International
USA

Jeffrey Epstein: Die Wärter schliefen und Trump glaubt nicht an Verschwörung

Gefängniswärter schliefen ein: Die 4 neusten Entwicklungen in der Causa Epstein

14.08.2019, 02:1214.08.2019, 08:54

In der Causa Epstein kommt immer mehr ans Licht:

Gefängnisdirektor versetzt

Das US-Justizministerium zieht aus dem Tod des US-Unternehmers Jeffrey Epstein in einer New Yorker Gefängniszelle Konsequenzen. Der Direktor der Haftanstalt wird auf Veranlassung von Minister William Barr während der laufenden Untersuchungen versetzt.

Wärter schliefen während der Arbeit

Die beiden Wärter, die den Milliardär Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle in seiner Todesnacht beaufsichtigen sollten, schliefen laut einem Medienbericht während der Arbeit. Statt wie vorgeschrieben alle 30 Minuten nach dem Inhaftierten zu schauen, seien die beiden Beamten in der Gefängniseinheit Epsteins eingeschlafen und hätten dessen Zustand für rund drei Stunden nicht kontrolliert, berichtete die «New York Times» am Dienstag (Ortszeit) unter Berufung auf Ermittlungs- und Gefängnisbeamte.

Epstein nahm sich mutmasslich in dieser Zeit das Leben. Er wurde von Mitarbeitern der Haftanstalt am Samstagmorgen gefunden und später in einem Krankenhaus für tot erklärt.

Wärter sollen Unterlagen gefälscht haben

Die mit der Aufsicht über US-Milliardär Jeffrey Epstein beauftragten Gefängniswärter werden laut Ermittlerkreisen verdächtigt, Unterlagen über die Kontrollgänge gefälscht zu haben. Dies sollen Videos von Überwachungskameras aus der Anstalt in New York beweisen.

Die Filmaufnahmen zeigen der anonymen Quelle zufolge, dass die Wärter keinen der in den Dokumenten verzeichneten Kontrollgänge durchgeführt haben. Laut den Richtlinien hätten die Wärter alle 30 Minuten nach Epstein sehen müssen, was Ermittlern zufolge aber in der Nacht von Epsteins Tod während mehrerer Stunden nicht geschehen war.

Einer der Wärter ist nach Informationen der Nachrichtenagentur AP kein Vollzugsbeamter. Beide Wärter wurden beurlaubt, teilte das Justizministerium am Dienstag mit, der Direktor wurde vorübergehend versetzt.

Sowohl das FBI als auch das Justizministerium untersuchen Epsteins Tod. Der US-Milliardär war am Samstag in seiner Gefängniszelle tot aufgefunden worden. Das Gefängnis geht von Suizid aus. Epstein wurde sexueller Missbrauch Minderjähriger sowie Zwangsprostitution vorgeworfen. Er wartete im Gefängnis auf den Prozessbeginn.

Trump spielt Verschwörungstheorie herunter

Derweil spielt US-Präsident Donald Trump die Verbreitung einer Verschwörungstheorie zum Fall Epstein herunter. Am Samstag retweete Trump eine Nachricht, die den Ex-Präsidenten Bill Clinton mit dem Tod von Epstein in Verbindung brachte. Er habe den Tweet eines hoch angesehenen konservativen Experten und grossen Trump-Fans verbreitet, sagte Trump gegenüber Journalisten. «Das war ein Retweet, das war nicht von mir, das war von ihm.» Ob Epsteins Tod mit Clinton in Verbindung gebracht werden könne, wisse er nicht, so der Präsident.

Hintergrund

Der in elitären Kreisen bestens vernetzte Geschäftsmann Epstein soll sich am Wochenende in dem New Yorker Gefängnis umgebracht haben. Er wurde dort von Mitarbeitern der Haftanstalt gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde er schliesslich für tot erklärt. US-Justizminister Barr hatte «schwere Unregelmässigkeiten» in der Haftanstalt beklagt und eine gründliche Untersuchung des Falles angekündigt.

Medienberichten zufolge hielten die Wachen nicht die vorgeschriebenen Richtlinien ein, alle 30 Minuten nach dem 66-Jährigen zu schauen. Auch habe der schwerreiche Ex-Investmentbanker trotz eines offenbar vorangegangenen Suizidversuchs nur eine Zeit lang unter besonderer Beobachtung wegen möglicher Wiederholungsgefahr gestanden.

Die Staatsanwaltschaft in New York warf Epstein vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hiess es in der Anklageschrift. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
23 Menschen, die Anweisungen zu wörtlich nehmen
1 / 50
48 Menschen, die Anweisungen zu wörtlich nehmen
Dieser Mann, der weiss, dass man Strassenschilder befolgen mussbild: boredcircuits / via reddit
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Die Wiesenwanze - ein einheimischer Schädling
Video: srf
Festnahme nach Terrorhinweis – russischer FSB dankt USA
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach Hinweisen aus den USA einen terrorverdächtigen Minderjährigen festgenommen. «Wir danken der amerikanischen Seite für die bereitgestellte Information», teilte der Dienst mit. Den Angaben nach veröffentlichte der Verdächtige ein Foto von sich online, das ihn mit Sturmhaube, in Kampfkleidung und «einem Gegenstand, der einer automatischen Waffe ähnelt» im Zarizyno-Schlosspark am Südrand von Moskau zeigt. Die Aufnahme sei auf Englisch mit den Worten «I found a place» (deutsch: «Ich habe einen Ort gefunden») gekennzeichnet worden.
Zur Story