International
Südkorea

Südkoreas Ex-Präsident zu fünf Jahren Haft verurteilt

Südkoreas Ex-Präsident zu fünf Jahren Haft verurteilt

16.01.2026, 07:4716.01.2026, 07:47

Südkoreas Ex-Präsident Yoon Suk Yeol ist wegen Behinderung der Justiz zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Vor gut einem Jahr hatte der konservative Politiker überraschend das Kriegsrecht verhängt und das Land in eine Staatskrise gestürzt. Das zentrale Bezirksgericht Seoul befand nun, dass der 65-Jährige unter anderem mit Hilfe des präsidialen Sicherheitsdienstes seine Verhaftung verhindert sowie mehrere Beweisdokumente gegen ihn gelöscht hat.

FILE - South Korea's impeached President Yoon Suk Yeol attends a hearing of his impeachment trial at the Constitutional Court in Seoul, South Korea, Feb. 11, 2025. (AP Photo/Lee Jin-man, Pool, Fi ...
Yoon Suk Yeol wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.Bild: keystone

Am 3. Dezember 2024 hatte Yoon im Zuge eines Haushaltsstreits mit der Opposition überraschend das Kriegsrecht ausgerufen. Der konservative Politiker begründete die radikale Massnahme mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung Südkoreas. Zudem warf er der linken Opposition vor, von Kommunisten mit Verbindungen in China und Nordkorea unterwandert zu sein. Für seine Anschuldigungen legte Yoon keine Beweise vor.

In einem separaten Prozess hat die Staatsanwaltschaft jüngst wegen des Verdachts des Aufruhrs die Todesstrafe für Yoon gefordert. Ein Urteilsspruch dazu ist für den 19. Februar angesetzt. Auch wenn in Südkorea weiterhin die Todesstrafe verhängt wird, wurde diese seit fast 30 Jahren nicht mehr vollstreckt.

Internationale Investoren zeigten sich damals besorgt um die Stabilität des ostasiatischen Tigerstaates – und hielten Investitionen zurück. Weltweit litt das Ansehen des Landes, das im Westen zuvor stets als politisches und wirtschaftliches Vorbild in der Region gegolten hatte. Seit dem Sommer wird Südkorea von Präsident Lee Jae Myung regiert, einem links-zentristischen Politiker und langjährigen politischen Rivalen Yoons. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Gegen Abtreibung und für Migranten: Darum begeistert Papst Leo XIV. Frankreich
Über eine Million Gläubige sind den Messen von Leo XIV. bei dessen Besuchen in französischen Städten gefolgt. Strittigen Themen ging der von den Massen bejubelte Papst nicht aus dem Weg.
Leo XIV. handelt oft subtiler und geschickter als seine Vorgänger. Am ersten Tag seines Frankreich-Besuchs holte er ein Versäumnis Franziskus’ nach und besuchte die nach dem Brand halb zerstörte, 2024 wiedereröffnete Notre Dame-Kathedrale. Das zählt in Frankreich. Leos Empfang in Paris war geradezu euphorisch. Als er abends 80'000 Junge zu einem Abendgebet ins Stade de France lud, wurde der 71-jährige Papst wie ein Popstar bejubelt. Immer wieder erklangen «Leo, Leo»-Sprechchöre.
Zur Story