International
Migration

Papst auf Gran Canaria: Sichere Wege für Migranten gefordert

Papst besucht Kanaren – und fordert «sichere und legale Wege» für Migranten

11.06.2026, 14:3911.06.2026, 14:39

Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch auf den Kanarischen Inseln «sichere und legale Wege» für Migration gefordert. Die Menschenwürde erfordere dies, sagte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken am Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria.

Es reiche nicht aus, «Ankünfte zu verwalten, Zahlen zu verteilen, Grenzen verstärkt zu sichern oder Todesfälle zu beklagen, wenn sie bereits eingetreten sind».

Die Kanaren sind seit vielen Jahren ein Hotspot der Fluchtbewegung von Afrika über den Atlantik nach Europa. Insbesondere zwischen 2020 und 2024 prägte das Phänomen die Inseln. Vergangenes Jahr ging die Zahl der Bootsmigranten zwar stark zurück. Auf dem Höhepunkt der Krise kamen 2024 aber binnen eines Jahres fast 50'000 Menschen irregulär auf den Kanarischen Inseln an.

«Kai der Schande» unweit von Ferienort Maspalomas

Symbol der humanitären Notlage wurde der Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria – der «Muelle de la Vergüenza», der «Kai der Schande». Dort harrten im August 2020 zeitweise fast 3'000 Menschen unter prekären Bedingungen aus, obwohl der Bereich nur für etwa 500 Personen ausgelegt war. Sie schliefen im Freien, die hygienischen Verhältnisse waren entsetzlich.

An jenem Hafen im Süden von Gran Canaria, nur eine halbe Stunde Autofahrt vom Urlaubsort Maspalomas entfernt, traf der Papst nun kürzlich angekommene Migranten sowie Vertreter der Kirche und humanitärer Organisationen, die sie betreuen und bei ihrer Integration in die spanische Gesellschaft unterstützen.

Papst: Meere werden zu Friedhöfen ohne Grabsteine

Gleichzeitig bezeichnete Leo das Flüchtlingsdrama als Gewissensprüfung vor allem für Europa, «das nicht die Menschenwürde proklamieren kann und sich dabei nicht daran gewöhnen darf, dass das Mittelmeer und der Atlantik zu Friedhöfen ohne Grabsteine werden». Die internationale Gemeinschaft rief er bei diesem Thema zu einer «wirksamen und beharrlichen Zusammenarbeit» auf.

Er hoffe, die Stimme der Migranten erreiche diejenigen, die in dieser Frage entscheidende Verantwortung trügen – etwa zivile Behörden, Parlamente, Regierungen und internationale Organisationen. Jedes Boot, das nämlich ankommt, erklärte Leo, bringe nicht nur Migranten mit sich, sondern auch eine zentrale Frage an alle: «Welche Welt haben wir geschaffen, wenn so viele Brüder und Schwestern den Tod riskieren müssen, um Leben zu suchen?» (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der neue Papst Leo XIV.
1 / 21
Der neue Papst Leo XIV.

Am Donnerstag, dem zweiten Wahltag, schauten Gläubige ganz gespannt auf den Schornstein der sixtinische Kapelle auf dem Petersplatz.

quelle: keystone / giuseppe lami
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Harlem Globetrotters machen Papst Leo XIV. zum Basketballer
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Schweiz und Frankreich spannen bei G7 zusammen – ausser bei den Kosten
Wenige Tage vor Beginn des G7-Gipfels im französischen Evian-les-Bains werden am Flughafen Genf und an den Grenzübergängen Tausende Armee-, Polizeikräfte und Zöllner in Stellung gebracht. Die Anspannung steigt, wird doch auch US-Präsident Donald Trump erwartet.
Zur Story