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Russland: Deutscher Journalist international zur Fahndung ausgeschrieben

Russland schreibt deutschen Journalisten international zur Fahndung aus

26.08.2026, 14:4226.08.2026, 14:42

Moskau hat nach russischen Agenturberichten einen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) international zur Fahndung ausgeschrieben.

Ein Gericht in Moskau erliess gegen den Korrespondenten einen Haftbefehl, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Ihm werde «Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit» vorgeworfen. Zuvor war der Reporter bereits in Russland auf die Fahndungsliste des Innenministeriums gesetzt worden.

Bei Interpol, dem internationalen Zusammenschluss von Polizeibehörden, war zunächst kein Eintrag zu dem Balkan-Korrespondenten der «FAZ» zu finden. Ein Eintrag kann zumindest zu längeren Kontrollen bei Grenzübertritten führen. Unklar ist, ob das bislang als russlandfreundlich geltende Serbien – eine Arbeitsregion des Journalisten – das Moskauer Fahndungsgesuch beachten würde.

Frage an Selenskyj als Auslöser

Anlass für die Massnahme der russischen Behörden ist eine Frage, die der «FAZ»-Journalist dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor gut zwei Wochen bei dessen Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad gestellt hatte. Er hatte nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass Selenskyj gefragt, was europäische Länder tun könnten, um «dazu beizutragen, dass mehr Russen getötet werden». Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete dies als Aufruf zur Tötung von Russen. Das sei «unzulässig» und «kriminell».

Die «FAZ» erklärte daraufhin, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen. «Wir haben dies klargestellt und die Formulierung bedauert», hiess es in der Erklärung. Nach russischem Recht drohen dem «FAZ»-Journalisten bis zu sechs Jahre Haft.

Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die benachbarte Ukraine. Kiew wird in seinem Abwehrkampf von europäischen Staaten unterstützt. (sda/dpa)

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