International
Terrorismus

Fast 50 Tote bei Anschlägen in Nigeria – 11-jähriges Mädchen sprengt sich in die Luft

Nach einer Bombenexplosion versammeln sich die Menschen wieder auf dem Markt von Yola
Nach einer Bombenexplosion versammeln sich die Menschen wieder auf dem Markt von Yola
Bild: STRINGER/REUTERS

Fast 50 Tote bei Anschlägen in Nigeria – 11-jähriges Mädchen sprengt sich in die Luft

18.11.2015, 21:4919.11.2015, 06:48

Bei Anschlägen mutmasslicher Islamisten sind im Nordosten Nigerias mindestens 47 Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprengsatz tötete am Dienstagabend auf einem Parkplatz der Stadt Yola mindestens 32 Menschen. Am Mittwoch rissen zwei junge Selbstmordattentäterinnen in der Stadt Kano 15 Menschen mit in den Tod.

Unter den Opfern in Yola befänden sich viele Frauen und Kinder, teilten Sprecher der Polizei sowie der Nationalen Behörde für Krisenmanagement (NEMA) am Mittwoch mit. Weitere 80 Menschen seien laut NEMA verletzt in umliegende Spitäler gebracht worden. Es war zunächst unklar, ob es sich um einen abgestellten Sprengsatz oder um ein Selbstmordattentat handelte.

Auch schwerbewaffnete Soldaten können nicht verhindern, dass Boko Haram immer wieder Attentate gelingen.
Auch schwerbewaffnete Soldaten können nicht verhindern, dass Boko Haram immer wieder Attentate gelingen.
Bild: Lekan Oyekanmi/AP/KEYSTONE

Die Tat erinnerte an frühere Anschläge der islamistischen Terrororganisation Boko Haram. Die sunnitischen Fundamentalisten terrorisieren seit Jahren den Nordosten Nigerias und Grenzregionen der Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad. Im März hatte ihr Anführer Abubakar Shekau der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen.

Der Parkplatz, auf dem sich der jüngste Anschlag ereignete, liegt in der Nähe eines grossen Gemüsemarktes im Viertel Jimeta. Zum Zeitpunkt der Explosion hätten sich dort Dutzende Händler aufgehalten, die ihre Waren nach dem Tagesgeschäft zusammenpackten, sagte eine Nachbarin eines Verwundeten der Nachrichtenagentur DPA.

Andere Menschen seien auf dem Weg zum Abendgebet gewesen. Die Explosion sei in der ganzen Stadt zu hören gewesen.

Junge Selbstmordattentäterinnen

Am Mittwoch rissen zwei junge Selbstmordattentäterinnen auf einem belebten Markt in Kano 15 Menschen mit in den Tod. Aus einem Kleinbus seien an einem Markt für Mobiltelefone ein etwa elf Jahre altes Mädchen und eine etwa 18-jährige Frau ausgestiegen, sagte Polizeisprecher Musa Magaji Majia.

«Eine ging in den Markt, die andere blieb draussen, dann explodierten sie», fügte er hinzu. Dabei seien die beiden Attentäterinnen, die beide ein Kopftuch trugen, und umstehende Menschen gestorben.

Die Extremisten der Boko Haram wollen in der Region einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia, errichten. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe wurden seit 2009 mindestens 14'000 Menschen getötet. (jas/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
TGV kollidiert in Frankreich mit Lastzug – mindestens 1 Toter und 16 Verletzte
Ein TGV-Schnellzug mit 246 Reisenden ist in Nordfrankreich mit einem Lastzug zusammengestossen und entgleist. Nach Angaben der Behörden kam der Lokführer ums Leben und 16 Reisende wurden verletzt, zwei davon schwer. Aus noch ungeklärter Ursache prallte der TGV von Dunkerque nach Paris um kurz vor 07.00 Uhr auf einem Bahnübergang in der Ortschaft Bully-les-Mines auf den Auflieger eines Lastzugs, der mit einer mobilen Brücke für die Armee beladen war.
Zur Story