Digital
Leben

Ekeltrend «braune Herausforderung» in Spaniens Freibäder sorgt für Ärger

Obwohl die Bussen bis zu 20'000 Euro betragen können, plus hoher Schadensersatzforderungen und jahrelanger Hausverbote, berichten spanische Medien fast täglich über neue Fälle (Symbolbild).
Obwohl die Bussen bis zu 20'000 Euro betragen können, plus hoher Schadensersatzforderungen und jahrelanger Hausverbote, berichten spanische Medien fast täglich über neue Fälle (Symbolbild).

Ekel-Trend «braune Herausforderung» in Spaniens Freibädern sorgt für Ärger und Schäden

In Spanien sorgt ein durch die Social-Media-Plattformen verstärkter Trend für Ekel, Ärger und erhebliche Schäden in Freibädern.
26.08.2026, 07:3226.08.2026, 12:51

Beim sogenannten «reto marrón», der «braunen Herausforderung», verrichten vor allem Kinder und Jugendliche absichtlich ihr grosses Geschäft in Schwimmbecken.

Danach werden Videos des anschliessenden Tumults, der anrückenden Polizei und der Räumung des Freibads auf Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram veröffentlicht – in der Hoffnung auf viele Klicks und Likes.

Obwohl die Bussgelder bis zu 20'000 Euro betragen können plus hoher Schadensersatzforderungen und jahrelanger Hausverbote, berichten spanische Medien fast täglich über neue Fälle. Eine zentrale Erfassung der Vorfälle in den meist kommunalen Bädern gibt es nicht, aber im vergangenen Jahr sollen es rund 300 gewesen sein, in diesem Jahr bisher schon «Hunderte», wie der Sender Cadena Ser berichtete.

Die Täter auf «frischer Tat» zu erwischen, ist jedoch schwierig. Manche brächten die Fäkalien sogar in Plastiktüten mit, die sie in der Badehose versteckten und dann im Wasser entleerten, berichtete etwa die Zeitung «La Razón».

Bussgelder und Schadenersatz drohen

In der nordspanischen Stadt Burgos gibt es jetzt jedoch ein Bussgeldverfahren gegen die Eltern von vier Kindern im Alter von 11 bis 13 Jahren, wie die Stadtverwaltung dpa bestätigte. Sie wurden von einem Erwachsenen dabei beobachtet, wie sie ihre braune Hinterlassenschaft im Schwimmbad El Plantío freisetzten. Der Mann alarmierte sofort die Polizei, die die Personalien der Kinder aufnahm.

Den Eltern drohen nun Bussgelder von je 3000 Euro und Schadensersatzforderungen der Kommune für die Reinigung und Desinfizierung des Freibads. Das kann im schlimmsten Fall, wenn das Wasser ausgetauscht werden muss, mehrere Tausend Euro kosten. Und die Übeltäter selbst müssen sich auf ein mehrjähriges Hausverbot gefasst machen.

Die Bürgermeisterin von Burgos, Cristina Ayala, betonte, das Verfahren werden «bis zur letzten Konsequenz» durchgezogen. Es sei in diesem Jahr bereits der sechste Fall dieser Art in Freibädern der Stadt gewesen.

Andrés López, als Psychiater Koordinator für psychische Gesundheit im Gesundheitsbezirk von Osuna, erklärte in einem Interview bei Cadena Ser, hinter dieser Art von Verhalten könne ein emotionales Problem bei einer besonders schutzbedürftigen Gruppe wie Jugendlichen und jungen Erwachsenen stecken. Diese würden Social-Media-Plattformen benutzen, um Anerkennung zu finden oder Gefühle der Einsamkeit zu bekämpfen. López betonte, dass TikTok und Co. bestimmte suchterzeugende Mechanismen haben, die einen Mitläufereffekt begünstigten, um diese Art unsozialen Verhaltens nachzuahmen.

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Amerikanische Milliardäre und der Techno-Faschismus
1 / 13
Amerikanische Milliardäre und der Techno-Faschismus

Einige der reichsten und mächtigsten Männer aus dem Silicon Valley treiben demokratiefeindliche Machenschaften voran. Der US-Journalist Gil Durán (Bild) prangert in seinem Buch «The Nerd Reich» und einem gleichnamigen Podcast bekannte Akteure an ...

quelle: screenshot: youtube
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Interlaken hat die Nase voll von Airbnbs und Zweitwohnungen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
113 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Pantoffelheld
26.08.2026 07:50registriert September 2025
Oder es handelt sich einfach um Jugendliche, die zu wenig Erziehung von ihren Eltrn genossen, dafür von den asozialen Medien "erzogen" wurden und das Gefühl haben, Likes und Klicks seien ein Zeichen, dass sie bewundert werden.
21715
Melden
Zum Kommentar
avatar
HansZbinden
26.08.2026 07:46registriert April 2015
Einigermassen krank...
1752
Melden
Zum Kommentar
avatar
Rannen
26.08.2026 08:08registriert Januar 2018
Wow wie krank und dekadent ist das denn. Die Menschen werden immer verrückter
1432
Melden
Zum Kommentar
113
«Mich nerven seine vielen Hobbys langsam, aber sicher»
Liebe alle

Ich lese hier immer gerne mit und manchmal bin ich etwas erstaunt darüber, wie «hart» manche Tipps sind und man vielen Fragestellern gar keine Chance gibt, es wird einem direkt das Gefühl gegeben, dass die Frage, die gestellt wird, mega doof ist oder man selbst halt für die Situation verantwortlich ist, weil man ja mit Person XY zusammen ist etc. Dennoch möchte ich mein Glück versuchen und vielleicht ist ja unter all den Besserwisserantworten auch das ein oder andere dabei, das mir helfen kann, dann hat es sich ja schon gelohnt ;)

Meine Situation ist folgendermassen: Mein Partner und ich sind seit sieben Jahren zusammen. Wir sind nun beide Ende 30. Am Anfang haben wir sehr viel gemeinsam unternommen und mit jedem Jahr war es irgendwie schleichend so, dass er eine Unternehmung weniger mit mir und eine Unternehmung mehr mit jemand anderem fix in die Woche eingeplant hat. Also beispielsweise: kein Kochen mehr am Dienstag zusammen, dafür geht er jetzt am Dienstag mit Bruno ins Boxtraining. Kein Kinosamstag mehr, dafür geht er jetzt in ein Retro-Game-Lokal am Samstagabend.
Zur Story