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Alaska: Zweiter Senatskandidat Dan Sullivan von Demokraten eingefädelt

FILE - This combination photo shows Sen. Dan Sullivan, R-Alaska, left, in Palmer, Alaska, Aug. 17, 2026, and a candidate in Alaska's Senate race, Dan Sullivan, right, in Petersburg, Alaska, July  ...
Der amtierende republikanische Senator Dan Sullivan (l.) tritt nächste Woche unter anderem gegen seinen Namensvetter Dan Sullivan (r.), den pensionierten Lehrer an.Bild: keystone

Alaska: Doppelter Sullivan laut Medienbericht von Demokraten eingefädelt

Zwei Dan Sullivans kandidieren in Alaska für den Senat. Einer davon soll eine Störkandidatur verfolgen, um die Stimmbevölkerung zu verwirren – orchestriert von Akteuren der Demokraten. Es war jedoch nicht ihr einziges Manöver.
29.10.2026, 17:2729.10.2026, 17:51

Es ist eine Geschichte, wie aus einem Politthriller. Im US-Bundesstaat Alaska kandidieren an den Zwischenwahlen in weniger als einer Woche vier Personen für den Senatssitz, zwei davon hören auf den Namen Dan Sullivan: Der Republikaner und bisherige Senator Dan S. Sullivan sowie der pensionierte Lehrer Dan J. Sullivan aus dem kleinen Ort Petersburg.

Von Anfang an warf die republikanische Partei dem Pensionär eine Scheinkandidatur im Auftrag der Demokraten vor. Einziger Zweck seiner Kandidatur: dem amtierenden Senator Stimmen zu klauen, indem verwirrte Wählerinnen und Wähler das Kreuz neben den falschen Dan Sullivan setzen.

Dan Sullivan, der pensionierte Lehrer, beteuerte stets aus eigenem Antrieb ins Senatsrennen eingestiegen zu sein. Ein Bericht der New York Times zeigt jedoch, wie das Team der demokratischen Kandidatin Mary Peltola Störkandidaten zu rekrutieren versuchte und auch tat. Der doppelte Sullivan war nicht ihr einziges Manöver.

Jerid Kurtz geht auf Reisen

Doch von Anfang. Im Zentrum der Geschichte steht ein gewisser Jerid Kurtz aus Ohio. Im Sommer 2025 stellte das nationale Wahlkampfkomitee der Demokraten für den US-Senat (DSCC) Kurtz als Spezialist für geheime Wahlkampfmanöver den führenden Mitarbeitenden Mary Peltolas vor. Wenig später erhielt eine Person in ihrem Team den Auftrag, eine Liste mit so vielen in Alaska wohnhaften Dan Sullivans, wie sie findet zu erstellen.

In this photo shot with a smart phone, Democrat Mary Peltola smiles ahead of a debate with Republican U.S. Sen. Dan Sullivan in Alaska's Senate race, Thursday, Oct. 15, 2026, in Anchorage, Alaska ...
Mary Peltola will für die Demokraten in den Senat ziehen.Bild: keystone

Anfang 2026 berichtete Kurtz der Führungsriege Peltolas, einen solchen gefunden zu haben. Dan Sullivan aus einer kleinen Ortschaft namens Petersburg stehe einer Senatskandidatur offen gegenüber, sofern dies Mary Peltola helfe.

Ende Dezember 2025 versuchte Kurtz unter falschem Namen einen weiteren republikanischen Kandidaten zu rekrutieren. Er suche unabhängige denkende Personen und stellte eine Wahlkampffinanzierung in Aussicht. Woher das Geld kommen sollte gab Kurtz nicht an. Der angefragte Mann identifizierte Kurtz später auf einem Bild, das ihm die «New York Times» zusendete.

Teile und herrsche

Obwohl sich in den Vorwahlen Alaskas beide Dan Sullivans durchsetzen konnten, währte die Freude bei Peltolas Team nur kurz. Der vierte Kandidatenplatz ging an den progressiven Demokraten David Leslie. Somit lief auch Mary Peltola Gefahr, an den Midterms Stimmen an einen Parteikollegen zu verlieren.

FILE - Dan J. Sullivan, a candidate in Alaska's U.S. Senate race who shares a name with the incumbent seeking reelection, talks in front of a welcome sign near downtown Petersburg, Alaska, July 3 ...
Qualifiziert sich aufgrund seines Namens für den Wahlkampf – Dan Sullivan.Bild: keystone

Leslie war umgehend mit mehreren Anrufen von Akteuren seiner Partei konfrontiert, die ihm nahelegten, sich selbst aus dem Rennen zu nehmen. Einer der Anrufer soll Jerid Kurtz gewesen sein, wie Leslie in einem Interview eingestand. Nach einem angeblichen Treffen mit Kurtz zog sich der Demokrat zurück.

Der freigewordene vierte Kandidatenplatz ging somit an den Republikaner Gerald Heikes. Dieser erklärte seine Kandidatur damit, im Frühling von einem Mann aus dem Mittleren Westen der USA – zu dem auch der Bundesstaat Ohio gehört – kontaktiert worden zu sein. Die Männer telefonierten miteinander und trafen sich darauf persönlich. Nach dem Treffen entschied sich der Republikaner für den Senat zu kandidieren.

An den Namen des Unbekannten erinnerte sich Heikes nicht mehr. Einem Foto von Jerid Kurtz soll er ebenfalls nicht ähnlich sehen.

Sen. Dan Sullivan, R-Alaska, speaks before President Donald Trump arrives at a campaign rally at the Curtis D. Menard Memorial Sports Center, Tuesday, Oct. 13, 2026, in Wasilla, Alaska. (AP Photo/Lind ...
Der amtierende Senator von Alaska Dan Sullivan bei einer Wahlkampfveranstaltung vor den Midterms.Bild: keystone

Die Pläne, dem amtierenden republikanischen Senator Dan Sullivan möglichst viele Stimmen streitig zu machen, beschränkten sich nicht auf die Suche oder Vereitelung von Störkandidaten. Selbst die Idee der Gründung einer MAGA-Partei in Alaska soll bei Peltolas Team und der DSCC zirkuliert haben. Im Mai dieses Jahres verlief sie im Sand.

Entscheidung im Gericht statt an der Urne

Dan Sullivan, der pensionierte Lehrer, wurde gleich nach Bekanntgabe seiner Kandidatur von der Republikanischen Partei denunziert. Da er erst kurz vor Fristende seine Registrierung von parteilos auf republikanisch änderte, sei er kein ernsthafter Kandidat.

President Donald Trump speaks with reporters before boarding Air Force One, Thursday, Oct. 29, 2026, at Joint Base Andrews, Md. (AP Photo/Alex Brandon)
Donald Trump
Der doppelte Sullivan ist Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge.Bild: keystone

Im Juni entschied das höchste Gericht Alaskas gegen seinen Wahlausschluss. Weder auf staatlicher noch US-verfassungsrechtlicher Ebene gebe es eine Grundlage dafür.

Vor weniger als einer Woche beauftragte Donald Trump das US-Justizdepartement, gegen den Bundesstaat zu klagen. Damit soll verhindert werden, dass die Wahlergebnisse bestätigt werden, sollten Dan Sullivan aufgrund Verwechslungen Stimmen fehlen.

Experten für Wahlrecht sehen den Fall kritisch. Laut Verfassung sind die jeweiligen Bundesstaaten für die Durchführung der Wahlen verantwortlich. Ausserdem soll die Klage eine Wahl anfechten, die noch gar nicht stattgefunden hat. Gewählt wird erst am 3. November.

(nil)

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