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Pakistan

Sie kamen während des Gebets – Islamisten töten 8 Menschen in pakistanischer Kirche

epa06394769 A view of the destruction caused after a suicide bomb attack at a Christian church, in Quetta, Pakistan, 17 December 2017. Reportedly at least eight people were killed and 25 others injure ...
Quetta: Die Angreifer hinterliessen ein Bild der Verwüstung.Bild: EPA/EPA

Sie kamen während des Gebets – Islamisten töten 8 Menschen in pakistanischer Kirche

17.12.2017, 16:1817.12.2017, 16:18

Eine Woche vor Weihnachten haben zwei islamistische Selbstmordattentäter in einer Kirche in Pakistan mindestens acht Menschen getötet und 30 verletzt. Ziel sei die Methodistenkirche in Quetta, der Hauptstadt der unruhigen Provinz Belutschistan, gewesen, teilten Polizei und Behörden mit. Unter den Opfern waren auch zwei Frauen.

Über ihren Internet-Propagandakanal Amak bekannte sich die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) zu dem Anschlag. Die Echtheit der Nachricht liess sich zunächst nicht überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle verbreitet. Die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat gefielen sich bisher darin, umgehend so viele Blutbäder wie möglich für sich zu reklamieren.

Pakistani Christians hold candles during a demonstration to condemn the Quetta's suicide attack on a church, in Karachi, Pakistan, Sunday, Dec. 17, 2017. Two suicide bombers attacked the church i ...
Angehörige trauern um die Opfer in Quetta.Bild: AP/AP

Die Attentäter griffen an, als die Kirche in Quetta während des Sonntagsgottesdienstes sehr voll war. Mindestens 400 Menschen seien in der methodistischen Kirche in der Hochsicherheitszone im Zentrum der Stadt gewesen, sagte der örtliche Polizeichef. Es sei den Attentätern aber nicht gelungen, in den Hauptraum der Kirche zu gelangen.

Einer von ihnen sei von Sicherheitskräften am Eingang erschossen worden, der zweite habe seinen Sprengsatz im Gebäude, aber nicht im Hauptraum gezündet, sagte Polizeichef Moazzam Jah Ansari.

Klima der Gewalt und Intoleranz

Quetta ist die Hauptstadt von Belutschistan, Pakistans grösster Provinz, die an Afghanistan und den Iran grenzt. In den vergangenen Jahren hat es dort immer wieder Anschläge aus verschiedenen politischen Richtungen gegeben. Sowohl islamistische Extremisten als auch Separatisten waren unter den Angreifern.

Christen wie auch andere religiöse Minderheiten in Pakistan wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Opfer von Anschlägen. Bei einem Selbstmordanschlag Ostern 2016 auf Christen in einem Park in Lahore waren mehr als 70 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder. Die pakistanische Taliban-Gruppierung Jamaat-ul-Ahrar (deutsch: Vereinigung der Freien) hatte sich zu dem Attentat bekannt. Von den 200 Millionen Bürgern des Landes sind etwa 1.6 Prozent Christen. (sda/dpa/afp)

Das war das Jahr 2017 in Karikaturen

Video: srf
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