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Comey reloaded: Auch Ex-Bundesanwalt berichtet von «sonderbaren» Kontakten mit Trump



U. S. Attorney Preet Bharara announces the arrest of four people in connection with New York City's ongoing corruption probe, Monday, June 20, 2016, in New York. Two high-ranking New York Police Department officials and a police sergeant who oversaw gun license applications were among the latest arrests in a case that has cast a cloud over the nation's largest municipal police force. (AP Photo/Mark Lennihan)

Preet Bharara Bild: Mark Lennihan/AP/KEYSTONE

Nach dem früheren FBI-Chef James Comey hat jetzt auch der ehemalige New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara von unangenehmen Kontakten mit US-Präsident Donald Trump vor seinem Rauswurf berichtet.

Bharara sagte am Sonntag dem US-Fernsehsender ABC News, die Berichte Comeys über seine Gespräche mit Trump hätten ihn an seine eigenen Erlebnisse erinnert. Comeys Aussage am Donnerstag im Senat hatte den Verdacht der Justizbehinderung genährt.

Er habe selber «sehr unübliche» Telefonate mit Trump gehabt, sagte der zwei Monate vor Comey gefeuerte Bharara. Er machte deutlich, dass er diese Anrufe schon damals für eine Grenzüberschreitung hielt.

Die Anrufe Trumps seien «sehr sonderbar und merkwürdig» gewesen, sagte Bharara. Schliesslich wäre er in seiner damaligen Position als oberster Strafverfolger für den Stadtteil Manhattan «hypothetisch» in der Lage gewesen, die Unternehmen und Geschäftspartner des Immobilienmoguls unter die Lupe zu nehmen.

«Irgendeine Art von Beziehung»

Bharara wurde nach eigenen Angaben von Trump in dem Zeitraum zwischen dessen Wahlsieg im November und Amtsantritt im Januar zwei Mal angerufen. Dabei habe Trump vorgegeben, lediglich mit ihm «plaudern» zu wollen. Es sei dem Wahlsieger darum gegangen, «irgendeine Art von Beziehung» zu ihm herzustellen. Konkrete Anliegen trug Trump demnach nicht vor.

Nach seinem Amtsantritt habe Trump dann ein weiteres Mal versucht, ihn zu erreichen, sagte der frühere Bundesanwalt. Er habe den Präsidenten jedoch nicht zurückgerufen. Einen Tag später sei er dann von der Trump-Regierung zum Rücktritt aufgefordert worden. Nachdem er dieser Aufforderung nicht nachkam, wurde Bharara entlassen.

«Bis heute habe ich keine Ahnung, warum ich gefeuert wurde», sagte Bharara. Trump hatte sich bereits kurz nach seinem Wahlsieg in seinem Trump-Tower in Manhattan mit dem prominenten Bundesanwalt getroffen. Damals habe ihn der designierte Präsident um seinen Verbleib im Amt gebeten, hatte Bharara bereits kurz nach seiner Entlassung berichtet.

«Ein bisschen unwohl» gefühlt

In seinem jetzigen ersten TV-Interview seit seinem Rauswurf sagte Bharara, von Trump sei er dann im Dezember und nochmals zwei Tage vor dessen Vereidigung angerufen worden. Bei diesen Telefonaten habe er sich «ein bisschen unwohl» gefühlt, jedoch nichts gesagt, da Trump noch nicht im Amt gewesen sei.

Formed FBI director James Comey recounts a series of conversations with President Donald Trump as he testifies before the Senate Select Committee on Intelligence, on Capitol Hill in Washington, Thursday, June 8, 2017. Comey alleges Trump repeatedly pressed him for his

James Comey Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE

Als Trump ihn dann im März erneut zu kontaktieren versucht habe, habe er jedoch nach Absprache mit seinen Mitarbeitern nicht zurückgerufen, da dies «unangemessen» gewesen wäre, fuhr Bharara fort. Es gebe «strikte Richtlinien» für die Kontakte mit dem amtierenden Präsidenten. Von Trumps Vorgänger Barack Obama sei er in all den Jahren kein einziges Mal angerufen worden.

