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A woman cries as she listens to Democratic presidential candidate Hillary Clinton speak at a United Food and Commercial Workers International Union hall, Wednesday, May 25, 2016, in Buena Park, Calif. (AP Photo/John Locher)

Clinton-Fans brechen in Tränen aus. Was wird in den nächsten vier Jahren auf sie zukommen? Bild: John Locher/KEYSTONE

Auch ohne Hillary – 7 Politiker, über deren Wahl sich Trump-Gegner freuen können

Die US-Wahlen hätten ein historischer Erfolg werden können; doch der Traum ist geplatzt und der populistische Republikaner Donald Trump verhinderte die Wahl der ersten weiblichen US-Präsidentin. Trotzdem können die Wahlen auch für Trump-Gegner als Erfolg verbucht werden.



Um 5 Uhr morgens sind wir aufgestanden, um bei diesem historischen Moment der Zeitgeschichte irgendwie dabei zu sein. Aber was uns der Bildschirm unserer Smartphones an jenem Mittwoch Morgen zu erzählen hatte, war nicht das, was wir uns erhofft hatten.  

Das amerikanische Wahlsystem hat einen weissen Superreichen, der mit frauenfeindlichen und rassistischen »Aussagen« «besticht», ins Amt des Präsidenten gehievt.

People of Color (POC)

Der Begriff «Person of Color» stammt aus dem Anglo-Amerikanischen und bezeichnetet Leute, die gegenüber der amerikanischen Mehrheitsgesellschaft als nicht-weiss wahrgenommen werden und sich deshalb alltäglichem und institutionellem Rassismus ausgesetzt fühlen.

Das Resultat fällt zum Leidwesen und Schrecken einer grossen Mehrheit von «People of Color» (siehe Infobox), LGBTs und anderen Minderheiten aus. Sie fühlen sich untervertreten, ungesehen und blicken frustriert in die mittelfristige Zukunft.

So haben die verschiedenen Ethnien in der USA gewählt: 

Bild

Angaben in Prozent der Stimmberechtigten.  quelle: CNN (Stand: 9.11.2016) via Spiegel Online

Ja, die ganze Sache ist Scheisse blöd gelaufen – das wissen wir inzwischen alle. Aber was wir vor lauter orangen Haaren vor den Augen ganz vernachlässigt haben, ist, dass die Vereinigten Staaten ausser dem Präsidenten auch noch andere politische Positionen besetzt haben. 

Und dabei werfen sieben Wahlergebnisse einen Schimmer Hoffnung auf die Wahlmisere in Übersee.

Folgende Politiker repräsentieren ab kommendem Jahr Minderheiten, die so noch nie in der amerikanischen Politik vertreten waren:

Kamala Harris

Kamala Harris ist künftige Senatorin des Bundesstaats Kalifornien. Sie ist die erste Frau indischer Abstammung, die jemals in den Senat gewählt wurde, und die einzige schwarze Frau, die es bei diesen Wahlen schaffte. Vor ihr galt Carol Moseley Braun fast zwei Jahrzehnte lang als die einzige schwarze Senatorin. Sie bekleidete das Amt für Illinois von 1992 bis 1998.

Harris ist die Tochter eines jamaikanisch-amerikanischen Vaters und einer aus Indien stammenden Mutter. Sie legte bis anhin eine steile Politkarriere hin. Sie stieg als Bezirksanwältin von San Francisco bis zur Justizministerin des Staates Kalifornien auf. Aufgrund dessen wird sie von einigen Demokraten auch als «Female Obama» bezeichnet. 

U.S. Senator-elect and California Attorney General Kamala Harris speaks as she meets with immigrant families to speak about the election results in Los Angeles, California, U.S., November 10, 2016.  REUTERS/Ted Soqui

Harris kurz nachdem die Resultate veröffentlicht wurden. bild: reuters

Kate Brown

Die 38. Gouverneurin von Oregon heisst Kate Brown und sie ist bisexuell. Als erste Person in einem solchen Amt steht sie öffentlich zu ihrer nicht-konformen Sexualität.

Ihre Agenda beinhaltet einen starken Feminismus. Schon seit den 80er Jahren erlebt sie als Anwältin die reale Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen. 

