International
USA

Iran bezeichnet USA als «geistig behindert»: Das sagen die Experten dazu

Irans Präsident Hassan Ruhani droht nach der Zuspitzung im Konflikt mit den USA mit der Wiederaufnahme einer höheren Urananreicherung.
Der iranische Präsident Hassan Rohani meldet sich mit klaren Worten im Konflikt mit den USA. Bild: EPA IRANIAN PRESIDENCY OFFICE

Iran bezeichnet USA und Trump als «geistig behindert» – das sagen die Experten dazu

Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA spitzt sich weiter zu. Irans Präsident Hassan Rohani bezeichnet die US-Sanktionen als «Zeichen geistiger Behinderung» – Trump droht dem Iran währenddessen mit Auslöschung auf Twitter. Eskaliert die Lage? Einschätzungen von 3 Experten.
26.06.2019, 04:1926.06.2019, 14:32
Mehr «International»

Nach der Verhängung neuer Sanktionen durch die USA hat der Iran Washington die Untergrabung der Diplomatie vorgeworfen. Mit den Strafmassnahmen würde die US-Regierung «den diplomatischen Weg dauerhaft schliessen», erklärte der iranische Aussenamtssprecher Abbas Mussawi am Dienstag.

Hassan Rohani wählte am Dienstag klare Worte: Die erneuten Sanktionen seien «unverschämt und idiotisch», so der iranische Präsident. Das weisse Haus leide unter «geistiger Behinderung» und habe keine Ahnung, was zu tun sei.

Donald Trump liess die Anschuldigungen Rohanis nicht auf sich sitzen. Auf Twitter schrieb er: «Jedem Angriff des Irans auf irgendetwas Amerikanisches wird mit grosser und überwältigender Gewalt begegnet werden. Überwältigend wird in einigen Bereichen Auslöschen bedeuten.»

Die Töne zwischen dem amerikanischen Staatsoberhaupt und dem iranischen Regierungschef sind alles andere als versöhnlich. Führen die verbalen Angriffe zur endgültigen Eskalation des Konflikts? Das sagen die Experten:

«In Teheran sind die Politiker mit ihrer Geduld am Ende. Man war monatelang irritiert, als Trump das Atomabkommen aufgekündigt hat. Jetzt sendet Trump zudem unterschiedliche Signale: Zum einen sagt er, er wolle reden und den direkten Dialog suchen und im nächsten Moment twittert er dann, er könne Iran ganz leicht vernichten. Die iranische Führung ist mit ihrem Latein am Ende.»
Luc Walpot, ZDF Nahostkorrespondent, SRF «Tagesschau»

«Es ist bemerkenswert, dass die schärfste Kritik an Herrn Trump und die Angriffe auf seine geistige Leistungsfähigkeit aus dem gemässigten Flügel des iranischen Systems kommt. (...) Hassan Rohani und weitere Iraner haben gesagt, dass die gemischten Botschaften und Zwangsmassnahmen der Trump-Administration Verhandlungen erschweren.»
David E. Sanger, David D. Kirkpatrick und Isabel Kershner, New York Times

«Es sieht im Augenblick ganz danach aus, als ob der Gegner Iran für Trumps politische Methoden eine Nummer zu groß ist. Den komplizierten Machtverhältnissen in Iran steht eine Administration in Washington gegenüber, die sich als wenig gut unterrichtet zeigt – falls sie denn tatsächlich der Ansicht ist, dass Sanktionen die iranische Führung dazu bringen, dass sie aus einer Position der Schwäche heraus zu Verhandlungen bereit ist. Dagegen spricht sehr vieles.»
Thomas Pany, heise.de

(ohe)

Mit Material von sda

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die ältesten Staatsoberhäupter der Welt
1 / 13
Die ältesten Staatsoberhäupter der Welt
Ali Chamenei (79), Oberster Führer von Iran.
quelle: ap/office of the iranian supreme leader / uncredited
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Wir testen vier Ventilatoren
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
96 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
dho
26.06.2019 07:26registriert Oktober 2015
Wo Rohani recht hat, hat er recht.
41229
Melden
Zum Kommentar
avatar
Raffaele Merminod
26.06.2019 07:13registriert Februar 2014
Das die USA offensichtlich einen militärischen Konflikt provozieren will, ist seit einigen Wochen allen mehr als klar. Daher sind die Worte Hassan Ruhanis mehr als nur nachvollziehbar.
Als "normal" ist das Verhalten des weissen Haus jedenfalls nicht zu bezeichnen!

Alles was die USA dem Iran vorwirft, kann man umgekehrt auch Saudi-Arabien vorwerfen. Die sind aber engste Verbündete der USA und Erzfeinde des Iran.
32118
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sagittarius
26.06.2019 07:23registriert März 2019
Ich weiss, ein möglicher Krieg ist nicht lustig und kein Witz.

Als Trump gewählt wurde sagten meine Verwandten und Landesgenossen*innen: Das gibt Krieg! Ich meinte nur neeneein, soo doof ist er nicht.
Und jetzt, lese ich „ernste“ Artikel und muss dabei das Lachen unterdrücken. Ein Kind das trotzt und wild um sich schlägt, ein zweites Kind das sich irgendwann anstecken lässt und mitmacht, so entsteht ein Kasperlitheater!

Ich hoffe ich werde keines Besseren belehrt.
28524
Melden
Zum Kommentar
96
Diese 12 Promis unterstützen die Kandidatur von Kamala Harris
Schon dutzende Schauspieler, Musiker und andere Prominente haben sich seit Bidens Rückzug auf Social Media hinter die Präsidentschaftskandidatur von Kamala Harris gestellt. Hier ist eine Auswahl.

Charlie XCX hat mit ihrem neuen Album «Brat» eine regelrechte Bewegung ausgelöst. Die Songs gingen durch die Decke und der Sommer 2024 wurde von der Gen-Z zum «Brat Summer» ernannt. Also zum Gören-Sommer. Es kann gerade alles «Brat» sein und so ist es auch Kamala Harris. Als die Vizepräsidentin ihre Kandidatur bekannt gab, veröffentlichte Charlie XCX nämlich einen Tweet, in dem nur stand: «Kamale IS brat». Das wahrscheinlich höchste Kompliment, das man gerade von Jungen bekommen kann.

Zur Story