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Bill Clinton wird aktuell vom Epstein-Ausschuss befragt

FILE - Former President Bill Clinton speaks during the Democratic National Convention Aug. 21, 2024, in Chicago. (AP Photo/Brynn Anderson, File)
Epstein Congress Clintons
Ist einer der prominentesten Namen in den Epstein-Files: Der fühere, demokratische US-Präsident Bill Clinton.Bild: keystone

Ex-Präsident Clinton weist Vorwürfe bei Anhörung zurück

27.02.2026, 18:0627.02.2026, 19:10

Ex-US-Präsident Bill Clinton hat zu Beginn seiner Befragung vor dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses jede Kenntnis von Straftaten des 2019 gestorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zurückgewiesen. In einer in sozialen Medien verbreiteten Erklärung schrieb der 79-Jährige, er habe «nichts gesehen und nichts Falsches getan». Seine Bekanntschaft mit Epstein sei nur kurz gewesen und habe geendet, Jahre bevor dessen Verbrechen ans Licht gekommen seien.

Er habe während seiner begrenzten Kontakte «keinerlei Anzeichen» für das tatsächliche Geschehen wahrgenommen. «Sie werden mich oft sagen hören, dass ich mich nicht erinnere», erklärte Clinton. Das möge unbefriedigend wirken, doch er werde unter Eid nichts sagen, dessen er sich nicht sicher sei.

Spekulationen oder Mutmassungen lehne er ab – er werde «nicht 24 Jahre später Detektiv spielen». Wäre ihm auch nur ein Verdacht gekommen, hätte er Epstein nach eigenen Angaben gemeldet. Zugleich verteidigte er seine Frau Hillary Clinton. Sie habe «nichts mit Jeffrey Epstein zu tun» gehabt, sei nie mit ihm gereist und habe keine seiner Immobilien besucht.

Befragung von Ex-Präsident äusserst seltener Vorgang

Die nicht öffentliche Anhörung findet in Chappaqua im US-Bundesstaat New York statt, wo die Clintons leben. Es ist ein äusserst seltener Vorgang: Erstmals seit Jahrzehnten sagt ein früherer US-Präsident vor einem Kongressausschuss aus. Der republikanische Vorsitzende des Kontrollausschusses, James Comer, hatte vor Beginn erklärt, man werde Clinton zu Fotos, E-Mails und Reisebewegungen im Zusammenhang mit Epstein befragen. Bekannt sei unter anderem, dass Epstein während Clintons Präsidentschaft 17 Mal im Weissen Haus war und der Ex-Präsident mindestens 27 Mal mit Epsteins Flugzeug reiste.

Nach Angaben der Republikaner hatte Hillary Clinton bei ihrer rund sechsstündigen Befragung am Vortag bei mindestens einem Dutzend Fragen auf ihren Mann verwiesen. Dabei sei es um Fotos und Korrespondenzen gegangen, die einen engen Kontakt zwischen Bill Clinton und Epstein nahelegten. Auch Fragen zu Epsteins angeblicher Rolle im Umfeld der Clinton Foundation – einer von den Clintons gegründeten gemeinnützigen Stiftung – sowie der «Clinton Global Initiative» seien offen geblieben. Nach der Befragung betonte sie aber, sie sei sich sicher, dass ihr Mann nichts über Epsteins Verbrechen wisse.

Republikaner werfen Hillary Clinton merkwürdiges Verhalten vor

Republikanische Ausschussmitglieder warfen Hillary Clinton zudem vor, bei Fragen zu bestimmten Fotos «geschrien» zu haben. Eine Abgeordnete bezeichnete ihr Auftreten als «unhinged» (etwa: ausser Kontrolle oder hysterisch) und äusserte die Hoffnung, Bill Clinton werde bei seiner Befragung «weniger unhinged» reagieren. Belege für diese Darstellung wurden nicht vorgelegt; die Republikaner kündigten an, die Videoaufzeichnungen der Anhörungen «so schnell wie möglich» vollständig zu veröffentlichen.

Demokraten werfen Comer ein politisch motiviertes Vorgehen vor und fordern, stärker mögliche Verbindungen anderer Akteure – darunter Handelsminister Howard Lutnick oder US-Präsident Donald Trump – in den Fokus zu rücken.

Comer betonte, derzeit werde den Clintons kein Fehlverhalten vorgeworfen. Ziel der Untersuchung sei es, zu klären, wie Epstein zu Einfluss und Reichtum gelangte und welche Netzwerke ihn möglicherweise schützten. Hillary Clinton sei auch ausführlich zu möglichen Kontakten von Lutnick zu Epstein befragt worden, so Comer. Ihre Antworten darauf werde die Öffentlichkeit «interessant» finden.

Was über die Verbindung Bill Clintons zu Epstein bekannt ist

Bill Clintons Name wird in den USA schon länger mit Epstein in Verbindung gebracht. Laut einer BBC-Recherche gibt es bereits Fotos von Clinton und Epstein aus den frühen 1990er-Jahren. Öffentliche Aufzeichnungen sollen demnach beispielsweise zeigen, dass Epstein im Jahr 1992 für Clintons damaligen Präsidentschaftswahlkampf spendete.

Damals war von Epsteins Verbrechen noch nichts öffentlich bekannt. Der Finanzier hatte beste Kontakte zur High Society. Der Kontakt zwischen Clinton und Epstein hielt zumindest in den früheren 2000er-Jahren an. In den bisher veröffentlichten Epstein-Akten taucht Clinton mehrmals auf: Auf einem Bild ist der Demokrat etwa beim Schwimmen in einem Pool mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell zu sehen. Auf anderen Fotos sieht man ihn ohne Bezug zu den beiden. (sda/dpa)

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Diese prominenten Namen tauchen in den Epstein-Files auf
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Donald Trump: Der US-Präsident pflegte jahrelang eine enge soziale und berufliche Beziehung zu Epstein.

quelle: archive photos / davidoff studios photography
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Demokratische Abgeordnete bezichtigt Trump nach Einsicht in ungeschwärzte Epstein-Files der Lüge
Video: watson
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23 Kommentare
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meglo
27.02.2026 19:01registriert März 2016
Ich finde es richtig, dass Bill Clinton befragt und auch als Ex Präsident in keiner Weise geschont wird. Allerdings erwarte ich das gleiche schonungslose Vorgehen auch gegenüber Trump. Meine Erwartung wird allerdings kaum erfüllt.
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FrancoL
27.02.2026 18:28registriert November 2015
Wenn die Clintons über Stunden befragt werden, dann wird es für Trump eine Tortur, denn die Befragung könnte dann Wochen dauern.
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