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Liess am frühen Samstag Raketenwerfer und Lenkwaffen testen: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. (Archivbild)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un rasselt mit den Säbeln. Bild: AP Press Office of the Primorye Territory Administration

Kim verliert alle Hemmungen

Angela Köhler, Tokio / Schweiz am wochenende

Nordkoreas Führer testet neuartige Raketen. US-Präsident Trump sieht die Chancen auf Gespräche schwinden.



Nun hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un offenbar die Hemmschwelle endgültig überschritten. Der Führer dieser selbst ernannten Atommacht beaufsichtigte am Freitag höchstpersönlich, wie sein Militär einen «Langstrecken-Angriff» übte.

Mit Stolz und Pathos verkündete die staatliche Propaganda-Agentur KCNA: «Auf dem Kommandoposten hat der Oberste Führer Kim Jong Un die Anweisung zum Start der Übung gegeben.» Allerdings wurden keine Angaben dazu gemacht, welche Art von Waffen dabei abgefeuert wurden. In der Meldung fehlen sogar Schlüsselbegriffe wie Rakete, Geschoss oder Projektil. Dennoch sei die Aufgabe «erfolgreich» absolviert worden, behauptet KCNA. Das Manöver sei darauf ausgerichtet gewesen, «die Fähigkeit zur schnellen Reaktion der Verteidigungseinheiten» zu prüfen. Diese hätten bei dem Test ihre «Macht» eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Das mag geprahlt sein, vielleicht ist es sogar nur ein plumper Bluff. Denn Südkoreas Militärführung beobachtete lediglich, dass Nordkorea bereits am Donnerstag einige Projektile über koreanisches Festland ins Japanische Meer abgefeuert hat. Bei diesen Geschossen handelte es sich sehr wahrscheinlich um Kurzstreckenraketen. Entsprechende Angaben bestätigte unterdessen auch der Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums, Dave Eastburn, der laut südkoreanischen Medien von «mehreren ballistischen Raketen» berichtete.

Eigentlich ist es Nordkorea von der UNO untersagt worden, solche ballistische Raketen abzuschiessen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder auch einen atomaren Sprengkopf befördern können. Darüber hinaus verstösst das Abfeuern solcher Geschosse aus Seouler Sicht gegen ein bilaterales militärisches Abkommen, das beide Staaten im vergangenen Jahr unterzeichnet hatten. Pjöngjang bestreitet das und steht auf dem Standpunkt, die neuerlichen Raketentests würden das «selbstauferlegte» Moratorium nicht verletzen. Dieses würde nur für die von der UNO mit einem Testverbot belegten Interkontinentalraketen gelten.

«Niemand ist glücklich darüber»

Das Weisse Haus in Washington reagierte zunächst eher zurückhaltend. Man habe die Wiederaufnahme der nordkoreanischen Raketentests zur Kenntnis genommen. Aber US-Präsident Donald Trump sieht die Chancen auf einen «Deal» inzwischen schwinden. In Bezug auf die festgefahrenen Gespräche über das Atomwaffenprogramm Pjöngjangs erklärte Trump, er gehe zwar davon aus, dass die Nordkoreaner weiter reden wollen. Aber angesichts der Tests «denke ich nicht, dass sie bereit sind, zu verhandeln». Niemand sei glücklich darüber, aber die Beziehungen blieben.

Ob es nach dem gescheiterten Hanoi-Gipfel Ende März wirklich noch einen Gesprächsfaden oder gar reale Verhandlungsstränge gibt, darf bezweifelt werden. Immerhin lehnt das Kim-Regime inzwischen ab, mit US-Aussenminister Mike Pompeo überhaupt noch zu sprechen. Kim fordert einen anderen Konterpart, der «erwachsen und ernsthaft» an die Probleme herangehe.

Warnschuss für die USA

Washington hat das Ansinnen eines Personenaustauschs umgehend zurückgewiesen. Unterdessen gaben die USA bekannt, dass sie ein nordkoreanisches Schiff beschlagnahmt haben, weil damit gegen Sanktionen verstossen worden sei. Auch diese Aktion könnte zu neuen Spannungen zwischen Pjöngjang und Washington führen.

President Donald Trump speaks during a celebration of military mothers with first lady Melania Trump in the East Room of the White House in Washington, Friday, May 10, 2019. (AP Photo/Manuel Balce Ceneta)

US-Präsident Donald Trump ist nicht glücklich über die Situation in Nordkorea. Bild: AP/AP

Bereits am vergangenen Samstag hatte Kim Jong Un einen provokativen Warnschuss Richtung Vereinigte Staaten abfeuern lassen. Dabei wurden angeblich neuartige Raketenwerfer getestet. Der Diktator liess über KCNA verlauten, es habe sich um eine «Angriffsübung» gehandelt, mit der die Betriebsfähigkeit und Genauigkeit von grosskalibrigen Langstrecken-Mehrfach-Raketenwerfern sowie von taktischen Lenkwaffen überprüft würden.

In Seoul wird vermutet, der jüngste Raketentest sei eine «Frustreaktion» auf die festgefahrenen nordkoreanisch-amerikanischen Atomgespräche. Man wertet die Aktion als einen weiteren Versuch von Machthaber Kim Jong Un, die USA unter Druck zu setzen, einen Grossteil der internationalen Sanktionen aufzuheben. «Es ist eine Botschaft, das Regime könnte zu seinem früheren Konfrontationskurs zurückkehren, falls die festgefahrene Situation nicht aufgelöst wird», analysiert Yang Uk vom Korea Defence und Security Forum.

