International
TV

Australischer Politiker Joyce schreit in TV-Interview seinen Hund an

epa12606411 One Nation member for New England Barnaby Joyce during a “Sack the Government” and anti-immigration rally at Prince Alfred Park in Sydney, Australia, 21 December 2025. EPA/MICK TSIKAS NO A ...
Während einer Live-Schalte im australischen Sender ABC schrie Joyce vor laufender Kamera plötzlich seinen Hund an.Bild: Keystone

Australischer Politiker schreit in TV-Interview plötzlich seinen Hund an

Australiens bekanntester Politrowdy löst erneut Aufsehen aus. Diesmal ist es ein Hund, der ein TV-Interview mit ihm zum viralen Spektakel macht.
22.07.2026, 03:0122.07.2026, 03:01
Anna-Lena Janzen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Barnaby Joyce hat in den Medien schon öfter durch sein exzentrisches Verhalten Aufsehen ausgelöst. Nun ist der bekannte australische Politiker und frühere Vize-Premierminister erneut mit einer seltsamen Szene in die Schlagzeilen geraten: Während einer Live-Schalte im australischen Sender ABC schrie er vor laufender Kamera plötzlich seinen Hund an. Die Szene ging in den sozialen Medien viral.

Joyce, der seit Kurzem für die Rechtsaussen-Partei One Nation im australischen Parlament sitzt, wurde von ABC-Moderatorin Sarah Ferguson zu den jüngsten Eskapaden seiner Parteichefin Pauline Hanson befragt. Hanson hatte auf einer Europareise unter anderem den britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson getroffen – ein Treffen, das in Australien für Empörung sorgte. Während Ferguson Joyce mit kritischen Fragen zu Hansons Nähe zu Robinson und zu rassistischen Tendenzen in der Partei konfrontierte, schweiften Joyce' Blicke immer wieder ab.

Joyce: «Sorry, es ist der Hund»

Plötzlich drehte der Politiker dann seinen Kopf zur Seite und schrie laut: «Sitz!» – gemeint war sein Hund, der nach Joyces Angaben unter dem Deck seines Hauses in New South Wales bellte. «Sorry, es ist der Hund», erklärte Joyce lachend, wich aber gleichzeitig der eigentlichen Frage aus und lenkte dann das Gespräch auf die steigenden Umfragewerte seiner Partei.

Der Vierbeiner liess offenbar aber nicht locker – und Joyce schweifte kurze Zeit später erneut ab, indem er sich seinem Hund zuwandte. Die Journalistin blieb unbeeindruckt: «Vergessen Sie den Hund, beantworten Sie die Frage.» Joyce konterte gereizt: «Seien Sie nicht unhöflich. Sonst ist das Interview hier zu Ende.»

Die Szene wurde umgehend zum Internet-Hit. Memeseiten, Satireportale und auch Pauline Hanson selbst verbreiteten den Clip. Auf Facebook schrieb Hanson: «Man muss Live-TV von zu Hause einfach lieben. Armer Barnaby, da lenkt ihn der Hund ab, während das Interview ohnehin schon feindselig ist.»

Zugleich kam Kritik auf. Tierschützerin und Parlamentarierin Georgie Purcell monierte in sozialen Netzwerken, Australier würden so nicht mit ihren Hunden sprechen. Andere Kommentatoren vermuteten hingegen, Joyce könne den Moment genutzt haben, um harten Fragen der Journalistin auszuweichen.

Der Politiker entschuldigte sich jedoch nicht – und wies die Kritik zurück. «Die Leute auf dem Land lachen darüber. In der Stadt halten sie es für ein Kriegsverbrechen», sagte er dem «Sydney Morning Herald» zu seinem Auftritt. Der Hund habe ihn am nächsten Morgen geliebt, so Joyce.

Joyce und Hanson: Zwei Politiker, die das Land spalten

Für Joyce, der gern im Cowboy-Look auftritt, ist es nicht das erste Mal, dass er mit Hunden für Schlagzeilen sorgt: 2015 drohte er als Landwirtschaftsminister, die Hunde von Johnny Depp und Amber Heard einschläfern zu lassen. Depp und seiner damaligen Ehefrau wurde damals vorgeworfen, die Hunde bei der Einreise nach Queensland mit einem Privatjet nicht beim Zoll angemeldet zu haben. Die Hollywood-Stars mussten ein Entschuldigungsvideo aufnehmen – ein weiterer viraler Moment in Joyce' Karriere.

Barnaby Joyce und Pauline Hanson sind zwei der schillerndsten und umstrittensten Figuren der australischen Politik. Joyce war einst stellvertretender Premierminister und lange Zeit bei den konservativen Nationals aktiv. Von seiner Stelle als Vizepremier musste er 2018 wegen einer Serie von Affären aus seinem Privatleben zurücktreten. 2025 wechselte er offiziell zu One Nation.

Die Entscheidung begründete der Politiker unter anderem mit inhaltlichen Überschneidungen bei Themen wie Energiepolitik und Migration sowie mit seinem Wunsch, sich klar gegen die grossen Parteien zu positionieren. Pauline Hanson prägt die Partei seit Jahrzehnten mit migrationskritischen und nationalistischen Tönen und ist für viele Australier eine Reizfigur, für andere gilt sie als Stimme des Protests gegen das politische Establishment.

In aktuellen Umfragen liegt die Partei mit rund 30 bis 31 Prozent erstmals vor der regierenden Labor-Partei von Anthony Albanese, die auf etwa 26 bis 28 Prozent abrutscht. Die konservative Koalition aus Liberals und Nationals kommt nur noch auf etwa 17 bis 21 Prozent. Die rechte Partei liegt damit erstmals in der Geschichte Australiens bei der sogenannten «primary vote» (Erststimmen) vor allen anderen Parteien. Im entscheidenden Zwei-Parteien-System, wenn die Präferenzen anderer Parteien verteilt werden, liegt Labor allerdings mit 51 zu 49 Prozent noch knapp vor One Nation.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine
1 / 18
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine

Die Ukraine wehrt sich erfolgreich gegen den Aggressor Russland, dabei spielen Drohnen eine zentrale Rolle. In dieser Bildstrecke geht es um Meilensteine und historische Wendepunkte...

quelle: keystone / alex babenko
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Hier fällt Robbie Williams etwas weisses aus dem Gesicht
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Etliche Touristen erkrankt: Warnung in Frankreich vor Trinken von Wasser aus Gebirge
Die Behörden in Frankreich warnen Wanderer vor dem Trinken von Wasser aus Gebirgsflüssen. Dies nachdem etliche erkrankte Touristen per Hubschrauber in Kliniken gebracht werden mussten.
Zur Story