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UN-Hochkommissar Volker Türk: Im Sudan bahnt sich neue Katastrophe an

«Wir haben Alarmstufe Rot»: UN-Hochkommissar warnt vor neuer Katastrophe im Sudan

03.07.2026, 11:5503.07.2026, 11:55

UN-Hochkommissar Volker Türk befürchtet eine Welle von Gräueltaten in der umkämpften Stadt El Obeid im Bürgerkriegsland Sudan.

UN High Commissioner for Human Rights Volker Turk (Tuerk), speaks to the media, at the Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (OHCHR) Palais Wilson, in Geneva, Switzerland, We ...
UN-Hochkommissar Volker Türk sieht unmissverständliche Anzeichen für eine neue Menschenrechtskatastrophe.Bild: keystone

Die Anzeichen seien unmissverständlich, sagte der Chef des UN-Menschenrechtsbüros in Genf. «Eine neue Menschenrechtskatastrophe bahnt sich im Sudan an», sagte Türk.

Er sprach vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Das Gremium hielt eine dringliche Debatte zur Lage in El Obeid, der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan, ab. Die Region ist zurzeit das Zentrum der Kämpfe zwischen der Miliz RSF und der Regierungsarmee SAF. In den vergangenen Wochen hat die RSF ihre Truppen um El Obeid zusammengezogen.

Türk erinnert an 6'000 Tote in drei Tagen im Vorjahr

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte erinnerte daran, dass voriges Jahr innerhalb von drei Tagen mindestens 6'000 Menschen getötet wurden, als die RSF die Stadt Al-Faschir einnahm. RSF und verbündete Milizen hätten damals Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt, wie etwa Massentötungen, sexuelle Gewalt und Folter.

«Wir haben Alarmstufe Rot», sagte Türk über die mögliche Einnahme der Stadt El Obeid, in der mehr als eine halbe Million Menschen leben. Staats- und Regierungschefs in aller Welt müssten nun alles daran setzen, um weitere Gräueltaten zu verhindern, forderte er.

Die Debatte im Menschenrechtsrat fand auf Initiative von mehreren europäischen Ländern hin statt. «Die Welt sieht genau hin. Niemand wird sich seiner Verantwortung entziehen können», sagte Antje Leendertse, Deutschlands UN-Botschafterin in Genf. Die Menschen in El Obeid seien keine Zahlen, sondern «Familien, Kinder und Menschen, die diesen Krieg nicht wollen», sagte sie. (hkl/sda/dpa)

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