International
Rassismus

Eingreifen in antisemitischen Vorfall: Jüdischer Vater trifft Retterin

Nach Eingreifen in antisemitischen Vorfall: Jüdischer Vater trifft muslimische Retterin

26.11.2019, 03:5226.11.2019, 03:55

In einem derzeit viral gehenden Clip vom letzten Freitag ist zu sehen, wie ein Mann eine jüdische Familie in der Londoner U-Bahn bedrängt. Er liest den jüdischen Kindern und deren Vater auf eine aggressive Art und Weise antisemitische Bibel-Passagen vor. Bevor die Situation jedoch eskaliert, beweist eine muslimische Frau Zivilcourage. Die Kopftuch tragende Frau konfrontiert den Täter und dieser lässt schliesslich von der jüdischen Familie ab.

Asma Shuweikh heisst die 36-jährige Frau, die aus der englischen Stadt Birmingham stammt. Gegenüber «Jewish News» sagte Shuweikh, dass sie die Aufmerksamkeit des Manner auf sich und weg von der Familie lenken wollte.

Nun kam es zu einem Treffen zwischen dem jüdischen Vater und der Muslima. Der Vater, der seinen Namen nicht veröffentlichen möchte, war Shuweikh äusserst dankbar:

«Wir sind sicher, dass er ohne ihre Intervention und Ablenkung seine Beschimpfungen, die zu körperlicher Gewalt eskalieren hätten können, fortgesetzt hätte.»

Dieser Vorfall habe ihn mit gemischten Gefühlen gegenüber der heutigen Gesellschaft zurückgelassen. Auf der einen Seite sei er schockiert über den Fakt, dass er am helllichten Tag im Beisein seiner Kinder Opfer einer antisemitischen Attacke geworden ist. Doch die Zivilcourage von Shuweikh beeindruckte ihn – und gab ein gewisses Vertrauen in die Menschheit zurück.

Das Treffen am Montag in Manchester sei sehr gut gewesen. Die beiden versuchen den Kontakt zu halten, wie Shuweikh gegenüber «Jewish News» sagte. Der Vater übergab ihr bei dieser Gelegenheit als Dankeschön einen schönen Blumenstrauss.

Shuweikh selbst wurde schon Opfer von Islamophobie. So wurde sie im Strassenverkehr mit Süssigkeiten beworfen – und im Gesicht getroffen. Damals sagte sich die junge Frau, dass sie so etwas in Zukunft nicht mehr hinnehmen wird. Aus diesem Grund war für sie klar, beim Vorfall in der U-Bahn zu intervenieren: «Es ist inakzeptabel, und ich bin die Art von Mensch, dass ich, wenn ich so etwas sehe, nicht still sein kann.» Man nehme sich ein Vorbild an ihr. (mim)

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