spanischer Geheimdienst warnte vor Massenankunft

FILE - People walk on a beach as they attempt to cross from the Moroccan northern town of Fnideq to the Spanish enclave of Ceuta, July 31, 2026. (AP Photo, File)
Migration Spain Ceuta
Tausende Migranten aus Afrika versuchen, via die spanische Enklave Ceuta nach Europa zu gelangen.Bild: keystone

Spanien: Geheimdienst warnte vor Massenankunft von Migranten in Ceuta

10.09.2026, 01:00

Der spanische Geheimdienst CNI hat die Behörden in Ceuta einen Tag vor der beispiellosen Massenankunft von Migranten Ende Juli vor einem möglichen «Überfall über Land und Meer» auf die Nordafrika-Exklave gewarnt. Das geht aus geheimen Unterlagen hervor, die von der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez in Madrid nun freigegeben wurden.

Demnach informierte der CNI am 29. Juli sowohl die Regierungsvertretung in Ceuta als auch die Polizeieinheit Guardia Civil über Aufrufe in sozialen Netzwerken, am folgenden Tag die Grenze zu überqueren. Nach diesen Warnungen hatten zwei entsprechende Gruppen zusammen rund 180'000 Follower.

In einer weiteren Mitteilung des CNI war von geplanten Versuchen die Rede, schwimmend und über den Grenzzaun nach Ceuta zu gelangen. Der CNI informierte nach den jetzt freigegebenen Unterlagen auch die marokkanischen Behörden.

Tausende halten sich noch in Ceuta auf

Am 30. und 31. Juli kamen nach Regierungsangaben bis zu 80'000 Migranten von Marokko aus nach Ceuta. Die meisten kehrten anschliessend nach Marokko zurück. Tausende halten sich jedoch weiterhin in der spanischen Exklave auf.

Die Regierung gab rund 40 Dokumente aus der Zeit zwischen dem 1. Juli und dem 1. August frei. Sánchez will damit nach eigenen Angaben belegen, dass die Regierung vor der Massenankunft nicht vor einer solchen Dimension gewarnt worden sei. Eine Stellungnahme zu den neuen Veröffentlichungen gab es zunächst weder von der Regierung noch von der Opposition.

In Brüssel hatte am Nachmittag die EU angekündigt, Spanien rund 115 Millionen Euro zur Bewältigung der Migrationskrise in Ceuta zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld sollen der Grenzschutz und die Grenzüberwachung verstärkt werden. Zudem geht es um die menschenwürdige Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger und die Rückführung von Menschen ohne Aufenthaltsrecht, wie die EU-Kommission mitteilte.

Der spanische Aussenminister José Manuel Albares bezeichnete die Ankündigung am Abend nach Gesprächen mit EU-Vertretern als fantastisch. Zugleich machte er allerdings deutlich, dass dies aus spanischer Sicht nur ein erster Schritt sein kann.

Spanien will Ceuta in Zollunion bringen

Die südliche EU-Aussengrenze müsse von der EU die gleiche Aufmerksamkeit erhalten wie die östliche Grenze, sagte Albares. Er erkenne an, dass man im Osten mit einer militärischen Bedrohung konfrontiert sei, die mit keiner Bedrohung an einer anderen Grenze vergleichbar sei. Zugleich gebe es aber auch nichts, was mit der Herausforderung an der Grenze zu Afrika und dem daraus resultierenden Migrationsdruck vergleichbar wäre. Wegen der Bildungs- und Einkommensunterschiede zwischen Afrika und Europa werde der Migrationsdruck auch in Zukunft sehr hoch bleiben, sagte er.

Laut Albares sollte deshalb umfangreiche zusätzliche Unterstützung geprüft werden. Er informierte die EU-Kommission nach eigenen Angaben zudem darüber, dass Spanien beantragen wird, die beiden Exklaven Ceuta und Melilla in die EU-Zollunion aufzunehmen. Die Aufnahme war 1986 beim EU-Beitritt Spaniens zunächst nicht erfolgt. (sda/dpa)

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Zehntausende Migranten wollen nach Ceuta
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Zehntausende Migranten wollen nach Ceuta

In Ceuta, einer spanischen Exklave in Nordafrika, herrscht Ausnahmezustand.

quelle: keystone / antonio sempere
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Ausnahmezustand in Ceuta: Zehntausende Migranten überrennen spanische Exklave in Marokko
Video: watson
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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Fehlfunktion
10.09.2026 04:35registriert Mai 2023
Ein politisches Versagen auf mehreren Ebenen. Trotz Warnungen des Geheimdienstes kollabierte die Grenze, Tausende irregulär Eingereiste bleiben – und die Bevölkerung soll die Folgen einfach hinnehmen? Die Zustände in Ceuta sind Katastrophal, da kann sich jeder selber ein Bild davon machen. Wo es zu Diebstahl, Gewalt oder sexuellen Übergriffen kommt, gibt es nichts zu relativieren.
Humanität darf niemals bedeuten, dass irregulärer Grenzübertritt faktisch mit einem Bleiberecht belohnt wird. Kann ein Staat seine Grenzen und seine Bevölkerung nicht mehr schützen, hat das System versagt. Punkt.
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uicked
10.09.2026 06:21registriert Oktober 2017
Die Polen zeigen ja wie es gehen könnte.
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DiesdasAnanas1
10.09.2026 06:52registriert September 2025
Verstehe immer noch nicht wieso man nicht die ganze Grenze komplett dicht macht und zwar mit Militär. Trauerspiel für beide Seiten.
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