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Bahnmitarbeiter stürzt nach Angriff aus Zug: Verdächtiger frei

The logo of Deutsche Bahn is fixed on a ICE train at the central station in Munich, Germany, Wednesday, Jan. 24, 2024. Germany's train drivers brought rail traffic to a standstill again early Wed ...
Das Amtsgericht lehnte einen Haftbefehl ab, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte – der Mann ist wieder auf freiem Fuss.Bild: keystone

Bahnmitarbeiter stürzt in Deutschland nach Angriff aus Zug: Verdächtiger frei

Ein Fahrgast greift einen Zugbegleiter an – der Mann stürzt aus dem fahrenden Zug und schwebt in Lebensgefahr. Der Tatverdächtige ist wieder auf freiem Fuss.
19.07.2026, 03:1219.07.2026, 03:12
Ein Artikel von
t-online

Ein 36-jähriger Mann hat am Freitagabend in einer Regionalbahn auf der Strecke nach Karlsruhe einen 26-jährigen Zugbegleiter angegriffen – das Opfer stürzte durch eine beschädigte Tür aus dem fahrenden Zug und liegt seitdem in kritischem Zustand im Krankenhaus. Der Tatverdächtige war wegen Gewaltdelikten vorbestraft und stand zum Tatzeitpunkt unter Bewährung. Das Amtsgericht lehnte einen Haftbefehl ab, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte – der Mann ist wieder auf freiem Fuss.

Laut der Staatsanwaltschaft soll der 36-Jährige betrunken gewesen sein, als es im Zug zu einer Ticketkontrolle kam, die eskalierte. Er weigerte sich, seine Personalien zu nennen und den Zug zu verlassen. Stattdessen schlug er mit Fäusten auf den Zugbegleiter ein und trat auf ihn ein. Dabei stiessen beide mehrfach gegen die Zugtür, die dabei offenbar unbemerkt beschädigt wurde.

Verdächtiger soll zugetreten haben

Als der Sicherheitsmitarbeiter versuchte, den auf dem Rücken liegenden Fahrgast hochzuziehen, trat dieser mit Wucht nach ihm. Der 26-Jährige fiel zu Boden und erneut gegen die Tür. Diese gab nach, und er fiel durch einen Spalt nach draussen. Kurz darauf wurde er schwerst verletzt geborgen und ins Krankenhaus gebracht. Er befinde sich in stabilem, aber weiterhin kritischem Zustand, teilten die Behörden mit.

Warum die Tür nachgab, ist noch unklar. Ein technischer Sachverständiger wurde beauftragt, den Vorgang zu untersuchen. Wann Ergebnisse vorliegen, ist offen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Nachmittag Haftbefehl beantragt, das Amtsgericht lehnte die Untersuchungshaft jedoch ab – trotz der laufenden Bewährungsstrafe. Eine offizielle Begründung gab es zunächst nicht. Ermittelt wird nun wegen Körperverletzung.

Gewerkschaft fordert mehr Schutz für Bahnmitarbeiter

Die Deutsche Bahn äusserte sich betroffen. «Wir verurteilen den Angriff am gestrigen Abend in einer Regionalbahn aufs Schärfste», sagte eine Bahnsprecherin. «Unsere Gedanken sind bei dem Verletzten.»

Manuel Amberger, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), erklärte, der Vorfall zeige erneut auf dramatische Weise, «dass verbale und körperliche Übergriffe auf das Zugpersonal eine neue, lebensgefährliche Dimension erreicht haben». «Dass erneut einer unserer Kollegen nach einer einfachen Fahrkartenkontrolle im Krankenhaus um sein Leben ringen muss, macht uns fassungslos und wütend», so Amberger.

Auch GDL-Chef Mario Reiss meldete sich im WDR zu Wort. «Wir brauchen Entscheidungen der Justiz, wir brauchen Gesetzesänderungen und wir brauchen das Durchgriffsrecht», sagte er. «An der Stelle für uns ist es einfach nicht mehr auszuhalten und die Kollegen, die eigentlich jeden Tag ihren Dienst tun, müssen jeden Tag mehr mit Angst auf Arbeit gehen.»

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