International
Migration

72'000 Migranten kamen nach Ceuta

Neue Zahlen aus Madrid – so viele Migranten kamen wirklich nach Ceuta

04.08.2026, 15:2204.08.2026, 18:48

Insgesamt rund 72'000 Migranten sind nach neuen Regierungsangaben aus Madrid vergangene Woche irregulär in die Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt.

Migrants who crossed from Morocco into Spain line up for food distribution on a beach in the Spanish enclave of Ceuta, Monday, Aug. 3, 2026. (AP Photo/Bernat Armangue)
Migration Spain Ceuta
Ende letzte Woche erreichten mehr als 70'000 Menschen aus Nordafrika Ceuta.Bild: keystone

Rund 70'000 von ihnen seien inzwischen nach Marokko zurückgekehrt, sagte der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska vor Journalisten. Nach der Bergung von drei weiteren Leichen sei die Zahl der Todesopfer auf 75 gestiegen. Bisher lag diese bei 72.

Mit den neuen Zahlen korrigierte die spanische Regierung ihre bisherigen Angaben zur Zahl der Menschen, die bei dem beispiellosen Ansturm vor allem am Donnerstag nach Ceuta gelangt waren, deutlich nach oben. Bislang war sie von rund 50'000 Ankömmlingen ausgegangen. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas hatte die Zahl zuletzt auf bis zu 80'000 geschätzt.

Regierung weist Kritik und Vorwürfe zurück

Grande-Marlaska sprach nach der Videokonferenz der EU-Innenminister von einer «absolut konstruktiven» Sitzung. Die Mitgliedstaaten der Union hätten die «umgehende und wirksame Reaktion» der spanischen Behörden auf die Migrationskrise anerkannt. Zudem sei deutlich geworden, dass Ceuta als Aussengrenze der Europäischen Union besonderen Schutz benötige und deren Sicherung eine gemeinsame europäische Aufgabe sei.

Der Innenminister der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hob erneut die Zusammenarbeit mit Marokko hervor. Beide Länder hätten bereits vor dem 30. Juli und auch danach eng zusammengearbeitet, um eine humanitäre Tragödie zu verhindern sowie die spanische und europäische Aussengrenze zu schützen. Diese Kooperation habe die rasche Rückkehr der meisten Menschen ermöglicht, die irregulär nach Spanien eingereist seien.

Aufnahmesystem für Minderjährige überlastet

Der Migrantenandrang hatte Ende vergangener Woche europaweit eine Debatte über den Schutz der EU-Aussengrenzen ausgelöst. Madrid war von den Regierungen einiger EU-Länder kritisiert und von der Opposition im Land scharf attackiert worden. Unter anderem hiess es, die Regierung habe Warnungen des Geheimdienstes über einen bevorstehenden Ansturm ignoriert. Nach anderen Ministern wies auch Grande-Marlaska diesen Vorwurf zurück.

Besonders angespannt bleibt die Situation bei den in die Exklave gekommenen unbegleiteten Minderjährigen. Ceuta betreut seit dem Ansturm nach Angaben der Regionalregierung mindestens 862 Kinder und Jugendliche, obwohl regulär nur 29 Plätze zur Verfügung stehen. Deshalb werden zusätzliche Unterkünfte in umfunktionierten Gebäuden eingerichtet. In Spanien würden die Grundrechte von Minderjährigen respektiert, sagte Grande-Marlaska. «Das gehört zu unseren wichtigsten Verpflichtungen und Prioritäten.» (dab/sda/dpa)

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Outlook
04.08.2026 19:03registriert Februar 2022
Das Vermögen der marokkanischen Königsfamilie wird auf 2,1 bis 8,2 Milliarden US-Dollar geschätzt, womit König Mohammed VI. zu den reichsten Monarchen der Welt und den wohlhabendsten Herrschern Afrikas zählt. Auf all den Besitztümern (u.a. tausende Hektar Agrarflächen) und Gewinnen werden keine Steuern bezahlt.

Trotzdem gibt es in Marokko zu wenige gute Schulen und Ausbildungsplätze für die Jugend.
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Kräutertee-Hexe (1)
04.08.2026 18:24registriert März 2026
und wieviele sind WIRKLICH noch dort?
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Saudi-Arabien schaltet nach Angriffen wichtigste Pipeline ab
Saudi-Arabien hat die wichtige Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Strasse von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich abgeschaltet. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium mit. Das saudische Aussenministerium teilte auf der Plattform X mit, bei dem Drohnenangriff, der aus dem Irak gestartet worden sei, seien mehrere Menschen verletzt worden.
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