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Nach Bluttat mit 19 Toten in Kanada: Trudeau will striktere Waffengesetze



Prime Minister Justin Trudeau addresses Canadians on the COVID-19 pandemic from Rideau Cottage in Ottawa on Monday, March 30, 2020. Canadian Prime Minister Trudeau says he will continue to self-isolate at home even though his wife has recovered from being ill from COVID-19 disease caused by the new coronavirus.(Sean Kilpatrick/The Canadian Press via AP)

Justin Trudeau Bild: AP

Nach der schlimmsten Gewalttat in der Geschichte Kanadas mit mindestens 19 Toten will Premierminister Justin Trudeau rasch striktere Waffengesetze umsetzen. «Wir haben da im Wahlkampf ernsthafte Verpflichtungen gemacht und sind das auch schon angegangen - und setzen das um, um sicherzugehen, dass wir die Reglementierung von Waffenbesitz in diesem Land stärken», sagte Trudeau in der Nacht zum Dienstag laut kanadischen Medienberichten.

Im Wahlkampf hatte der Premierminister im vergangenen Jahr unter anderem versprochen, Angriffswaffen überall in Kanada zu verbieten und von Privatpersonen legal gekaufte militärische Waffen zurückzukaufen. Anders als im Nachbarland USA sind die Waffengesetze in Kanada schon jetzt vergleichsweise streng.

In der ländlichen Provinz Nova Scotia an der Atlantikküste ging unterdessen die Spurensuche weiter. Dabei könne sich die offizielle Opferzahl des mutmasslichen Amoklaufs eines 51-jährigen Tatverdächtigen noch erhöhen, hiess es von der Polizei. Ermittler Chris Leather sagte, dass 16 Tatorte auf der Halbinsel untersucht würden, zudem seien fünf Feuer gelegt worden. Es könne sein, dass in niedergebrannten Häusern noch weitere Tote gefunden werden.

epa08372196 An undated handout photo made available by the Royal Canadian Mounted Police (RCMP) shows a replica Royal Canadian Mounted Police vehicle alleged to have been used by gunman Gabriel Wortman whom reports say killed ten people during a shooting rampage which lasted some 12 hours over several locations in Portapique, Nova Scotia, Canada, Issued 19 April 2020. One police officer was reported killed and the gunman was killed by police to end the rampage which reportedly began with Wortman dressed as an RCMP officer driving in a replica RCMP police vehicle.  EPA/RCMP HALIFAX HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Mit diesem Auto war der Täter unterwegs. Bild: EPA

18 Todesopfer sowie der getötete Amokläufer waren am Montag bestätigt - Leather sprach bei einer Pressekonferenz allerdings auch davon, dass es «mehr als 19 Tote» gebe. Unter den Opfern ist auch eine Polizistin mit 23 Dienstjahren. Der mutmassliche Täter war am Sonntagmittag nach zwölfstündiger Verfolgungsjagd an einer Tankstelle im Ort Enfield von der Polizei gestellt und getötet worden.

Per Notruf hatte die Royal Canadian Mounted Police zuvor Hinweise auf einen bewaffneten Angreifer in der Ortschaft Portapique rund 130 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Halifax erhalten. In einem Haus und auf dem umliegenden Grundstück habe man mehrere Leichen entdeckt - von dem Täter fehlte zunächst jede Spur.

Bei der Jagd durch Nova Scotia wurden Opfer an mehreren Tatorten sowie abgebrannte Häuser in der Atlantik-Provinz gefunden. Laut Radio Canada zog sich die Verfolgungsjagd über mehr als 100 Kilometer hin. Die Polizei bestätigte, dass der 51-Jährige eine Polizeiuniform getragen habe und mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, das einem Streifenwagen gleiche.

Zum Motiv des Schützen machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Leather zufolge deutet vieles darauf hin, dass der Tatverdächtige das Blutbad plante und dabei auch Menschen tötete, die er nicht kannte. Kanadas Polizeichefin Brenda Lucki sagte, der Attentäter könnte möglicherweise anfänglich ein Motiv gehabt haben, das sich dann aber in «Zufälligkeit» gewandelt habe.

Der zuvor blutigste Amoklauf in Kanada hatte sich 1989 ereignet, als der 25 Jahre alte Frauenhasser Marc Lepine an einer Hochschule in Montréal 14 Frauen erschoss und 13 weitere Menschen verletzte, bevor er sich selbst das Leben nahm. (aeg/sda/dpa)

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