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US-Gesundheitsbehörden lockern Zugang zu Abtreibungspillen

17.12.2021, 09:24
Höchst umstritten in den USA: Abtreibung.
Höchst umstritten in den USA: Abtreibung.Bild: EPA

Während der juristische Streit zwischen Abtreibungsgegnern und -befürwortern in den USA brodelt, haben US-Gesundheitsbehörden den Zugang zu Abtreibungspillen permanent gelockert.

Am Donnerstag veröffentlichte die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) einen entsprechenden Brief der US-Arzneimittelbehörde FDA. Demnach müssen die Pillen nicht mehr grundsätzlich persönlich von einer medizinischen Fachkraft an die Frauen ausgegeben werden. Stattdessen können sie nach ärztlicher Verschreibung auch per Post versandt werden.

Mit der Massnahme wird eine vorübergehende Änderung, die während der Covid-19-Pandemie eingeführt worden war, verstetigt. Die ACLU hatte zuvor geklagt, um den Zugang zu Abtreibungen permanent zu erleichtern. Die FDA-Entscheidung sei ein riesiger Schritt nach vorne, der vielen Patientinnen den Zugang zu diesem sicheren Medikament ermöglichen werde, erklärte eine ACLU-Vertreterin.

Kritik der Abtreibungsgegner

Das Charlotte Lozier Institute, das sich gegen Abtreibungen einsetzt, kritisierte hingegen, die Regierung von US-Präsident Joe Biden erlaube gefährliche Abtreibungen, die man selbst zu Hause vornehmen könne.

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Konkret erlaubte die FDA, dass das Abtreibungsmedikament Mifepriston nicht mehr nur durch Kliniken, Arztpraxen oder Krankenhäusern abgegeben werden darf. Medikamentöse Abtreibungen sind in den USA von der FDA bis zur zehnten Schwangerschaftswoche zugelassen.

Starke Verbreitung der Abtreibungspillen

Die Verwendung der Pillen hat nach Angaben des Guttmacher Institutes stark zugenommen. Mittlerweile werden mindestens 40 Prozent der jährlich knapp 900'000 Abtreibungen in den USA medikamentös vorgenommen. 2001 waren es nur 5 Prozent.

Das Recht auf Abtreibung ist in den USA seit 1973 durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs geschützt. Die neue konservative Mehrheit der Richter im Obersten Gerichtshof könnte dies jedoch bald rückgängig machen. (aeg/sda/afp)

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