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Warum Sandstrände das schlimmste überhaupt sind

Sandstrand
Der Mann tut nur so. Ich bin sicher, er findet's überhaupt nicht schön.Bild: Shutterstock
Kommentar

Ich hasse Sandstrände

Kaum ein Bild ruft mehr Feriengefühle hervor als ein schöner Sandstrand: feinster weisser Sand, klares türkisfarbenes Wasser, Schatten spendende Palmen. Traumhaft. Geht mir auch so. Eigentlich.
05.08.2026, 16:5905.08.2026, 17:36

Doch damit hört es für mich auch schon auf mit positiven Gefühlen gegenüber Sandstränden. Denn eigentlich gibt es – neben Weihnachtsguetzli – nicht viel Dümmeres als Sandstrände.

Ich hasse Sandstrände. Also nicht Sandstrände per se. Am Strand spazieren, ihn bestaunen – das ist super. Aber so einen Tag da verbringen: absolute Hölle.

Dabei war ich früher fast ein kleiner Sandstrandjäger. Ich besuchte einige der schönsten Strände der Welt: Whitehaven auf den Whitsunday Islands, Lopes Mendes auf Ilha Grande, Pulau Perhentian, Tulum und weitere an der Karibikküste in Zentralamerika. Ich lag an der Copacabana in Rio (selten so enttäuscht gewesen), am Bondi Beach in Sydney oder bräunte mich am Clifton 4 in Kapstadt. Ich entdeckte einsame Strände auf Madagaskar, endlose Exemplare an der Küste von Mosambik oder Sansibar, eine Kombination davon im ivorischen Assinie-Mafia und staunte in Wales oder Litauen über deren Perlen.

Sandstrand Clifton Kapstadt
Die Clifton Beaches von Kapstadt – ein Traum.Bild: Shutterstock

Aber einen ganzen Tag an so einem Strand verbringen – das schaffte ich noch nie. Also: Ich wollte es noch nie schaffen.

Es fängt schon an, wenn du das Badetuch ausbreitest. Ich weiss nicht, wie das Universum das macht, aber ich kann mir noch so Mühe geben und ganz «süüferli» vorgehen: Kaum liegt das Tuch auf dem Sand, hat es auch schon wieder irgendwoher Sand auf dem Stoff.

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Danach wirst du bei jedem Lüftchen mit Sand paniert. Wobei: Es braucht auch keinen Wind dafür. Vielleicht spaziert jemand an dir vorbei und kickt (unabsichtlich) Sand auf dich oder jemand schüttelt sein Badetuch in der Nähe aus und es schneit. Weil du dich ja vorbildlich mit Sonnencreme eingeschmiert hast, kleben die Sandkörner perfekt am Körper. Ich hasse dieses Gefühl.

Sandstrand
Die einzige Möglichkeit, wie der Sand (vielleicht) nicht zwischen deine Buchseiten kommt.Bild: Shutterstock

Die einzige Möglichkeit, den Sand loszuwerden, ist ein Bad im Meer. Aber Achtung: Im Hochsommer ist der Sand so heiss wie flüssige Lava. Die Füsse verbrennst du dir auf den 20 Metern bis zum Wasser – ausser du rennst oder bist ein extrem talentierter «Dä Bode isch Lava»-Spieler.

Und nachher klebt statt Sand halt einfach Salz an deinem Körper. Das kannst du natürlich abduschen – dumm nur, dass danach auf deinem Badetuch die Sandkörner nur so darauf warten, sich an deinen nassen Körper zu heften. Wirklich verloren hast du, wenn du so ein T-Shirt anziehst. Bin ich der Einzige, den es danach immer juckt?

Juckt dich der Sand auch?
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Ich weiss, ein Liegestuhl schafft etwas Abhilfe. Dummerweise hat der Liegestuhl kaum in meiner Sporttasche Platz. Das wissen findige Anbieter an den Mittelmeerstränden natürlich längst. Aber sind wir mal ehrlich: In diesem Meer von überteuerten Mietliegestühlen will niemand wirklich liegen.

Sandstrand
Das will doch niemand. Vermutlich hat's darum auf dem Bild auch keine Leute.Bild: Shutterstock

Was den Sandstrand-Tag zusätzlich erschwert: Kinder. Natürlich lieben sie den Strand. Sandburgen bauen oder Eltern eingraben – herrlich. Da geht aber auch Spielzeug verloren, weil es irgendwie unter den Sand gerät, ein Melonenschnitz fällt in den Sand und muss mühsam abgewaschen werden. Beim Spielen werden Zigi-Stummel ausgegraben, welche irgendein Idiot da lässig auf den Sand warf und mit einer Fussbewegung (vorübergehend) verschwinden liess.

Es wäre doch so viel einfacher, wenn es an den Stränden einfach schöne Wiesen gäbe. Ähnlich weich, nichts klebt, nichts juckt, kein Lieblingsspielzeugauto kann vergraben werden, den Melonenschnitz nimmst du einfach wieder auf, schüttelst bisschen und isst weiter.

Sand und Meer braucht es – ausser für schöne Fotos – nur an einer Stelle: im seichten Ufergebiet, wo er den Untergrund für die Füsse zur Wohlfühloase macht. Dann klebt Sand nicht, juckt nicht, wird nicht heiss, fliegt nicht überall hin. Perfekt.

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111 Kommentare
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faebu11
05.08.2026 17:14registriert Oktober 2021
100% einverstanden.
Nur: der Sand schafft es, die Kinder während Stunden (!) zu unterhalten, ohne dass man als Eltern grossartig was tun muss.

Der Sand hat also doch seine Daseinsberechtigung.
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Yippie
05.08.2026 17:48registriert Februar 2016
Weshalb habt ihr daraus kein Wein doch! gemacht?

Früher war hier mehr Lametta 🤷🏽‍♂️
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BadlyDrawn
05.08.2026 18:03registriert März 2026
Ich bin seit Jahren kaum mehr als ein Spaziergang am Strand. Kein Schatten, danach Sand überall und vom Rumliegen wird mir schnell langweilig. Ich entdecke lieber eine Ortschaft als den Strand dazu. Aber keine Kritik. Wers mag soll das auch genießen.
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