International
Russland

«1'000 Drohnen täglich»: Selenskyj droht Russland

«1'000 Drohnen täglich»: Selenskyj droht Russland

28.08.2026, 22:4428.08.2026, 22:44
epa13190587 Ukrainian President Volodymyr Zelensky speaks during a joint press conference with President of Estonia Alar Karis (not pictured) at the Mariinsky Palace in Kyiv, Ukraine, 25 August 2026,  ...
Präsident Selenskyj an einer Konferenz Anfang Woche.Bild: keystone

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau mit einer Intensivierung der Drohnenschläge im russischen Hinterland gedroht. «Die Aufgabe lautet: täglich 1'000 Drohnen für Langstreckenangriffe gegen Russland. Derzeit führen wir durchschnittlich über 300 solcher Langstreckenangriffe aus – das muss mehr werden», sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine müsse den Einsatz von Waffen zur Abwehr russischer Angriffe maximieren, betonte er.

Mit den Angriffen etwa auf Ölraffinerien, Logistikzentren und militärische Ziele hat Kiew die Kosten für Moskaus Krieg in die Höhe getrieben. Kremlchef Wladimir Putin hatte wirtschaftliche Schäden zwar eingeräumt, sie aber als nicht kritisch heruntergespielt. Putin wiederum drohte der Ukraine mit Attacken, die weitaus mehr Zerstörungen anrichteten als umgekehrt.

Dagegen sagte Selenskyj, dass Kiew auf Moskaus «Terroreskalation» antworten werde. Zugleich müsse die Ukraine die Produktion von Abfangraketen speziell gegen Russlands Drohnen deutlich beschleunigen, sagte er. Der ukrainische Staatschef hatte immer wieder erklärt, dass es praktisch Ziel Kiews sei, Moskau verhandlungsreif zu schiessen.

Ukraine will russische Häfen blockieren

«Sie haben bereits weniger Benzin, weniger Exporte und weniger Logistikkapazitäten», sagte Selenskyj zu den Ergebnissen der seit Wochen andauernden Attacken in Russland. Das alles helfe, Russlands Kriegspotenzial zu verringern. «Es wird noch mehr solcher Verluste für sie geben, wenn Russland nicht bereit ist, vernünftig über ein Ende dieses Krieges zu verhandeln.»

Schon jetzt habe die Ukraine Russlands auch für die Schwarzmeerflotte wichtigen Hafen in Noworossijsk lahmgelegt. «Wir werden mit Sicherheit Wege finden, auch ihre anderen Häfen zu blockieren», sagte Selenskyj. Dagegen greift Russland die für die Ukraine lebenswichtigen Schwarzmeerhäfen in der Region Odessa an, wo ebenfalls kaum noch Schiffsverkehr möglich ist. Kiews Angebot einer Waffenruhe im Seekrieg hatte Moskau zuletzt abgelehnt.

Selenskyj dankt USA für CIA-Besuch in Moskau

Selenskyj sagte auch, dass ihn die US-Seite über die Gespräche von CIA-Chef John Ratcliffe diese Woche in Moskau informiert habe. Die Ukraine habe mit der US-Seite bereits vor dem Besuch gesprochen. Nun dankte Selenskyj «für den notwendigen Ton der Gespräche mit Russland». Details nannte er nicht.

Das «Wall Street Journal» und das Magazin «Politico» berichteten unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, dass der CIA-Chef bei seinem Besuch am Dienstag in Moskau vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt haben soll. US-Präsident Donald Trump lehnte es ab, Medienberichte über den Zweck der Reise von Ratcliffe zu kommentieren. «Sie werden nicht angreifen», sagte er lediglich über die Russen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
SkoOct
28.08.2026 22:49registriert Mai 2025
Putin wollte einen Krieg, bei dem die Zerstörung vor allem in der Ukraine stattfindet... Jetzt bekommt Russland zunehmend einen schönen Vorgeschmack auf die Konsequenzen der eigenen Aggression! Vielleicht sollte man im Kreml langsam verstehen, dass auch eine (angebliche) Grossmacht nicht unverwundbar ist 🤷‍♂️
213
Melden
Zum Kommentar
6
ICE vergibt Millionen-Auftrag für umstrittene Elektroschock-Handschuhe
Trotz wachsender Kritik schreitet die US-Einwanderungsbehörde ICE mit der Beschaffung von Elektroschock-Handschuhen voran. Die Behörde vergab den Auftrag im Umfang von rund 16,7 Millionen US-Dollar (14,3 Millionen Euro) an eine Firma aus dem Bundesstaat Kentucky, wie aus veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Insgesamt sollen 6'000 der laut Behörde «deeskalierenden Geräte» angeschafft werden, die Kritiker für ein gefährliches Einsatzinstrument halten.
Zur Story