International
UNO

«IS»-Offensive im Irak: UNO-Gesandter berichtet von mehr als 50 Massengräbern

«IS»-Offensive im Irak: UNO-Gesandter berichtet von mehr als 50 Massengräbern

07.05.2016, 01:3307.05.2016, 01:45
Irakische Regierungstruppen im März in Ramadi.
Irakische Regierungstruppen im März in Ramadi.Bild: Maya Alleruzzo/AP/KEYSTONE

Bei ihrem Rückzug aus mehreren Regionen des Irak hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in den vergangenen Monaten mehr als 50 Massengräber zurückgelassen. Diese Zahl nannte der UNO-Sondergesandte für den Irak, Jan Kubis, am Freitag vor dem Sicherheitsrat.

Jan Kubis, der UNO-Sondergesandte für den Irak.
Jan Kubis, der UNO-Sondergesandte für den Irak.Bild: MOHAMMAD ISMAIL/REUTERS

Kubis sprach von «abscheulichen Verbrechen», die nun in den früheren Herrschaftsgebieten des IS zu Tage träten. Die Massengräber seien im Laufe der vergangenen Monate gefunden worden, als der IS sich wegen der US-gestützten Offensive der irakischen Armee aus mehreren Gebieten des Irak zurückgezogen hatte, sagte Kubis.

In der Stadt Ramadi etwa seien Mitte April auf einem Fussballfeld drei Massengräber mit den sterblichen Überresten von rund 40 Menschen gefunden worden. Kubis warnte vor einer weiteren Verschlechterung der Lage im Irak.

Schuhe von geflohenen IS-Kämpfern: Dieses Bild aus Ramadi entstand ebenfalls nach der Rückeroberung Ramadis am 20. März.
Schuhe von geflohenen IS-Kämpfern: Dieses Bild aus Ramadi entstand ebenfalls nach der Rückeroberung Ramadis am 20. März.
Bild: Maya Alleruzzo/AP/KEYSTONE

Rund ein Drittel der Bevölkerung - das sind etwa zehn Millionen Menschen - sei auf Hilfe angewiesen. Diese Zahl habe sich im Jahresverlauf verdoppelt, sagte der Diplomat vor dem UNO-Sicherheitsrat.

Islamischer Staat (IS)

Die Zahl könnte weiter wachsen: Wegen des verstärkten Vorgehens der irakischen Streitkräfte gegen den IS könnten bis Jahresende weitere zwei Millionen Menschen im Irak zu Flüchtlingen werden, sagte Kubis.

(sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Frankreichs Regierung geht auf Forderungen nach Schulprotesten ein
Nach den wochenlangen Schulprotesten verspricht Frankreichs Regierung mehr Geld, mehr Posten und ein Ende des umstrittenen Hochschulzulassungssystems. Die Plattform Parcoursup solle im Herbst 2028 ersetzt werden. Bis es so weit ist, solle das Zulassungssystem aber bereits transparenter werden und Absagen mit einer Begründung versehen werden, sagte Hochschulminister Philippe Baptiste. Die Regierung geht damit einen deutlichen Schritt auf die seit Wochen protestierenden Gymnasiasten und Studierenden zu.
Zur Story