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In this Aug. 15, 2019, photo, a large Iceberg floats away as the sun sets near Kulusuk, Greenland. Greenland is where Earth's refrigerator door is left open, where glaciers dwindle and seas begin to rise. Scientists are hard at work there, trying to understand the alarmingly rapid melting of the ice. For Greenland is where the planet's future is being written. (AP Photo/Felipe Dana)

Eisberg bei Grönland: Die Eisschmelze wird eine gefährliche Kettenreaktion auslösen. Bild: AP

«Die Risiken unterschätzt»: Klimakipppunkte womöglich schneller überschritten als gedacht



Klimaforschende warnen, dass sogenannte Kipppunkte im Erdsystem noch schneller erreicht werden und die globale Erwärmung dadurch noch drastischer ausfallen könnten. Das Risiko solcher unumkehrbaren Veränderungen sei bislang womöglich unterschätzt worden.

Die Forschenden verweisen in einem Kommentar im Fachblatt «Nature» unter anderem auf neuere Erkenntnisse zur Destabilisierung der Eisschilde rund um Nord- und Südpol sowie des Amazonas-Regenwalds. Sie warnen zudem vor bisher möglicherweise unterschätzten Kettenreaktionen und Rückkopplungen zwischen Ökosystemen.

Dafür gibt es nach ihrer Ansicht erste Hinweise - etwa in der Form, dass der Eisverlust der Arktis die Erwärmung der Region verstärkt, was wieder den Eisverlust fördert. Das schnellere Abschmelzen der Gletscher auf Grönland könne wiederum wichtige Atlantik-Meeresströmungen stören, was Folgen für den Monsun in Westafrika und die Feuchtigkeit des Amazonas-Beckens mit seinen Regenwäldern habe könne.

epa07657583 A handout photo made available by the Danish Meteorological Institute (Danmarks Meteorologiske Institut, DMI) on 19 June 2019 shows dogs hauling a sled through meltwater on coastal sea ice during an expedition in northwest Greenland, 13 June 2019. The 'unusual' rapid melting of sea ice occurred last week as temperatures soared above normal levels in Greenland, causing ice sheet surface to experience melting, media reported. The image was taken during a DMI research team expedition to retrieve oceanographic moorings and weather station equipment in North West Greenland. According to a tweet by Steffen M. Olsen from the Centre for Ocean and Ice at DMI, the 'rapid melt and sea ice with low permeability and few cracks leaves the melt water on top.'  EPA/STEFFEN M. OLSEN/DANISH METEOROLOGICAL INSTITUTE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Schlittenhunde laufen durch Schmelzwasser in Grönland. Bild: EPA/DANISH METEOROLOGICAL INSTITUTE

«Wissenschaftlich gesehen ist dies ein starker Beleg für einen planetaren Notfallzustand», erklärte der beteiligte Klimawissenschaftler Johan Rockström vom deutschen Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Hans Joachim Schellnhuber, ebenfalls vom PIK, warnte vor einem «unheilvollen Weg in die Erwärmung», der mit Kipppunkten «gepflastert» sei. Einige seien womöglich schon überschritten, ergänzte er.

«Mit zunehmender Entwicklung der Wissenschaft müssen wir zugeben, dass wir die Risiken unterschätzt haben, irreversible Veränderungen auszulösen, bei denen der Planet die globale Erwärmung selbst verstärkt.»

Johan Rockström

Die Gruppe internationaler Forschender forderte in ihrem Kommentar energische Gegenmassnahmen. Die Stabilität des gesamten Erdsystems sei in Gefahr, erklärten die Experten.

Kipppunkte sind ein Risiko, das in der Wissenschaft im Zusammenhang mit dem Klimawandel seit langem thematisiert wird. Darunter werden Prozesse verstanden, die sich beim Überschreiten bestimmter Schwellenwerte unumkehrbar immer weiter fortsetzen und die Erwärmung weiter beschleunigen - unabhängig von allen dann noch getroffenen Massnahmen.

(sda/afp)

Hier wird der Anstieg des Meeresspiegels besondere verheerende Konsequenzen haben:

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