International
USA

Krieg Russland: Ukraine greift trotz Trump-Ankündigung Anlage an

In this photo provided by the Russian Emergency Ministry Press Service, Russian Emergency Ministry employees work at the side of the damaged multi-storey apartment building hit by a Ukrainian drone in ...
Die russische Region Samara ist immer wieder Ziel ukrainischer Luftschläge, hier ein Bild aus dem April.Bild: keystone

Trotz Trump-Ansage: Ukraine greift russische Anlage an

15.09.2026, 06:5915.09.2026, 12:49

Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen. Dabei seien die Anlage sowie mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew. Todesopfer habe es nicht gegeben. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie.

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach auf dem Portal X lediglich von einem «starken Vorschlag» der USA. Wenn es ein erster Schritt zur Deeskalation sei, dass beide Seiten Angriffe auf kritische Infrastruktur unterlassen, sei die Ukraine dazu bereit. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.

Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow, Juri Sljussar, wurden keine Opfer gemeldet. Ferner seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.

Ukraine: Reaktionen auf russische Angriffe

Selenskyj bestätigte Angriffe im russischen Hinterland. Russland stoppe seine Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor, Logistik und kritische Infrastruktur nicht. Kiews Reaktionen darauf seien spürbar, schrieb er in sozialen Medien. Selenskyj sprach unter anderem von ukrainischen Treffern auf die Ölraffinerie Sysran in der Region Samara. In Taganrog sei ein Drohnenhersteller getroffen worden.

Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt in Russland. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier.

Auch russische Angriffe auf die Ukraine

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, meldete in der Nacht auf der Plattform Telegram russische Drohnenangriffe auf die Stadt. Dabei sei eine Tankstelle getroffen worden, später sprach er von einem Angriff auf eine weitere Tankstelle. Einer der Verletzten sei im Krankenhaus gestorben, teilte Klitschko mit. Zuvor hatte er von sieben Verletzten in Kiew gesprochen.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine grossangelegte russische Invasion. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt sie immer wieder auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Getötete Oppositionelle in Russland
1 / 7
Getötete Oppositionelle in Russland
Die Journalistin Anna Politkowskaja wurde 2006 in Moskau erschossen. Sie hatte über Menschenrechtsverletzungen durch russische und tschetschenische Sicherheitskräfte berichtet.
quelle: getty images north america / mark wilson
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das erlebt ein ukrainisches Flüchtlingspaar auf der Wohnungssuche
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Historische» Rettungsaktion in Oleschky – und sie könnte Folgen haben
In einer von den Kriegsparteien als «historisch» bezeichneten Rettungsaktion haben sich Dutzende Menschen aus der von Russland kontrollierten Frontstadt Oleschky in Sicherheit bringen lassen.
Oft nur mit ein paar Beuteln und dem Haustier im Käfig verliessen sie die abgeriegelte Zone in dem von Moskau annektierten Teil des Gebiets Cherson. Viele von ihnen sind im fünften Kriegsjahr ausgezehrt, einige verwundet, andere bewegen sich mit nur einem Bein an Krücken oder sitzen im Rollstuhl. Die Rettung kam rechtzeitig vor dem Wintereinbruch.
Zur Story