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Vermisster Kremlgegner Nawalny meldet sich: «Mir geht es gut»

dpatopbilder - Der russische Oppositionsf
Kremlgegner Alexej Nawalny.Bild: sda

Vermisster Kremlgegner Nawalny meldet sich: «Mir geht es gut»

26.12.2023, 11:1926.12.2023, 15:20

Der wochenlang vermisste Kremlgegner Alexej Nawalny hat sich nach seiner Ankunft in dem berüchtigten Straflager «Polarwolf» im hohen Norden Russlands erstmals gemeldet. «20 Tage auf Etappe waren ziemlich anstrengend, aber meine Stimmung ist trotzdem ausgezeichnet», teilte der 47-Jährige in einem am Dienstag in sozialen Netzwerken veröffentlichten Brief mit.

«Auf Etappe» bezeichnet in Russland die Verbringung von Gefangenen in ein Straflager. Nawalnys Team hatte am Montag darüber informiert, dass der Gegner von Kremlchef Wladimir Putin nach langer Suche von einem Anwalt in dem Lager IK-3 in Charp am Polarkreis gefunden worden sei.

«Ich habe nicht damit gerechnet, dass mich hier jemand vor Mitte Januar findet», teilte Nawalny mit. Er bedankte sich bei seinem Team aus Juristen und Unterstützern, die ihn seit Wochen in verschiedenen Untersuchungsgefängnissen und Straflagern gesucht hatten. «Mir geht es gut», schrieb er. «Ich bin heilfroh, dass ich endlich angekommen bin.»

In this photo released by Human rights ombudsman of Yamalo-Nenets Autonomous District on Friday, Dec. 15, 2023, a group of officers walk inside a prison colony in the town of Kharp, in the Yamalo-Nene ...
Das Straflager «Polarwolf» im hohen Norden Russlands.Bild: keystone

Die russischen Behörden hatten keine Angaben zu Nawalnys Verbleib gemacht, nachdem er das vorherige Straflager im Gebiet Wladimir rund 260 Kilometer von Moskau entfernt Anfang Dezember verlassen hatte. Das für seine brutalen Haftbedingungen berüchtigte Straflager «Polarwolf» liegt mehr als 2000 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Die schwer zugängliche Region ist für ihren Permafrostboden bekannt.

«Ich bin Euer neues Väterchen Frost», schrieb Nawalny demnach launig mit Blick auf die am Wochenende beginnenden Neujahrsferien in Russland. Väterchen Frost, der russische Weihnachtsmann, übergibt am 31. Dezember die Geschenke. Er selbst habe sich in den 20 Tagen seiner Reise durch Russland in die kalte Dunkelheit der arktischen Region auch einen Bart wachsen lassen, berichtete Nawalny. «Statt Ho-Ho-Ho sage ich aber Och-Och-Och», meinte der Politiker, der auch nach fast drei Jahren Haft immer wieder Humor zeigt. (sda/dpa)

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