International
Russland

Wie der Krieg in der Ukraine den Wagner-Chef vergoldet

Wagner-Boss Jewgeni Prigoschin/Yevgeni Prigozhin berichtet von der Front.
Jewgeni Prigoschin verdient am Krieg kräftig mit.Bild: telegram/orkestra_wagner

Wie der Krieg in der Ukraine den Wagner-Chef vergoldet

25.04.2023, 18:0925.04.2023, 18:09

Der Chef der russischen Privatarmee Wagner, Jewgeni Prigoschin, schoss während der letzten Monate immer wieder öffentlich gegen die russische Regierung. Währenddessen hat er kräftig an Verträgen verdient, die er mit dem Verteidigungsministerium abgeschlossen hatte.

Wie der Krieg in der Ukraine Prigoschin zu einem (noch) vermögenderen Mann gemacht hat, das zeigt eine Recherche des unabhängigen Medienportals Mozhem Obyasnit. Die Journalisten hatten die Finanzunterlagen verschiedener Firmen Prigoschins verglichen und festgestellt: Allein im Jahr 2022 hat Prigoschin vom Verteidigungsministerium eine Rekordsumme von 4.7 Milliarden Rubel (etwa 51 Millionen Franken) eingestrichen. Das sei deutlich mehr als in den Vorjahren.

Mit dieser Grafik zeigt Mozhem Obyasnit, wie stark die Einnahmen von Prigoschins Firmen 2022 im Vergleich zum Vorjahr explodiert sind.
Mit dieser Grafik zeigt Mozhem Obyasnit, wie stark die Einnahmen von Prigoschins Firmen 2022 im Vergleich zum Vorjahr explodiert sind. Bild: https://tgstat.ru/channel/@mozhemobyasnit

Allein mit der Verpflegung von Soldaten habe eines seiner Unternehmen mehrere Hundert Millionen Rubel eingenommen – obwohl im Essen Kakerlaken und Dreck nachgewiesen werden konnten bei Kontrollen. Doch selbst das habe den Geschäften von «Putins Koch» keinen Abbruch getan, so die Journalisten. Ein entsprechender Vertrag laufe noch bis zum 1. April 2025.

Neben diesen kulinarischen Aufträgen verdiente Prigoschins Firmen auch mächtig mit dem Bau von Kasernen.

Und damit nicht genug: Unabhängig von diesen Aufträgen, die direkt mit dem Krieg in der Ukraine in Zusammenhang stehen, sollen Prigoschins Firmen auch weitere hoch dotierte Aufträge des Kremls bekommen haben.

Prigoschin äusserte sich zu dem Bericht zunächst nicht.

(yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Venezuela: Demos für Rückkehr von Nobelpreisträgerin Machado
Bei Kundgebungen in Venezuela haben Anhänger der Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado deren sichere Rückkehr sowie freie Wahlen in dem südamerikanischen Land gefordert. Mit venezolanischen Fahnen zogen die Demonstrierenden in Motorradkonvois durch die Strassen mehrerer Städte, wie Videos zeigten.
Zur Story