«Optimus Prime»-Stimme Peter Cullen ist tot
Peter Cullen starb am Mittwoch, dem 26. August, in seinem Haus in Los Angeles im Kreise seiner Familie. Dies bestätigte sein Agent Kevin Motley gegenüber dem US-Branchenmagazin «Variety».
Berühmt wurde Cullen vor allem als Stimme von Optimus Prime. Bereits in der Zeichentrickserie «The Transformers» aus den 1980er-Jahren verlieh er dem Anführer der Autobots seine charakteristische tiefe und autoritäre Stimme.
Nach rund zwei Jahrzehnten Pause kehrte Cullen für Michael Bays «Transformers»-Verfilmung von 2007 zur Rolle zurück. Es folgten zahlreiche weitere Filme, Serien und Videospiele. Für seine Arbeit in der Animationsserie «Transformers: Prime» erhielt er eine Daytime-Emmy-Nominierung.
Sein Bruder inspirierte Optimus Prime
Für die Stimme einer der bekanntesten Figuren der Popkultur liess sich Cullen von seinem älteren Bruder Larry inspirieren. Dieser hatte als US-Marine im Vietnamkrieg gedient und war für Cullen ein persönliches Vorbild.
Besonders dessen ruhige Art, Autorität und Führungsstärke hätten ihn beeindruckt, erzählte Cullen später. Diese Eigenschaften habe er auf Optimus Prime übertragen. Die Figur verbinde für ihn Ruhe und Sanftheit mit Stärke, Ehre und Würde.
Trotz des enormen Erfolgs nahm Cullen die Rolle nach eigenen Angaben nie als selbstverständlich hin. In der Filmbranche sei nichts dauerhaft, sagte er 2014 in einem Interview. Er habe deshalb immer damit gerechnet, dass die Verantwortlichen eines Tages jemand anderen engagieren könnten.
Von I-Aah bis «Predator»
Optimus Prime war zwar Cullens berühmteste, bei weitem aber nicht seine einzige Rolle. Über seine jahrzehntelange Karriere sammelte er Hunderte Sprecher-Credits. Unter anderem sprach er den stets niedergeschlagenen Esel I-Aah in zahlreichen «Winnie Puuh»-Produktionen. Cullen bezeichnete I-Aah später als seine zweitliebste Rolle nach Optimus Prime.
Auch hinter einem der berühmtesten Filmmonster der 1980er-Jahre steckte Cullen: Für den Science-Fiction-Klassiker «Predator» von 1987 erzeugte er die charakteristischen Klicklaute der ausserirdischen Kreatur. Zudem sprach er KARR in «Knight Rider» und King Kong im gleichnamigen Film von 1976. Zuletzt war er als Thaedus in der Animationsserie «Invincible» zu hören.
Cullen wurde 1941 in Montreal geboren und schloss 1963 die National Theatre School of Canada ab. Seine ersten «Sprechübungen» absolvierte er allerdings wesentlich früher: Als Kind arbeitete er auf einem Bauernhof und imitierte dort Kühe, Hühner und Hunde.
Seine Familie rief Fans dazu auf, Cullens Vermächtnis zu ehren, indem sie ihren Mitmenschen mit Mitgefühl, Integrität und Loyalität begegnen. Dabei erinnerte sie an einen Satz, der Cullen und Optimus Prime gleichermassen charakterisierte: «Sei stark genug, um sanft zu sein.»
Peter Cullen hinterlässt vier Kinder. (mke)
