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Nordkorea

USA und Südkorea reagieren mit Raketentests – doch es lief nicht alles nach Plan

USA und Südkorea reagieren mit Raketentests – doch es lief nicht alles wie geplant

Auf den nordkoreanischen Raketentest vom Dienstag haben die USA und Südkorea umgehend reagiert. Die beiden Länder feuerten in der Nacht je zwei Raketen ab. Am Morgen wird klar: Es waren mehr und nicht alles hat geklappt.
05.10.2022, 01:4505.10.2022, 06:11

Raketentest als Reaktion ...

Einen Tag nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest haben die USA und Südkorea in der Region selbst Geschosse abgefeuert. Das südkoreanische Militär teilte am Mittwoch mit, als Reaktion auf die Provokation Nordkoreas hätten die USA und Südkorea vier Boden-Boden-Raketen in Richtung des Japanischen Meers (Ostmeers) geschossen. Beide Seiten hätten jeweils zwei Raketen abgefeuert, die Scheinziele präzise getroffen hätten. Damit sei die Fähigkeit der Verbündeten demonstriert worden, weitere Provokationen abzuschrecken. Zudem habe man gemeinsam mit US-amerikanischen Kampfflugzeugen des Typs F-16 Flugmanöver abgehalten.

... lief nicht ganz so wie geplant

Kurze Zeit später kursierten auf Twitter unbestätigte Videos, welche einen riesigen Brand auf dem südkoreanischen Luftwaffenstützpunkt Gangneung zeigen sollen. Bei einigen Bewohnern der Ostküstenstadt war Panik ausgebrochen, da sie zunächst einen Angriff durch Nordkorea befürchteten.

Während Stunden blieb unklar, was tatsächlich vorgefallen war. Auf Twitter spekulierten User, dass es auch ein Unfall gewesen sein könnte.

Erst neun Stunden später berichteten die grossen Medien des Landes über den Vorfall, was von Südkoreanern auf Online-Plattformen kritisiert wurde.

Verwirrende Kommunikation

In einer separaten Stellungnahme bestätigte das Militär, dass bei der Übung auch eine Rakete des Typen Hyunmoo-2 abgefeuert worden sei. Dieser Test sei aber gescheitert. Die Hyunmoo-2-Rakete habe kurz nach dem Start versagt und sei während der Übung über der Luftbasis abgestürzt.

Die Rakete habe einen Sprengkopf getragen, welcher jedoch nicht explodiert sei. Das Militär entschuldigte sich für die Beunruhigung bei der Bevölkerung. Es sei niemand verletzt worden.

Gegenüber der amerikanischen Newsplattform «NK News», stellte das südkoreanische Verteidigungsministerium klar, dass in der Nacht insgesamt 6 Raketen abgefeuert worden seien. Drei Stunden später wurde diese Aussage allerdings wieder korrigiert. Es habe sich doch nur um fünf Raketen gehandelt, so das Verteidigungsministerium.

Insgesamt scheint die Kommunikation etwas verwirrend: Reuters-Korrespondent für Nord- und Südkorea Josh Smith verweist auf Twitter auch auf die Tatsache, dass die Hyunmoo-2 Raketen in der ursprünglichen Stellungnahme gar nicht erwähnt worden seien.

Nordkorea feuerte Rakete über Japan ab

Am Dienstag hatte Pjöngjang eine ballistische Mittelstreckenrakete in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Es war das erste Mal seit knapp fünf Jahren, dass eine nordkoreanische Rakete über die japanische Inselgruppe geflogen war.

Sowohl die USA als auch die Nato verurteilten den Test scharf. Als direkte Reaktion hatten Südkoreas Streitkräfte zwei Präzisionsbomben im Gelben Meer abgefeuert. Zudem habe man gemeinsam mit US-amerikanischen Kampfflugzeugen des Typs F-16 Flugmanöver abgehalten. Das Gelbe Meer wird von China und der koreanischen Halbinsel umrandet.

Das letzte Mal, als Nordkorea 2017 eine Rakete über Japan fliegen liess, führte das Land nur wenige Tage später einen Atomwaffentest durch. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können. Zuletzt hatte Nordkorea am Samstag zwei ballistische Kurzstreckenraketen getestet – das war der vierte Raketenabschuss innerhalb einer Woche. (saw/sda/dpa)

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