International
Migration

Tote Migranten: Zivile Helfer entdecken elf Leichen vor libyscher Küste

Zivile Helfer entdecken elf Leichen vor libyscher Küste

15.08.2026, 08:3915.08.2026, 08:39

Hilfsorganisationen haben von einem Flugzeug aus elf Leichen im Mittelmeer vor der libyschen Küste entdeckt. Die Crew habe sehen können, dass einige der leblosen Körper noch Kleidung trugen und andere von Reifenschläuchen über Wasser gehalten wurden, teilte SOS Méditerranée mit. Die Organisation setzt mit der Humanitarian Pilots Initiative das Flugzeug «Albatross» ein, um im Mittelmeer mögliche Seenotfälle auszumachen.

Die italienische Küstenwache teilte am Abend mit, am Morgen von einer Nichtregierungsorganisation darüber informiert worden zu sein, dass elf Leichen etwa 57 Seemeilen vor dem libyschen Küstenort Zuwara gesichtet worden seien – in fortgeschrittenem Verwesungszustand. Die Küstenwache wies darauf hin, dass es sich bei dem Gebiet um den Verantwortungsbereich der libyschen Küstenwache handelte. Die Meldung sei «unverzüglich» an die zuständige Behörde weitergeleitet worden.

epa06923767 A handout photo made available by SOS Mediterranee shows the search and rescue vessel 'Aquarius' leaving the port of Marseille, France, 01 August 2018 (issued 02 August 2018). Th ...
Ein Schiff von SOS Mediterranée.Bild: EPA/SOS MEDITERRANEE

Es ist unüblich, dass die italienische Küstenwache über Benachrichtigungen wie diese informiert. Der Hintergrund blieb unklar – und auch, ob die libysche Küstenwache tätig geworden ist.

Tödlichste Migrationsroute

Die zivilen Seenotretter bezeichneten die Szene als erschütternd. Sie machten deutlich, dass sie davon ausgingen, dass die Menschen bei einem Bootsunglück ums Leben kamen. «Zwar sind die Umstände und der Zeitpunkt des Schiffbruchs weiterhin unbekannt», teilte die Organisation mit. «Aber diese Entdeckung ist eine eindringliche Mahnung an die menschlichen Folgen der tödlichen Politik Europas, die von Gleichgültigkeit und Abschreckung um jeden Preis geprägt ist.»

Das zentrale Mittelmeer gilt noch immer als tödlichste Migrationsroute auf dem Weg nach Europa. Dort sind allein in diesem Jahr nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 872 Menschen ums Leben gekommen oder gelten weiter als vermisst. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Hurrikan «Lala» vor Hawaii: Zehntausende ohne Strom
Hurrikan «Lala» hat zerstörerische Winde und massive Niederschläge auf Hawaiis grösste Insel Big Island gebracht. Bis zum Samstagabend (Ortszeit) waren dort mehr als 63'000 Stromkunden ohne Versorgung, gemeinsame mit den Nachbarinseln Maui und Oahu waren es knapp 100'000, wie Daten der US-Webseite Poweroutage.us zeigten. Örtliche Medien berichteten auf der Insel mit rund 200'000 Einwohnern von umgestürzten Bäumen, Strassensperren und heftigen Überschwemmungen.
Zur Story