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Syrien: UN-Atombehörde inspiziert tonnenweise Atommaterial aus Assad-Ära

epa13177392 Rafael Grossi, director general of the International Atomic Energy Agency (IAEA), speaks during a joint press conference with Syrian Foreign Minister Al-Shaibani in the former presidential ...
IAEA-Chef und möglicher zukünftiger UN-Generalsekretär Rafael Grossi zu Besuch in Syrien.Bild: keystone

«Tonnen Nuklearmaterial»: Syrien lässt Assads Atom-Programm aufarbeiten

19.08.2026, 09:5919.08.2026, 10:06

Die syrische Regierung lässt das mutmasslich geheime Atomprogramm unter dem früheren Präsidenten Baschar al-Assad durch UN-Atomwächter aufarbeiten. Syrien habe die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien im Juli über grosse Bestände von Nuklearmaterial informiert und eine erste Inspektion ermöglicht, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung von Aussenminister Asaad al-Schaibani und IAEA-Chef Rafael Grossi während Grossis Besuch in Syrien.

«Wir reden von einigen Tonnen an Nuklearmaterial, das missbräuchlich verwendet werden könnte», sagte Grossi. Das US-Nachrichtenportal Axios hatte vergangene Woche berichtet, dass es sich unter anderem um sogenanntes Yellowcake handelt. Dieses schwach radioaktive Uranerz-Konzentrat kann unter anderem zu Reaktorbrennstoff weiterverarbeitet werden. Die IAEA machte dazu keine Angaben.

Das Material werde in syrischer Verwahrung bleiben und dem Überwachungssystem der IAEA unterstellt, erklärt al-Schaibani. IAEA-Mitarbeiter sollen zusammen mit syrischen Experten an einer sicheren Lagerung arbeiten.

epa13160939 (FILE) - Syrian President Bashar al Assad addresses the media at the Elysee Palace, in Paris, France, 13 November 2009 (reissued 11 August 2026). A Syrian court found guilty and sentenced  ...
Der ehemalige Diktator Syriens Baschar al Assad soll für das nukleare Material verantwortlich sein.Bild: keystone

Verdacht: Syrien baute Reaktor nach nordkoreanischem Vorbild

Israel hatte 2007 einen mutmasslichen syrischen Kernreaktor angegriffen und zerstört, um zu verhindern, dass das Land damit Atomwaffen herstellen kann. Die IAEA war 2011 in einem Untersuchungsbericht zum Schluss gekommen, dass es sich um einen geheimen Reaktor gehandelt habe, der Ähnlichkeiten mit einem Reaktor im Atomwaffen-Staat Nordkorea aufweise.

Wegen des Widerstands der Assad-Regierung und wegen des Bürgerkriegs konnte die IAEA den geheimen Aktivitäten jedoch nicht vor Ort auf den Grund gehen. Nach dem Sturz von Assad Ende 2024 ist wieder Bewegung in die Untersuchung gekommen.

Grossi besuchte während seines Syrien-Aufenthalts das Reaktorgelände und einen weiteren Ort, der mit dem Nuklearmaterial in Verbindung steht, wie es in der Mitteilung hiess. Syrien und die IAEA hätten sich auf konkrete Schritte geeinigt, um offene Fragen zu klären, teilten al-Schaibani und Grossi mit. (nil/sda/dpa)

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