Nach dem Midterm-Debakel wenden sich Republikaner gegen Hegseth
Der Iran-Krieg gilt innerhalb der Republikanischen Partei als einer der Gründe für das schlechte Abschneiden bei den Midterms. Nun wächst laut CNN ausgerechnet der Druck auf Verteidigungsminister Pete Hegseth. Mehrere republikanische Politiker werfen ihm hinter den Kulissen vor, Donald Trump zu einem Angriff auf den Iran gedrängt zu haben, ohne eine klare Ausstiegsstrategie zu besitzen.
Hegseth habe zudem die Fähigkeit der USA überschätzt, den Krieg schnell zu gewinnen, berichten mehrere Republikaner CNN anonym. Gleichzeitig räumen Parteistrategen dem Sender zufolge ein, dass die Niederlage weit mehr Ursachen hatte. Trump selbst wollen viele Republikaner aber offenbar weiterhin nicht direkt verantwortlich machen.
Impeachment-Votum schon kommende Woche
Besonders brisant: Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky will ein Impeachment gegen Hegseth zur Abstimmung bringen, sobald der Kongress kommende Woche nach Washington zurückkehrt. Mehrere republikanische Quellen sagten CNN, sie rechneten inzwischen sogar damit, dass der Antrag im Repräsentantenhaus eine Mehrheit erhält.
Massie gehört seit längerem zu den schärfsten innerparteilichen Kritikern Trumps. Er hatte bereits vor den Midterms versucht, ein Impeachment Hegseths anzustossen. Nun könnte die Wahlniederlage dafür sorgen, dass sich ihm weitere Republikaner anschliessen.
Trump hält weiterhin zu Hegseth
Vizepräsident JD Vance erklärte nach den Midterms offen: «Der Grund, weshalb wir verloren haben, ist der Krieg.» Einen konkreten Verantwortlichen nannte er allerdings nicht. Trump selbst räumte ebenfalls ein, dass der Iran-Krieg und die gestiegenen Benzinpreise die Republikaner Stimmen gekostet hätten, verteidigte seine Entscheidung aber.
Auch an Hegseth hält der Präsident bislang fest. Am Mittwoch bezeichnete Trump seinen Verteidigungsminister als jemanden, der «sehr gute Arbeit» leiste, und dementierte Pläne, ihn zu entlassen. Laut CNN soll Trump Hegseth erst vor wenigen Tagen intern sogar als seinen «besten Mann» bezeichnet haben.
Hegseth selbst zeigt ebenfalls keine Rücktrittsabsichten. Sein Umfeld erklärte gegenüber CNN, er sei bereit, ein Impeachment-Verfahren sowie die angekündigten Untersuchungen der künftigen demokratischen Kongressmehrheit durchzustehen. Pentagon-Sprecher Sean Parnell sagte, Hegseth werde sich von politischen Angriffen nicht abschrecken lassen und wolle bis zum Ende von Trumps Amtszeit im Amt bleiben. (mke)
