International
UNO

Knapp 1,9 Millionen Menschen durch Gewaltausbruch im Sudan vertrieben

Knapp 1,9 Millionen Menschen durch Gewaltausbruch im Sudan vertrieben

13.06.2023, 14:4913.06.2023, 14:49
Two women peer out from their house in Kowach village in Canal Pigi county, Jonglei State, South Sudan Friday, May 5, 2023. In 18 months the country is due to hold presidential elections, the culminat ...
Die Lage für die Menschen im Sudan ist prekär.Bild: keystone

Seit dem Ausbruch der Gewalt im Sudan vor knapp zwei Monaten sind mittlerweile fast 1.9 Millionen Menschen auf der Flucht. Das geht aus einem Bericht des UN-Nothilfebüros hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Demnach sind knapp eine halbe Million Vertriebene in die Nachbarländer geflohen. Neben der Hauptstadt Khartum sei insbesondere die seit Jahrzehnten von ethnischen Konflikten zerrüttete Region Darfur im Westen des Landes von schwerer Gewalt betroffen. Nach anhaltenden Kämpfen und Plünderungen habe der Gouverneur Darfur zum «Katastrophengebiet» ausgerufen.

Im Sudan kämpfen seit Mitte April die Rapid Support Forces (RSF) des früheren Vize-Machthabers Mohammed Hamdan Daglo, eine aus Milizen hervorgegangene Quasi-Armee mit Zehntausenden Kämpfern, gegen die Streitkräfte unter der Führung von De-facto-Staatschef Abdel Fattah al-Burhan. Die beiden Generäle hatten sich 2019 und 2021 gemeinsam an die Macht geputscht, später aber zerstritten. Ein von der Zivilbevölkerung geforderter Übergang zur Demokratie in dem rund 46 Millionen Einwohner zählenden Land im Nordosten Afrikas blieb aus.

In dem Konflikt sind laut des sudanesischen Gesundheitsministeriums bislang mindestens 866 Menschen getötet worden, mehr als 6000 wurden verletzt. Das UN-Nothilfebüro warnte zudem vor der zunehmenden sexuellen Gewalt in dem Konflikt. Seit Beginn der Kämpfe sei es gezielt zu Gewalt und Entführung von Frauen und Kindern gekommen. Oftmals würden diese Fälle allerdings nicht gemeldet. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
AIPAC, die Heritage Foundation und der Antisemitismus
Zwei wichtige konservative Kampftruppen in den USA befinden sich wegen der Israel-Frage und dem Zionismus in der Krise.
In den Neunzigerjahren unterstützten rund 80 Prozent der Amerikaner Israel. Heute sind es noch 32 Prozent, wie eine Umfrage von NBC News kürzlich ergeben hat. «Schlimmer noch, Israel hat die Unterstützung vieler amerikanischer Juden eingebüsst», stellt der Historiker Eric Alterman in einer Gastkolumne in der «New York Times» fest und verweist auf eine Umfrage der «Washington Post»: 61 Prozent der befragten Juden glauben, dass Israel im Gaza-Streifen Kriegsverbrechen begeht, 40 Prozent bezeichnen es gar als Völkermord.
Zur Story