International
USA

Veteranen-Kommentare:Trump rudert nach Empörung zurück

President Donald Trump speaks with reporters aboard Air Force One after leaving the World Economic Forum in Davos for Washington, Thursday, Jan. 22, 2026. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump
Seltener Vorgang: Donald Trump relativiert eigene Aussagen, nachdem es zu Kritik kam.Bild: keystone

Trump rudert nach Empörung zurück: Britische Soldaten sind «grossartigste Kämpfer»

Nach der Empörung über seine abfälligen Kommentare zu Nato-Truppen in Afghanistan hat US-Präsident Donald Trump die Leistungen britischer Soldaten gewürdigt.
25.01.2026, 06:3325.01.2026, 06:33

«Die GROSSARTIGEN und sehr MUTIGEN Soldaten des Vereinigten Königreichs werden immer an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika stehen!», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. In Afghanistan seien 457 von ihnen gefallen und viele schwer verwundet worden, «sie gehörten zu den grossartigsten Kämpfern».

Trump hatte mit seinen umstrittenen Äusserungen zu Nato-Truppen in Afghanistan für Empörung in Grossbritannien, aber auch in Polen, Italien und Deutschland gesorgt. In einem Interview des Senders Fox News behauptete Trump, dass die USA das Verteidigungsbündnis nie gebraucht hätten. Mehrere andere Nato-Staaten hätten zwar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch «ein wenig» zurückgeblieben, «etwas abseits der Frontlinien».

Nato-Verbündete reagieren brüskiert

Der britische Premierminister Keir Starmer hatte die Äusserungen Trumps als «beleidigend» und «entsetzlich» kritisiert. Auch andere Politiker und Prominente wie Prinz Harry und Rod Stewart forderten den US-Präsidenten auf, den Opfern der amerikanischen Nato-Verbündeten in Afghanistan Respekt zu zollen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius versprach: «Wir werden den Einsatz und Mut unserer Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan in Ehren halten. Ganz egal, von wem das in Frage gestellt wird. Sie sind nie vergessen.»

Trump schrieb nun auf Truth Social, die Bindung zu Grossbritannien sei zu stark, um jemals zu zerbrechen. «Das britische Militär, mit seinem gewaltigen Herzen und seiner Seele, ist das allerbeste (ausser natürlich das der USA!).»

Nach den islamistisch motivierten Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA hatte die US-Regierung Artikel Fünf des Nato-Vertrags aktiviert, um Beistand ihrer Verbündeten zu bekommen. Dies führte dazu, dass Deutschland und andere Nato-Staaten wie Grossbritannien sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation Al-Kaida beteiligten. Es war das erste und einzige Mal in der Nato-Geschichte, dass ein solcher Bündnisfall ausgerufen wurde. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Terrorermittlungen nach «Blutbad» bei Paris – Bürgermeister: «Islamophober Hintergrund»
Bei der tödlichen Schussattacke nahe Paris halten Ermittler und Politiker einen rassistischen Hintergrund für möglich.
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete den Vorfall in den Gemeinden Trappes und La Verrière als «terroristische Tat». Ein Mann hatte aus einem Auto heraus auf offener Strasse mit einer automatischen Waffe geschossen. Dabei kam ein Mensch ums Leben, mindestens vier weitere wurden teils sehr schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Kind. Der Verdächtige wurde kurze Zeit später festgenommen.
Zur Story