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Russland

Ukrainischer Armeechef Syrskyj meldet sich in Führungsstreit zu Wort

July 7, 2024, Odesa, Odessa Oblast, Ukraine: Ukrainian Armed Forces Commander Oleksandr Syrskyi, right, and Foreign Minister Dmytro Kuleba, left, during a bilateral meeting with a delegation from the  ...
Oberkommandierende Olexander Syrskyj (r.).Bild: www.imago-images.de

Ukrainischer Armeechef Syrskyj meldet sich in Führungsstreit zu Wort

20.07.2026, 23:4620.07.2026, 23:46

In dem tagelangen Streit über die ukrainische Militärführung hat sich erstmals der Oberkommandierende Olexander Syrskyj geäussert, der möglicherweise vor der Entlassung steht.

Es sei für ihn überraschend gewesen zu erfahren, dass er einen Konflikt mit dem entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gehabt haben solle, schrieb Syrskyj (60) in der offiziellen Militärzeitschrift «Militarnyj».

General: Entschuldigung, falls ich hart war!

Er habe das für unterschiedliche Auffassungen zwischen Ministerium und Militär in Sachfragen gehalten. «So sollte es zwischen zwei Institutionen während eines grossen Krieges auch sein», erklärte der General. Er sei manchmal hart. «Falls ich jemanden in irgendeiner Weise gekränkt habe: Mychajlo Albertowitsch, bitte entschuldigen Sie!»

In der Ukraine gibt es seit Tagen Proteste, weil Präsident Wolodymyr Selenskyj den jungen Verteidigungsminister Fedorow entlassen hat. Dieser gilt als Reformer, der vor allem die erfolgreiche Drohnenkriegsführung vorangetrieben hat. Zugleich fordern die Demonstranten den Rücktritt Syrskyjs, dem vorgehalten wird, zu sehr an taktischem Denken aus Sowjetzeiten festzuhalten.

Präsident trifft noch keine Entscheidung

Selenskyj beriet erneut mit ranghohen Kommandeuren über die Lage und die militärische Strategie. Er verkündete aber keine Entscheidung über eine Abberufung des Armeechefs. Es sei wichtig, dass Armee, Rüstungsproduzenten und Regierung ständig im Kontakt seien, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken.

Ministerium und Armee haben verschiedene Aufgaben

Syrskyj verwahrte sich in dem Artikel gegen den Vorwurf, er sei gegen den Drohnenkrieg. Er habe die Drohnentruppe als eigene Waffengattung eingeführt und deren Kommandeur Robert Browdi, einen Seiteneinsteiger ins Militär, berufen, argumentierte er. Viele der jetzt bei der Bevölkerung beliebten Kommandeure seien unter seiner Führung befördert worden.

Das Verteidigungsministerium sei für die Beschaffung der notwendigen Rüstung zuständig, die Armeeführung für die Strategie der Kriegführung, grenzte er die Aufgaben ab. Er warte auf die notwendigen politischen Entscheidungen für eine verbesserte Mobilisierung neuer Soldaten, «wie das ganze Land darauf wartet». (sda/dpa)

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