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FILE - This is a file image of the daughter of former Russian Spy Sergei Skripal, Yulia Skripal taken from Yulia Skipal's Facebook account on Tuesday March 6, 2018. British health officials say the daughter of a Russian ex-spy has responded well to treatment and is no longer in critical condition after a nerve-agent attack, it was reported on Thursday, March 29, 2018. (Yulia Skripal/Facebook via AP, File)

Julia Skripal. Bild: AP/Facebook/Yulia Skripal

«Fühle mich täglich stärker»: Giftopfer Julia Skripal äussert sich erstmals öffentlich



Erstmals hat sich die nach einem Giftanschlag schwer erkrankte Julia Skripal in Grossbritannien zu Wort gemeldet. Die 33-Jährige und ihr Vater Sergej, ein ehemaliger russischer Doppelagent, waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury entdeckt worden, vergiftet mit dem in der Sowjetunion hergestellten Nervengift Nowitschok.

«Ich bin vor über einer Woche aufgewacht und bin glücklich sagen zu können, dass es mir von Tag zu Tag besser geht», sagte die 33-Jährige am Donnerstag in einer von Scotland Yard verbreiteten Mitteilung. Sie sprach von einer «verwirrenden» Situation. Die Cousine von Julia Skripal kündigte an, ihre Verwandte nach Russland holen zu wollen.

Nach den letzten Angaben der Ärzte befindet sich Sergej Skripal in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Noch am Donnerstag wollte der Uno-Sicherheitsrat in New York über den Anschlag beraten, nachdem Russland eine Sondersitzung beantragt hatte.

Der Streit hat eine schwere diplomatische Krise ausgelöst. So bezichtigt die britische Regierung direkt den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Drahtzieher des Giftanschlages.

Der russische Botschafter in London, Alexander Jakowenko, wies hingegen alle Vorwürfe an Moskau erneut zurück. Russland habe das Nowitschok-Gift weder produziert noch gehortet, sagte der Botschafter vor Medien. Er betonte, dass sein Land eine Giftanalyse durch die internationale Organisation für das Verbot chemischer Waffen OPCW akzeptieren werde.

Auch Macron skeptisch

Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte darauf verwiesen, dass von der OPCW, der auch Russland angehört, keine klare Schuldzuweisung zu erwarten sei. Er hatte dies als Begründung genannt, warum die EU-Mitgliedsstaaten bereits vor dem Testergebnis Massnahmen gegen Russland ergriffen hatten.

epa06646576 French President Emmanuel Macron listens to hospital staff (not pictured) as he visits the Rouen hospital, Normandy, France, 05 April 2018. Macron presented an autism plan to provide basic education and care for people on the autism spectrum.  EPA/CHRISTOPHE ENA / POOL MAXPPP OUT

Erwartet keine klare Schuldzuweisung: Emmanuel Macron. Bild: EPA/AP POOL

Grossbritannien, die USA und die EU sehen es als «sehr wahrscheinlich» an, dass Russland hinter dem Anschlag auf Skripal steckt. Deswegen wies der Westen mehr als 100 russische Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen. Erst am Donnerstag hatten 60 US-Diplomaten die Botschaft in Moskau verlassen.

Herkunft des Giftes nicht bewiesen

Die Aussage eines britischen Labors, das am Mittwoch zwar den Kampfstoff Nowitschok identifizierte, aber keine russische Täterschaft feststellte, zeigt das Dilemma für westliche Regierungen: Obwohl die Frage nach dem Urheber nicht Aufgabe des Labors war, wurde das Ergebnis von Kritikern als Beleg für mangelnde Beweise gegen Moskau interpretiert.

Als unumstritten gilt, dass von Nowitschok - ab den 1970er Jahren in der damaligen Sowjetunion entwickelt und bis in die 1990er Jahre auch im Nachfolgestaat Russland hergestellt - mehrere Varianten existieren.

epa06643364 (FILE) - Forensics search The Mill pub in Salisbury in Britain, 14 March 2018 (reissued 03 April 2018). The chief executive of the Defence Science and Technology Laboratory (DSTL) at Porton Down, Gary Aitkenhead, said on 03 April 2018 the laboratory was not able to confirm Russia as the source of novichok nerve agent with which former Russian spy Sergei Skripal and his daughter were attacked. Skripal who lived in Salisbury and his daughter Yulia were found suffering from extreme exposure to a rare nerve agent in Salisbury on 04 March 2018. Skripal and his daughter Yulia remain in a 'very serious' condition.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Spezialisten aus Grossbritannien identifizierten das Gift als Nowitschok. Bild: EPA/EPA

Der Kampfstoff besteht aus zwei Komponenten, die erst zusammengemixt gefährlich sind. Dann sind sie um ein mehrfaches giftiger als das Kampfgas Sarin oder VX.

May: Von aussen hereingekommen

Die britische Premierministerin Theresa May hatte erklärt, das Militärlabor in Porton Down habe den Stoff Nowitschok identifiziert. May sagt weiter, sie wisse nicht, wie der Stoff nach Grossbritannien gelangen konnte.

Porton-Down-Leiter Gary Aitkenhead betonte, Nowitschok sei nur sehr schwer herzustellen. «Dazu hat wahrscheinlich nur ein staatlicher Akteur die Fähigkeiten», hatte er am Dienstag dem Sender Sky News gesagt.

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Video: srf

Chemiewaffen-Experten erklären, um sicher zu sein, dass das in Grossbritannien nachgewiesene Nowitschok aus Russland stammt, müsse es mit einer Probe von dort verglichen werden. Es ist jedoch unklar, ob Grossbritannien über aus Russland stammende Nowitschok-Proben verfügt. (cma/sda/dpa/reu/afp)

Der Fall Skripal

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sebastian Wendelspiess 06.04.2018 12:33
    Highlight Highlight Gerüchte gehen um, dass es mittlerweile beiden gut geht. Das kann doch kein Novichok sein...
  • Hardy18 06.04.2018 05:52
    Highlight Highlight Was hat sie den nun gesagt? Das sie sich besser fühle und das wars? Für euch alle da draussen, mir geht's heute auch gut. Habe ein bisschen Muskelkater und freue mich aufs Wochenende.
  • wasihrnichtsagt 05.04.2018 23:42
    Highlight Highlight Hi Watson, wie könnt ihr am 5.4.2018 noch immer die britische Behauptung: „..vergiftet mit dem in der Sowjetunion hergestellten Nervengift Nowitschok.“ Als Wahrheit „abdrucken“? Geht das jetzt nicht auch unter Fake News?
    • Mandelbrot 06.04.2018 11:00
      Highlight Highlight Es müsste heissen :"...mit dem möglicherweise in den 1970er Jahren in der ehemaligen Sowjetunion (GOSNIIOKHT - Institut) hergestellten und getesteten Nervengift Nowitschok". Julia Skripal hat sich nach dem Giftanschlag auffallend schnell erholt. Aus russischer Perspektive findet man dazu einige kriminalistisch-forensische Informationen unter deutsch.rt.com ( "Mordsache Skripal"), wobei der Autor, der ehemaligen DDR-Kriminologe Jürgen Cain Külbel in westlichen Ländern nicht unumstritten ist.

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