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Nichte warnt vor zweiter Amtszeit von Donald Trump

Nichte warnt vor Donald Trump: «Ich kann nicht zulassen, dass er mein Land zerstört»

07.07.2020, 20:1607.07.2020, 22:49

Donald Trumps Nichte Mary hat eindringlich vor einer zweiten Amtszeit des US-Präsidenten gewarnt. «Ich kann nicht zulassen, dass er mein Land zerstört», zitierte der TV-Sender CNN Mary Trump am Dienstag unter Berufung auf ein Exemplar des unveröffentlichten Buchs der Präsidentennichte.

«Donald hat, dem Beispiel meines Grossvaters folgend und mit der Komplizenschaft, dem Schweigen und der Untätigkeit seiner Geschwister, meinen Vater zerstört», schreibt Mary Trump. Nach den vergangenen drei Jahren mit Trump als Präsident habe sie «nicht länger schweigen» und zulassen können, dass dasselbe mit ihrem Land passiere.

Mary Trump ist promovierte Psychologin und die Tochter von Donald Trumps ältestem Bruder Fred, der im Jahr 1981 verstarb. Mit Blick auf ihre Enthüllungen schreibe Mary Trump, sie habe nach den vergangenen drei Jahren mit Trump als Präsident «nicht länger schweigen» können, berichtete CNN.

This combination photo shows the cover art for "Too Much and Never Enough: How My Family Created the World
Mary Trump (rechts) führt das Verhalten des US-Präsidenten unter anderem auf eine komplizierte Vater-Sohn-Beziehung zurück.Bild: keystone

Der Titel des 240 Seiten umfassenden Buchs über die Familie Trump der promovierten Psychologin lautet auf Deutsch übersetzt: «Zu viel und nie genug – Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt geschaffen hat». Es soll kommende Woche in den USA auf den Markt kommen. Trumps Bruder Robert hatte versucht, die Veröffentlichung zu verhindern.

Neben CNN zitierten am Dienstag auch die «Washington Post» und die «New York Times» aus dem Buch. Mary Trump stelle ihren Grossvater darin als Patriarchen dar, der ihren als sensibel und sanft beschriebenen Vater stets missbilligt habe, berichtete die «Washington Post». Donald Trump habe angesichts des Verhaltens seines Vaters früh gelernt, dass es «falsch» gewesen sei, wie sein älterer Bruder zu sein. Das habe Trump die Fähigkeit genommen, «das gesamte Spektrum menschlicher Emotion zu entwickeln und zu erfahren», schreibt Mary Trump demnach.

Mary Trump attestiert ihrem Onkel zudem, ein Narzisst zu sein: Trump erfülle dafür alle Kriterien, schreibt Mary Trump laut «New York Times». Die Zuschreibung greife dennoch zu kurz. Seine Verhaltensweisen seien oft so unerklärlich, dass eine genaue Diagnose nur mithilfe von Tests erstellt werden könnte, denen sich Trump nie unterziehen würde.

Trump soll Studium erschlichen haben

Das Buch beschränkt sich nicht nur auf die Beschreibung der Familiendynamik und der Wesenszüge Trumps. Mary Trump erhebt auch schwere Vorwürfe gegen ihren Onkel: Dieser soll sich seinen Zugang zum Studium erschlichen haben, indem er als Schüler jemanden dafür bezahlt hätte, einen Eignungstest für ihn abzulegen, wie die «New York Times» unter Berufung auf das Manuskript berichtet.

Die hohe Punktzahl habe Trump geholfen, an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Pennsylvania, der Wharton School of Finance, aufgenommen zu werden. Aus dem Bericht wird nicht ersichtlich, ob Mary Trump Belege für diesen Vorwurf anführt und wenn ja, welche.

In der Beschreibung des Verlags heisst es, Mary Trump zeichne ein «Porträt von Donald J. Trump und der toxischen Familie», die ihn zu dem gemacht habe, was er heute sei: Ein Mann, «der jetzt die Gesundheit, die wirtschaftliche Sicherheit und das soziale Gefüge der Welt bedroht». (sda/dpa)

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