International
Russland

Russland stoppt Export von Diesel wegen Treibstoffkrise

epa13079690 A diesel pump at a petrol station in London, Britain, 02 July 2026. According to RAC Fuel Watch, the average price of diesel in the UK fell by almost 17 pence (21 US cents) a litre in June ...
Vor russischen Tankstellen stehen Autofahrer teils in kilometerlangen Schlangen, um Sprit zu ergattern.Bild: keystone

Russland stoppt Export von Diesel wegen Krise – Putin sieht kein grösseres Problem

Während Kremlchef Wladimir Putin die Treibstoffkrise in Russland als vorübergehend einstuft, hat die Regierung in Moskau den Export von Diesel gestoppt und mit der Einfuhr von Kraftstoffen begonnen.
09.07.2026, 04:3609.07.2026, 04:36

«Heute haben wir den Export von Diesel verboten, was uns erlaubt, die Lieferungen auf den Binnenmarkt zu erhöhen», sagte Russlands Vizeregierungschef Alexander Nowak auf einer von Putin einberufenen Sitzung zur Lage im Energiesektor.

Vor russischen Tankstellen stehen Autofahrer teils in kilometerlangen Schlangen, um Sprit zu ergattern. Nowak sprach von einer angespannten Marktlage. Hintergrund ist, dass die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion zuletzt zahlreiche Ölverarbeitungsanlagen mit Drohnenangriffen ausser Betrieb gesetzt hat.

Der für den Energiesektor zuständige Vizeregierungschef berichtete über Stützungsmassnahmen des Kabinetts. So werde Russland in diesem Monat auch mit dem Import von Treibstoffen beginnen, um die Lage zu entspannen. Die Eigenproduktion soll dadurch stabilisiert werden, dass Raffinerien planmässige Reparaturen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Nach Darstellung Nowaks verschärft sich die Krise durch die beginnende Erntezeit und eine höhere Nachfrage der Autofahrer nach Benzin.

Bereits im April hatte Moskau ein Verbot für die Ausfuhr von Benzin verhängt. Trotzdem gibt es an vielen Tankstellen kein Benzin mehr, andere geben Sprit nur noch in begrenzten Mengen ab.

Putin sieht kein grösseres Problem

Putin selbst bemühte sich einmal mehr, die durch den von ihm befohlenen Krieg gegen die Ukraine entstandenen wirtschaftlichen Probleme kleinzureden. Kiew versuche mit Schlägen gegen die Energieinfrastruktur der russischen Wirtschaft zu schaden und Nervosität im Land zu erzeugen. «Wir alle hier verstehen, dass diese Aufgabe unerfüllbar ist», sagte der Kremlchef. Russlands Energiesektor habe einen der grössten Sicherheitspuffer weltweit. Es sei nur nötig, die Arbeit mit den Ölkonzernen so zu organisieren, dass sie überflüssigen Treibstoff nicht als Reserve für die eigene Tankstellenkette vorhielten, sondern mit unabhängigen Anbietern teilten, ordnete Putin an. Die derzeitigen Engpässe hätten vorübergehenden Charakter.

Mit ihren Schlägen gegen russische Raffinerien hat die Ukraine einen beträchtlichen Teil der Verarbeitungskapazitäten getroffen. Die ursprünglich auf der von Russland 2014 annektierten Krim begonnene Treibstoffkrise hat inzwischen fast alle Regionen des Landes ergriffen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine
1 / 18
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine

Die Ukraine wehrt sich erfolgreich gegen den Aggressor Russland, dabei spielen Drohnen eine zentrale Rolle. In dieser Bildstrecke geht es um Meilensteine und historische Wendepunkte...

quelle: keystone / alex babenko
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Verfolgungsjagd nach Einbruch in Waffengeschäft
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
16 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Doppellottotreffer
09.07.2026 05:38registriert September 2021
Ich sehe ebenfalls kein Problem für die zivilisierte Welt, dass Putin russland in den Abgrund reitet.
770
Melden
Zum Kommentar
avatar
Frizbee
09.07.2026 06:54registriert März 2022
Man stelle sich mal vor die Russen würde auch nur ein nützliches, brauchbares, beliebtes, cooles oder gar lebenswichtiges Produkt herstellen, dass jetzt bei uns im Handel fehlen würde. Das wäre ein Problem.
430
Melden
Zum Kommentar
avatar
Wilmar
09.07.2026 07:29registriert April 2024
Die Frage ist nicht sieht vladi grössere Probleme, sondern sieht sein Volk grössere Probleme.
290
Melden
Zum Kommentar
16
Kuwait entzieht Eingebürgerten das Wahlrecht
Kuwaits Emir will sein Land einem politischen Reformprozess unterziehen. Wohin es geht, ist bislang offen. Die jüngste Massnahme lässt jedoch nichts Gutes erahnen.
Eingebürgerte Bewohner Kuwaits dürfen künftig nicht mehr wählen. Emir Meschal al-Ahmed al-Dschaber al-Sabah unterzeichnete laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna am Sonntag ein Dekret, das eingebürgerten Kuwaitern das Wahlrecht entzieht. Zudem können sie wie schon bisher weder bei Wahlen antreten noch mit Parlamentsposten betraut werden. Bislang konnten eingebürgerte Kuwaiter 30 Jahre nach Erwerb der Staatsbürgerschaft ihre Stimme bei Wahlen abgeben.
Zur Story