FILE- In this April 17, 2015, file photo, Oregon Gov. Kate Brown speaks during her State of the State address in Portland, Ore. Brown announced Thursday, Sept. 15, 2016, the settlement of lawsuits the state and Oracle filed against one another after the failure of the Cover Oregon health exchange website. (AP Photo/Don Ryan, File)

Bild: Don Ryan/KEYSTONE

Pramila Jayapal

Auch das Repräsentantenhaus zählt ab Januar 2017 eine indisch-amerikanische Frau in seinen Reihen. Pramila Jayapal immigrierte mit 16 in die USA, um in Georgetown zu studieren. 

Jayapal machte sich vor allem nach den Anschlägen von 9/11 einen Namen. Sie richtete sogenannte «Hate Free Zones» ein, die das Ziel verfolgten, die Problematik um den Terrorismus frei von Fremdenhass zu diskutieren.

Tammy Duckworth

Tammy Duckworth vertritt bereits seit 2013 als erste Thai-Amerikanerin den Bundesstaat Illinois im Repräsentantenhaus. Bei diesen Wahlen geht die Ex-Militärpilotin sogar als Senatorin hervor.  

Rep. Tammy Duckworth, D-Ill., walks to the podium during the final day of the Democratic National Convention in Philadelphia , Thursday, July 28, 2016. (AP Photo/Paul Sancya)

Duckworth diente der US-Army im Irak-Krieg als Helikopterpilotin, wo sie beide Beine verlor und ihren rechten Arm lädierte.  Bild: Paul Sancya/AP/KEYSTONE

Das ist deshalb besonders bemerkenswert, da ihr republikanischer Kontrahent und Vorgänger Mark Kirk sie mehrmals aufgrund ihrer Herkunft verbal angegriffen hat. 

Ilhan Omar

Ilhan Omar greets a supporter as she arrives to her victory party in Minneapolis, Minn., on Tuesday, Nov. 8, 2016. The Minneapolis community activist won a historic election, becoming the nation's first Somali-American elected to a statehouse. (Aaron Lavinsky/Star Tribune via AP)

Ilhan Omar umarmt eine Unterstützerin bei der Verkündung der Wahlergebnisse. Bild: AP/Star Tribune

Vom Flüchtlingsteenager zur Abgeordneten: Im Alter von 12 kam Ilhan Omar in die USA. Sie floh aus dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Somalia und wird nun mit 34 ins Repräsentantenhaus von Minnesota geschickt.

Sie ist eine der ersten Musliminnen, die ein politisches Amt in den USA besetzten und dabei die erste Somalierin überhaupt. Das ganze nur kurz nachdem Mister Future President Trump noch behauptete: «Somalische Immigranten sind ein Desaster für unser Land.»

Zu ihrer Wahl äussert sich Oman hoffnungsvoll:

«Meine Nachbarn und jeder in diesem Raum repräsentieren das, was wir als Nation sein wollen: Vereint in Vielfältigkeit.»

Omar bei ihrer Wahlrede huffingtonpost

Adrinao Espallat

Mit der Wahl von Adrinao Espallat wird ab Anfang nächsten Jahres nicht nur der erste Abgeordnete mit dominikanischer Herkunft im Repräsentantenhaus sitzen, es wird auch zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein ehemaliger «Sans Papier» Politik auf nationaler Ebene mitgestalten.

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http://images.latintimes.com/sites/latintimes.com/files/2014/11/23/senator-adriano-espaillat.jpg

Adrinao Espallat wird für die Demokraten den 13. Wahlbezirk von New York vertreten. bild: latintimes

Cathrin Cortez Masto

Für Nevada wird neu Cathrin Cortez Masto im Senat sitzen. Sie ist somit die erste Latina, die in die kleine Kammer des US-amerikanischen Parlaments gewählt wurde. 

Von Trumps Aussagen bezüglich Menschen mit lateinamerikanischer Abstammung fühlt sie sich direkt angegriffen. Deswegen bietet sie ihm in ihrer Siegesrede auch gleich kräftig die Stirn:

«Ich verspreche: Mit mir wird das Spiel von ‹Checks and Balances› eine wahre Höllenfahrt für Herrn Trump.»

Cortez Masto bei ihrer Siegesrede

Weltkarte im Zeitraffer von 1940 bis 2016 – Rot eingefärbt sind Frauen in politischen Spitzenpositionen:

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