International
USA

So verhandelte Trump-Gesandter John Coale mit Lukaschenko in Belarus

FILE - U.S. Presidential envoy John Coale, speaks to journalists outside the U.S. Embassy in Vilnius, Lithuania, Sept. 11, 2025, ahead of the arrival of released prisoners from Belarus. (AP Photo/Mind ...
Der Sondergesandte John Coale verhandelte mit Lukaschenko.Bild: keystone

Mit Wodka und schlüpfrigen Witzen: So verhandelt Trumps Gesandter mit Lukaschenko

Ein Trump-Freund wurde zum Verhandeln nach Belarus geschickt. Wie er nun berichtet, verstand er sich offenbar prächtig mit Machthaber Lukaschenko.
23.08.2026, 14:1923.08.2026, 14:19
Julian Alexander Fischer / t-online
Ein Artikel von
t-online

John Coale, der US-Sondergesandte für Belarus, hat berichtet, wie er sich die Gunst des Machthabers Alexander Lukaschenko gesichert hat. Wichtig seien Wodka, schlüpfrige Witze und Abnehmtipps gewesen, erklärte er der «New York Times».

Coale war von US-Präsident Donald Trump zunächst zum stellvertretenden Gesandten in der Ukraine ernannt worden, bevor seine Zuständigkeit geändert wurde. Zuvor hatte er keine Regierungserfahrung und war als Anwalt tätig. Er ist seit langer Zeit mit Trump befreundet.

In seiner neuen Rolle wurde er nach Belarus geschickt, um mit Lukaschenko über die Freilassung von Gefangenen zu verhandeln. Letztlich ebnete dies den Weg für die Freilassung von 500 Inhaftierten – im Austausch für die Lockerung von US-Sanktionen.

Coale berichtet von Lukaschenko-Treffen

Seine Kollegen hätten ihm geraten, «die Sache mit Humor zu nehmen». «Humor ist eine gewaltige Waffe», sagte Coale der «New York Times» über sein Vorgehen. «Wenn man den anderen zum Lachen bringt, hat man die halbe Miete und ist keine Bedrohung mehr.» Dabei soll es laut des Berichts vor allem auch um schlüpfrige Witze und lockere Sprüche gegangen sein.

ARCHIV - Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko. Foto: Nikolai Petrov/POOL BelTa/AP/dpa
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko.Bild: sda

Auch abseits der Humorebene habe man sich gut verstanden. So wetterte Lukaschenko beim ersten Aufeinandertreffen offenbar gegen die europäischen Staats- und Regierungschefs, die versucht hatten, ihn zu isolieren. «Er tobte und schimpfte über sie, also sagte ich: ‹Das sind Feiglinge›», zitierte die «New York Times» Coale mit dem Verweis, er habe einen deutlich vulgäreren Ausdruck benutzt. «Ich wusste, dass er so etwas hören wollte, um die Stimmung aufzulockern», erklärte Coale der Zeitung und betonte, seine Ansichten seien in Wahrheit differenzierter.

Sein Vorgehen habe gewirkt: «Danach liebte er mich», erklärte Coale und ergänzte: «Die Europäer nicht.» Im Anschluss habe er zwei Gläser von Lukaschenkos eigener Wodkamarke getrunken. Weitere Gläser habe er auf den Boden geschüttet, um einen klaren Kopf zu wahren.

Bei einer anderen Gelegenheit soll Lukaschenko bemerkt haben, dass Coale abgenommen habe. Dieser habe dem belarussischen Machthaber daraufhin die Abnehmspritze Zebbound empfohlen, dank der er 18 Kilogramm verloren habe.

Verwendete Quellen:

  • nytimes.com: How a Trump Envoy Uses Vodka and Dirty Jokes to Conduct U.S. Diplomacy
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Gianni Infantino – aus einem Dorf im Wallis an die Spitze der FIFA
1 / 28
Gianni Infantino – aus einem Dorf im Wallis an die Spitze der FIFA

Seit 2016 ist Gianni Infantino Präsident des Weltfussballverbands FIFA. Das waren die wichtigsten Momente und Stationen in der Karriere des Wallisers.

quelle: keystone / tony gutierrez
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Mann in Darth Vader Kostüm veräppelt Stadratssitzung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Vinylfeel
23.08.2026 16:18registriert Mai 2023
Ein treffen auf ganz tiefen niveau…
440
Melden
Zum Kommentar
avatar
sissis fuss
23.08.2026 16:51registriert Januar 2019
Das politische Niveau heutzutage. Da ist Stammtischgelaber noch professioneller.
401
Melden
Zum Kommentar
avatar
manson
23.08.2026 14:37registriert Dezember 2023
zum lachen finde ich das treffen nicht, wohl eher treffen der kriegsstaaten.
394
Melden
Zum Kommentar
12
So viel kosten Trumps und Putins Kriege die Schweizer Autofahrer
Benzin kostet jetzt schon mehr als man es beim aktuellen Erdölpreis erwarten würde.
US-Präsident Donald Trump hatte im März versprochen, der Krieg sei «sehr bald vorbei». Doch der August geht dem Ende zu, der Krieg ist nicht vorbei, und Trump droht dem Iran jetzt mit den «vernichtendsten Wirtschaftsstrafen, die jemals gegen ein Land durchgesetzt wurden». Der Iran droht seinerseits, seine Reaktion werde «vernichtend» sein, «strafend und verheerend». Auch wenn sich da beide Seiten voreinander aufplustern, ist offensichtlich: Der Krieg droht zu eskalieren.
Zur Story