Kim Jong Un erfüllt sich einen Wunsch

Video: srf

Kim trifft Putin

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Avenarius 13.05.2019 11:31
    Highlight Highlight Wann verliert Kim endlich Kilos ????
  • Billy the Kid 12.05.2019 02:23
    Highlight Highlight Ich halte überhaupt nichts von Kim und seinem grauenhaften Regime. Aber ich verstehe, dass selbst er solche neokonservativen Scharfmacher wie Pompeo und Bolton als "Gesprächspartner" schlicht nicht Ernst nehmen kann.
    Diese Typen sind sich alle zu gleich um nicht zu wissen, dass die andere Seite von a-z bereit ist über Leichen zu gehen und jedes Wort von "Friede" und "Kooperation" blanker Hohn ist.
    Diebe und Mörder erkennen sich sofort - auch im tiefsten Nebel.
  • DomKi 12.05.2019 00:12
    Highlight Highlight Nord- und Südkorea wollen nur eins: sich wieder vereinigen als Brüder. Ich habe das Gefühl, dass der Westen da nicht so rein passt dann..
  • QueenNiin 12.05.2019 00:01
    Highlight Highlight ^Kim verliert alle Hemmungen^
    Dachte bei der Pushnachricht, dass es um die Kardashian geht :-)
  • Demo78 11.05.2019 23:54
    Highlight Highlight Ich bin nicht ganz sicher ob es Trump ohne Krieg in siner 1. Amtszeit schafft, falls ja und er wiedergewählt wird « God beware », un dies von einem Atheisten 🙊🤦🏻‍♂️🤷🏻‍♂️🤢🤮
  • Imfall 11.05.2019 23:47
    Highlight Highlight nein nein


    der dealmaker hat einen deal 😇
  • Reudiger 11.05.2019 23:36
    Highlight Highlight Das Trump-Derangement Syndrom schlägt hier in der Kommentarspalte zu. Da werten doch tatsächlich Leute, die momentanige Situation als eine Niederlage für Trump. Nicht zuletzt gefolgt, von Aussagen wie "Trump hat nichts wirkliches gemacht."
    Er hat Gespräche mit Nordkorea eingeleitet, ein vernünftiger Schritt, etwas das seit Jahrzenten nur bedingt vorstellbar war.

    Trump hat neben militärischen Druckmitteln nur wirtschaftliche Mittel und natürlich seine Drohungen.

    Wie soll er denn sonst vorgehen, einmarschieren?
    Oder einfach den Nordkoreanern ihrem Schicksal überlassen?
    • loquito 12.05.2019 10:48
      Highlight Highlight China und Russland haben dem Kim den Rücken gestärjt und wohl sogar einige Testraketen spendiert... Die USA hat keine Ahnung und ihr Präsi checkts nicht...
  • TheRealDonald 11.05.2019 23:04
    Highlight Highlight Sind die Raketen welche da immer wieder im Meer versenkt werden eigentlich biologisch abbaubar? Da trennen wir zuhause schön den Abfall, schalten vor dem Rotlicht den Motor aus und vermeiden Produkte mit Mikroplastik. Und gleichzeitig zeigen die irren Führer dieser Welt keinerlei Vernunft mit ihren Machtspielzeugen. Gott, schick uns einen grossen Asteroiden. Die Menschheit hat es nicht anders verdient...!
    • DomKi 12.05.2019 00:11
      Highlight Highlight Ja, ich hoffe bevor der Asteroide kommt dass sie Jesus Christus in ihrem Leben aufgenommen haben...
    • sambeat 12.05.2019 00:32
      Highlight Highlight Lieber ein paar kleine Asteroiden, die punktgenau landen😉 Ich möchte noch leben!
    • Ruggedman 12.05.2019 03:01
      Highlight Highlight Bitte DomiKi, leb deine Religion für dich aus. Komm nicht hier im Forum damit hausieren.
  • Garp 11.05.2019 22:48
    Highlight Highlight Das hat sicher auch mit den Wirtschaftskrieg gegen China zu tun. Bei Nordkorea reden ja auch die Chinesen mit.
    • Zeezoo 11.05.2019 23:24
      Highlight Highlight Interessanter Gedanke Garp, ich glaube auch, dass bezüglich NK ohne China nichts läuft, also können die Chinesen die Leine etwas lockern um das klar zu machen.
  • wasps 11.05.2019 22:48
    Highlight Highlight Er hat den Segen von Putin, dem grossen Vorbild des Genies aus Übersee. Schachmatt.
    • sägsali 12.05.2019 02:14
      Highlight Highlight Wer diktiert da wohl? Die Amis, welche mittlerweile auf der halben Weltkugel mit ihren Militärbasen verstreut sind, oder "Diktator Putin"? Wach auf! Meiner Meinung nach, gäbe es nicht solche Typen, würden wir alle unsere Ärschr für Trump hinhalten.
  • MyPersonalSenf 11.05.2019 22:31
    Highlight Highlight Ich konnte aufgrund von schlechtem Netz nur den Titel ohne Bild sehen... und hab mich gefragt.. welche/r Kim wird es sein?? Ist es die Kim welche die Hemmungen verliert?! Hoffentlich.. hoffentlich.. o nei.. der Kim vom der Privatschule beim Bärengraben

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