Bharara hatte sich durch sein konsequentes Vorgehen gegen Korruptions- und Betrugsfälle einen Namen gemacht. Zu seinen berühmtesten Fällen gehörte der des Milliardenbetrügers Bernard Madoff. Das «Time»-Magazin lobte den Bundesanwalt einmal in einer Titelgeschichte als den «Mann, der die Wall Street auseinandernimmt».

Genug für eine Untersuchung

In dem TV-Interview vertrat Bharara nun die Auffassung, dass es «absolut» genügend Elemente gebe, um Untersuchungen gegen Trump wegen möglicher Justizbehinderung einzuleiten. Comey hatte vor dem Geheimdienstausschuss geschildert, wie er sich vom Präsidenten wegen der Ermittlungen der Bundespolizei zu möglichen illegalen Russland-Kontakten des Trump-Wahlkampfteams unter Druck gesetzt gefühlt habe. Comey war im Mai von Trump gefeuert worden.

Trump hingegen sieht sich durch die Aussage Comeys «vollständig» entlastet. Der nächste Akt des Russland-Dramas folgt am Dienstag: Dann sagt Justizminister Jeff Sessions vor dem Geheimdienstausschuss des Senats zu seinen Kontakten mit dem russischen Botschafter aus. (sda/afp)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dirk Leinher 13.06.2017 05:28
    Highlight Highlight Bharara mag die Kontaktaufnahme von Trump seltsam finden, was es auch durchaus sein mag. Jedoch auch da scheint nichts dabei zu sein, das juristisch verwertbar ist.
    Es gibt viele die nicht wissen weshalb sie den Job verlieren.
    Vielleicht hat es auch einfach mit seiner durch den fehlenden Rückruf gezeigten Respektlosigkeit einem gewählten Präsidenten gegenüber zu tun.
  • pamayer 12.06.2017 20:55
    Highlight Highlight Trump zählt darauf, dass er ganz Mafioso-like freundliche Plaudereien führt mit schwach angedeuteten Loyalitätserwartungen und das Gegenüber wird kuschen, da Entlassung noch die 'angenehmste' Konsequenz im Falle von Widerspruch bzw nicht alles heikle versanden zu lassen.
  • sno* 12.06.2017 19:05
    Highlight Highlight "irgend eine Art von Beziehung" 😂😂

    OMG ist das heute nicht mehr erlaubt, dass man eine gute Beziehung mit seinen Mitarbeitern haben will? hahaha

    Lustig, dass solche Anschuldigungen nur von den Gefeuerten kommt. So sichern sie sich zumindest einen neuen Job im Kongress für die Demokraten 😉
    • ands 12.06.2017 19:36
      Highlight Highlight Ein Staat ist kein Unternehmen. Ein CEO darf mit einem Mitarbeiter der Rechtsabteilung telefonieren, ein Präsident aber nicht mit einem Bundesanwalt.
      Den Unterschied haben weder Trump noch Sie begriffen.
    • DerTaran 12.06.2017 19:40
      Highlight Highlight Weder er, noch Comey waren seine Mitarbeiter.
    • sno* 13.06.2017 17:04
      Highlight Highlight Entschuldigt, aber beide Stellen arbeiten, nach Verfassung, "AT THE PLEASURE OF THE PRESIDENT". Pleasure heisst ja "Vergnügen" und somit darf er nach meiner meinung genau ALLES machen, ausser sich in die Untersuchungen einzumischen (was er ja nicht machte).

      Übrigens finde ich es sollte in beide Richtungen gleich gerichtet werden, und nähmlich darf der FBI-Direktor keine politische Figur sein (was Comey sicherlich ist)

      Ich finde die Trennung wirklich sehr wichtig, jedoch hat der Präsident SICHERLICH die Befugnis Sie persönlich kennen zu lernen!
  • Märklin 12.06.2017 18:22
    Highlight Highlight Trump ist ein Ungeheuer, das wird die Welt noch erleben.
    • sno* 12.06.2017 19:19
      Highlight Highlight wie wird sich denn das, nach deiner Meinung zeigen?

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