International
Russland

Ukraine: Niedrige Geburtenrate und Krieg –stark schrumpfende Bevölkerung

People react during a nationwide minute of silence in memory of fallen soldiers, who defended their homeland in war with Russia, on Defenders Day at the improvised war memorial in Independence square  ...
Die ukrainische Bevölkerung ist bereits vor dem russischen Einmarsch wegen niedriger Geburtenraten und Migration geschrumpft.Bild: keystone

Ukraine: Niedrige Geburtenrate und Krieg –schrumpfende Bevölkerung

02.10.2024, 15:0902.10.2024, 15:09

Die ukrainische Bevölkerung ist bereits vor dem russischen Einmarsch wegen niedriger Geburtenraten und Migration geschrumpft. Der Krieg hat die Lage weiter verschärft. Besserung ist nicht in Sicht.

Die Regierung der Ukraine geht auch für die Zeit nach dem Krieg von einer stark schrumpfenden Bevölkerung aus. Schätzungen des Demografie-Instituts der Akademie der Wissenschaften rechnen mit einem Rückgang auf knapp 29 Millionen bis 2041, wie einem Strategiepapier der Regierung zu entnehmen ist.

Bis 2051 könnte die Bevölkerung demnach auf nur noch etwa 25 Millionen schrumpfen. Aktuell sollen noch knapp 36 Millionen Menschen auf dem ukrainischen Staatsgebiet leben, davon etwa 31 Millionen im von der Regierung kontrollierten Teil. Bei der Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991 hatte die Ukraine noch eine Bevölkerungszahl von 52 Millionen.

Der Krieg hat dabei bestehende Probleme verschärft. Die durchschnittliche Zahl der Geburten pro Frau lag dem Demografie-Institut nach bei etwa 0,9. Vor dem russischen Einmarsch lag diese zwar noch bei 1,16, jedoch ist für einen Erhalt der Bevölkerungszahl eine Kinderzahl von mehr als zwei pro Frau erforderlich.

Der Anteil von älteren Menschen über 60 Jahren lag kurz vor Kriegsausbruch bereits bei etwa einem Viertel der Bevölkerung. Durch den Krieg wird auch von einem weiteren Rückgang der ohnehin recht niedrigen durchschnittlichen Lebenserwartung von 71 Jahren ausgegangen. Bei von Kriegsverlusten besonders betroffenen Männern fiel sie von knapp 66 Jahren auf 57.

Die Ukraine wehrt seit Februar 2022 eine russische Invasion ab. Einschliesslich der bereits 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim steht gut ein Fünftel des Staatsgebiets unter russischer Kontrolle. UN-Schätzungen nach sind über sechs Millionen Menschen aus dem Kriegsland geflüchtet. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Zuerst stirbt der Diesel, dann der Benziner: Warum das E-Auto nun gewinnt
Europa erlebt einen nie gesehenen Höhenflug des E-Autos. In der Schweiz sind Stromer gar erstmals die beliebteste Antriebsart. Dafür gibt es mehrere Gründe.
In Brüssel zanken Politiker weiter über die Aufweichung des Verbrenner-Aus, aber die Kunden laufen der veralteten Technologie in Scharen davon. War 2018 in Europa erst einer von 100 neu zugelassenen Personenwagen ein Elektroauto, ist nun fast jede dritte Pkw-Neuzulassung ein Stromer.
Zur Story