Die Clintons im Epstein-Kreuzverhör: Das musst du wissen
Im Zusammenhang mit dem Fall Epstein hat sich das Ehepaar Clinton bereit erklärt, vor dem US-Parlament auszusagen. Bill Clinton wird mehrere Male in den Akten erwähnt. Am Donnerstag stand nun Hillary Clinton vor dem Untersuchungsausschuss, am Freitag folgt die Befragung von Bill Clinton.
Warum werden die Clintons befragt?
Ziel der Befragung ist die politische Aufarbeitung des Falls. Die Clintons hatten zuvor monatelang eine Aussage verweigert. Als der Untersuchungsausschuss schliesslich mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses drohte, erklärten sie sich bereit, Fragen zu beantworten. Dem Leiter des Ausschusses, James Comer, wird deshalb eine politische Motivation vorgeworfen. Er betonte jedoch, dass ihnen kein Fehlverhalten vorgeworfen werde. Es gehe darum aufzuklären, wie Epstein Einfluss und Reichtum erlangt und wer ihn geschützt habe, sagte er gegenüber Medien.
Demokraten fordern, dass auch andere Namen auf die Befragungslisten kommen. So etwa US-Präsident Donald Trump. Comer sagte dazu, dass Trump bereits Hunderte, wenn nicht Tausende Fragen über Epstein beantwortet habe.
US-Handelsminister Howard Lutnick hat vor Kurzem ebenfalls vor dem Ausschuss ausgesagt. Es stellte sich heraus, dass er in früheren Stellungnahmen gelogen hatte, was seine Beziehung zu Epstein anbelangt.
Was sagte Hillary?
Die gut sechsstündige Befragung war nicht öffentlich. Dennoch sind gewisse Dinge bekannt. «Ich habe alle ihre Fragen so vollständig wie möglich beantwortet, basierend auf dem, was ich wusste», sagte Clinton selbst nach der Befragung. Hillary gibt an, Epstein nie getroffen oder mit ihm kommuniziert zu haben. Sie sei nie auf seiner Insel oder in seinen Büros oder Häusern gewesen und habe lediglich Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell flüchtig gekannt.
Auch über ihren Mann wurde Hillary Clinton befragt. Sie habe angegeben, dass er nichts über Epsteins Machenschaften gewusst habe, hat sie laut Medienberichten erklärt. Gleichzeitig betonte sie, dass sie selbst wolle, dass die Wahrheit ans Licht komme. Clinton kritisierte gleichzeitig, dass die Republikanerinnen und Republikaner im Ausschuss keine anderen Personen vorgeladen hätten, zum Beispiel auch Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell.
Auf ihrem X-Profil hatte die ehemalige Aussenministerin vor der Befragung ein Statement veröffentlicht:
Here is my opening statement to the House Oversight and Government Reform Committee today. pic.twitter.com/NZSF2epcI5
— Hillary Clinton (@HillaryClinton) February 26, 2026
Bill Clintons Befragung
Am Freitag muss sich nun auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton den Fragen stellen. Sein Name fällt in den Akten öfters. Es gibt in diesem Zusammenhang auch Fotos von Clinton.
Ausserdem soll er Epsteins Flieger für eine Reise im Namen der Clinton Foundation genutzt haben, bevor Epstein erstmals verurteilt worden war. Es herrscht jedoch kein Konsens darüber, wie oft Clinton Epsteins Flugzeug genutzt hat. Aus seinem Umfeld heisst es, das sei viermal vorgekommen. Es gibt aber auch Berichte über eine deutlich höhere Zahl. Mindestens 17-mal sei er mit dem Privatflugzeug geflogen, berichtet der Independent.
Gemäss BBC soll Ghislaine Maxwell Bill Clinton mit Epstein bekannt gemacht haben. Genauer soll sie mit Clintons Sekretär fleissig kommuniziert und dabei auch schmeichelhafte und sexuelle Anspielungen gemacht haben.
Clinton erklärte, dass er bedauere, sich auf Epstein eingelassen zu haben. Er weist ausserdem jegliche kriminelle Handlung im Zusammenhang mit Epstein von sich. Er habe nichts falsch gemacht, gab er im Vorfeld an. Bisher hat er noch kein schriftliches Statement veröffentlicht.
