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Eisberg bei Grönland: Die Eisschmelze wird eine gefährliche Kettenreaktion auslösen.
Eisberg bei Grönland: Die Eisschmelze wird eine gefährliche Kettenreaktion auslösen.Bild: AP

«Die Risiken unterschätzt»: Klimakipppunkte womöglich schneller überschritten als gedacht

27.11.2019, 19:0027.11.2019, 23:09

Klimaforschende warnen, dass sogenannte Kipppunkte im Erdsystem noch schneller erreicht werden und die globale Erwärmung dadurch noch drastischer ausfallen könnten. Das Risiko solcher unumkehrbaren Veränderungen sei bislang womöglich unterschätzt worden.

Die Forschenden verweisen in einem Kommentar im Fachblatt «Nature» unter anderem auf neuere Erkenntnisse zur Destabilisierung der Eisschilde rund um Nord- und Südpol sowie des Amazonas-Regenwalds. Sie warnen zudem vor bisher möglicherweise unterschätzten Kettenreaktionen und Rückkopplungen zwischen Ökosystemen.

Dafür gibt es nach ihrer Ansicht erste Hinweise - etwa in der Form, dass der Eisverlust der Arktis die Erwärmung der Region verstärkt, was wieder den Eisverlust fördert. Das schnellere Abschmelzen der Gletscher auf Grönland könne wiederum wichtige Atlantik-Meeresströmungen stören, was Folgen für den Monsun in Westafrika und die Feuchtigkeit des Amazonas-Beckens mit seinen Regenwäldern habe könne.

Schlittenhunde laufen durch Schmelzwasser in Grönland.
Schlittenhunde laufen durch Schmelzwasser in Grönland.Bild: EPA/DANISH METEOROLOGICAL INSTITUTE

«Wissenschaftlich gesehen ist dies ein starker Beleg für einen planetaren Notfallzustand», erklärte der beteiligte Klimawissenschaftler Johan Rockström vom deutschen Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Hans Joachim Schellnhuber, ebenfalls vom PIK, warnte vor einem «unheilvollen Weg in die Erwärmung», der mit Kipppunkten «gepflastert» sei. Einige seien womöglich schon überschritten, ergänzte er.

«Mit zunehmender Entwicklung der Wissenschaft müssen wir zugeben, dass wir die Risiken unterschätzt haben, irreversible Veränderungen auszulösen, bei denen der Planet die globale Erwärmung selbst verstärkt.»
Johan Rockström

Die Gruppe internationaler Forschender forderte in ihrem Kommentar energische Gegenmassnahmen. Die Stabilität des gesamten Erdsystems sei in Gefahr, erklärten die Experten.

Kipppunkte sind ein Risiko, das in der Wissenschaft im Zusammenhang mit dem Klimawandel seit langem thematisiert wird. Darunter werden Prozesse verstanden, die sich beim Überschreiten bestimmter Schwellenwerte unumkehrbar immer weiter fortsetzen und die Erwärmung weiter beschleunigen - unabhängig von allen dann noch getroffenen Massnahmen.

(sda/afp)

Hier wird der Anstieg des Meeresspiegels besondere verheerende Konsequenzen haben:

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57 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Statler
27.11.2019 23:05registriert März 2014
«But you said it'd take years!» - «Well, I must've been wrong then» [The day after tomorrow].
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LarsBoom
27.11.2019 22:58registriert November 2016
Die Welt kackt es einfach an mit uns und macht jetzt selber vorwärts uns loszuwerden. Ich verüble es ihr nicht 🤷🏻‍♂️
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Des Heiland's Sack
28.11.2019 00:22registriert September 2015
Schon genial...
Geht es um igendein Artikel über Greta oder den "Linksrutsch", kommen die Hass-Kommentare wie Pilze aus dem Boden geschossen. Vom Verleugnern des Klimanotstandes wird dann jegliche wissenschaftliche Belegschaft ungültig gesprochen oder gleich ganz ignoriert.
Bei einem solchen Artikel bleibt die Kommentarspalte dann weitgehend leer.
Da kann man seinen Hass schlecht auf eine Greta abfertigen, wenn man keinen Schuldigen findet.
Indess blutet mir das Herz von so viel Ignoranz und so viel Zerstörung unserer Welt. Traurig und tief frustriert. Ich hoffe ich verbittere nicht...
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