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ICE vergibt Millionen-Auftrag für umstrittene Elektroschock-Handschuhe

Nelson County, Ky., jailer Justin Hall shows an electric shock glove that is used at his facility, Thursday, Aug. 13, 2026, in Bardstown, Ky. (AP Photo/Dylan Lovan)
Immigration ICE Shock Gloves
Die Einwanderungsbehörde ICE will 6000 Elektroschock-Handschuhe beschaffen.Bild: keystone

ICE vergibt Millionen-Auftrag für umstrittene Elektroschock-Handschuhe

28.08.2026, 06:5928.08.2026, 06:59

Trotz wachsender Kritik schreitet die US-Einwanderungsbehörde ICE mit der Beschaffung von Elektroschock-Handschuhen voran. Die Behörde vergab den Auftrag im Umfang von rund 16,7 Millionen US-Dollar (14,3 Millionen Euro) an eine Firma aus dem Bundesstaat Kentucky, wie aus veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Insgesamt sollen 6'000 der laut Behörde «deeskalierenden Geräte» angeschafft werden, die Kritiker für ein gefährliches Einsatzinstrument halten.

ICE rechtfertigt die Anschaffung damit, dass dank der neuen Ausrüstung seltener als bisher stärkere oder sogar tödliche Einsatzmittel genutzt werden müssten. Richtiges Training vorausgesetzt, könnten die Handschuhe zur Sicherheit der Beamten und der Öffentlichkeit beitragen, heisst es in der Bekanntmachung.

Die Handschuhe mit dem Akronym G.L.O.V.E. («Generated Low Output Voltage Emitter») werden über einen Tastendruck aktiviert und können bei direktem Hautkontakt Elektroschocks abgeben. Umstritten sind sie auch deshalb, weil sie nach Herstellerangaben Effekte verstärken könne, «die zum plötzlichen Tod führen können».

Immer wieder Tote bei Abschieberazzien

An der geplanten Anschaffung gab es bereits vor Auftragsvergabe heftige Kritik. In einem Brief an den amtierenden ICE-Chef David Venturella warnten mehrere demokratische Politiker, die unverhältnismässige Gewalt bei Einsätzen von ICE-Beamten in Los Angeles, Minneapolis, Houston und anderen Orten nähre erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Behörde, verantwortungsvoll mit einem Instrument umzugehen, das Amerikanern Schaden zufügen könnte.

Die ICE-Einsätze sind Teil der strikten Abschiebepolitik von Präsident Donald Trump. Bereits Anfang des Jahres war die Behörde stark in die Kritik geraten, nachdem Bundesbeamte die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti auf offener Strasse erschossen hatten. In den vergangenen Monaten kamen tödliche Einsätze etwa in Houston und im Bundesstaat Maine hinzu. (sda/dpa)

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