International
Rassismus

Generationenstreit bei den Rechtspopulisten: FN-Chefin Marine Le Pen will ihrem Vater Maulkorb verpassen

Entzweit: Vater und Tochter Le Pen.
Entzweit: Vater und Tochter Le Pen.Bild: PHILIPPE WOJAZER/REUTERS

Generationenstreit bei den Rechtspopulisten: FN-Chefin Marine Le Pen will ihrem Vater Maulkorb verpassen

03.05.2015, 14:0203.05.2015, 14:02

Im Führungsstreit beim rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich will Parteichefin Marine Le Pen ihrem Vater Jean-Marie Le Pen jegliche Äusserung im Namen des FN verbieten lassen. Es gehe nicht, dass die Worte ihres Vaters der Partei schadeten.

«Jean-Marie Le Pen soll sich nicht mehr im Namen des Front National äussern können, seine Äusserungen verstossen gegen die Parteilinie», sagte Marine Le Pen am Sonntag. Die Parteichefin gab mehreren französischen Medien ein Interview – einen Tag vor der Entscheidung der FN-Gremien zu möglichen Strafmassnahmen gegen ihren Vater.

Frankreich

Nazi-Gaskammern als «Detail» der Geschichte bezeichnet

Konkret geht es am Montag bei einer Sitzung des Exekutivkomitees um jüngste Äusserungen des Gründers und langjährigen Patriarchen der rechtsextremen Partei. Der 86-Jährige hatte unter anderem einmal mehr die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als «Detail» der Geschichte bezeichnet. 

Daraufhin brach Marine Le Pen mit ihrem Vater und zwang ihn zum Verzicht auf eine Spitzenkandidatur bei den Regionalwahlen im Dezember.

Taten «untragbar»

In dem Interview am Sonntag legte Marine Le Pen nochmals nach. «Seine letzten Taten sind untragbar.» Ihr Vater habe die ihm als Ehrenpräsident der Partei zustehenden Vollmachten weit überschritten.

«Ich habe das Gefühl, dass er nicht erträgt, dass der Front National weiter existiert, seitdem er nicht mehr die Führung inne hat.» Dies bedauere sie sehr, fügte Marine Le Pen hinzu.

Seit der Übernahme der FN-Führung im Jahr 2011 versucht Marine Le Pen, ihre Partei aus der rassistischen und antisemitischen Ecke zu holen, um sie für eine breitere Schicht wählbar zu machen.

Ihr unter anderem wegen Volksverhetzung mehrfach verurteilter Vater hatte den rechtsextremen FN 1972 mitgegründet und vier Jahrzehnte lang geführt. Anfang 2011 trat er den Parteivorsitz an seine Tochter ab. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Linke in Berlin: Elif Eralp fürchtet Terrorsympathisanten der Hamas
Vor der konstituierenden Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses sorgt Linken-Spitzendkandidatin Elif Eralp mit einem Interview für Aufsehen.
Die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp ist offenbar eingeschüchtert von Hamas-Sympathisanten in der Hauptstadt. Sie und ihr Mann hätten «Angst vor diesen Leuten», schreibt Eralp in einem internen Dokument, das dem «Spiegel» vorliegt. Sie bezieht diese Aussage auf den Hamas-Sympathisanten Ibrahim Ibrahim, der im September bei der Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln aufgetaucht war.
Zur Story