Erste Wahl-Analyse: Diese Grafiken zeigen das Ausmass der blauen Welle
Die Midterms 2026 laufen zwar noch, aber längst ist klar, dass die Demokraten im Senat und im Repräsentatenhaus die Mehrheit gewinnen werden. Eine Auswertung des republikanischen Meinungsforschers Patrick Ruffini zeigt bereits jetzt, warum eine blaue Welle über die USA gerollt ist. Ruffini verglich dafür die demokratische Marge bei der Präsidentschaftswahl 2024 mit vorläufigen Wählerbefragungen zur Wahl des Repräsentantenhauses 2026.
Senate
Mit «Marge» ist dabei der Abstand zwischen dem Stimmenanteil der Demokraten und jenem der Republikaner innerhalb einer bestimmten Wählergruppe gemeint. Liegen die Demokraten beispielsweise bei 55 Prozent und die Republikaner bei 45 Prozent, beträgt die demokratische Marge 10 Prozentpunkte.
Am stärksten ist die Verschiebung bei den 18- bis 29-Jährigen: Ihre Marge verbesserte sich gegenüber 2024 um 35 Prozentpunkte zugunsten der Demokraten. Auch asiatische Wähler (+25), Latino-Männer (+24), Latinos insgesamt (+20) und Vorstadtwähler (+20) bewegten sich deutlich in Richtung der Partei.
Viele Trump-Gewinne von 2024 wieder geschmolzen
Bemerkenswert ist vor allem die Breite der Bewegung. Fast alle von Ruffini ausgewerteten Gruppen verschoben sich gegenüber 2024 in Richtung der Demokraten. Nur bei schwarzen Frauen und den Über-65-Jährigen zeigt die Grafik eine leichte Bewegung in Richtung Republikaner.
Viele der untersuchten Gruppen hatten 2024 noch deutlich Richtung Trump tendiert. Besonders gut sichtbar ist das bei den Jungen und Latino-Wählern. Die 18- bis 29-Jährigen bewegten sich zwischen 2020 und 2024 um 13 Punkte Richtung Republikaner – bei den Midterms folgte nun ein Ausschlag von 35 Punkten in die andere Richtung. Auch bei Latino-Männern und Latinos insgesamt wurde ein grosser Teil der republikanischen Zugewinne von 2024 wieder wettgemacht.
Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass beispielsweise 35 Prozent der jungen Wähler die Partei gewechselt haben. Gemessen wird die Veränderung des Stimmenabstands zwischen Demokraten und Republikanern. Zudem wird eine Präsidentschaftswahl mit einer Midterm-Wahl verglichen, deren Wählerschaften sich unterscheiden können.
Verschiebung zeigt sich auch bei Senatsrennen
Auch bei den Senatswahlen zeigt sich die Bewegung. Eine weitere Auswertung Ruffinis auf Basis von Schätzungen der «New York Times» vergleicht die diesjährigen Senatsresultate mit dem Präsidentschaftsergebnis von 2024.
Besonders gross fällt die Verschiebung in mehreren republikanisch geprägten Staaten aus: In Texas liegt sie bei rund 25 Punkten Richtung Demokraten, in South Carolina und Mississippi bei mehr als 22 Punkten und in Kansas bei rund 21 Punkten. Maine bildet in der Grafik die einzige Bewegung in Richtung Republikaner.
Die drei Auswertungen zeichnen damit ein ähnliches Bild: Gruppen, bei denen Trump 2024 teils stark hinzugewonnen hatte, bewegten sich bei den Midterms vielerorts wieder deutlich in Richtung der Demokraten. (mke)
