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Was steckt hinter dem Blutbad in Kanada? Die Spurensuche geht weiter



Nach der schlimmsten Gewalttat in der Geschichte Kanadas mit 19 Toten geht die Spurensuche in der ländlichen Provinz Nova Scotia an der Atlantikküste weiter. Dabei könne sich die offizielle Opferzahl des mutmasslichen Amoklaufs eines 51-jährigen Tatverdächtigen noch erhöhen, hiess es am Montag (Ortszeit) von der Polizei.

Der zuständige Ermittler Chris Leather sagte, dass 16 Tatorte auf der Halbinsel untersucht würden, zudem seien fünf Feuer gelegt worden. Es könne sein, dass in niedergebrannten Häusern noch weitere Tote gefunden werden.

Police block the highway in Enfield, Nova Scotia on Sunday, April 19, 2020. Canadian police say multiple people are dead plus the suspect after a shooting rampage across the province of Nova Scotia. It was the deadliest shooting in Canada in 30 years. (Andrew Vaughan/The Canadian Press via AP)

Strassensperre auf einem Highwas in Enfield, Nova Scotia. Bild: AP

Achtzehn Getötete sowie der tote Amokläufer waren am Montag bestätigt, Leather sprach bei einer Pressekonferenz allerdings auch davon, dass es «mehr als 19 Tote» gebe. Unter den Opfern ist auch eine Polizistin mit 23 Dienstjahren. Der 51-jährige mutmassliche Täter war am Sonntagmittag nach einer zwölfstündigen Verfolgungsjagd an einer Tankstelle in dem Ort Enfield von der Polizei gestellt und getötet worden.

Per Notruf hatte die Royal Canadian Mounted Police zuvor Hinweise auf einen bewaffneten Angreifer in der Ortschaft Portapique rund 130 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Halifax erhalten. In einem Haus und auf dem umliegenden Grundstück hätten sie mehrere Leichen entdeckt – von dem Täter fehlte zunächst jede Spur.

Bei der folgenden Jagd auf den Täter durch Nova Scotia wurden Opfer an mehreren Tatorten sowie abgebrannte Häuser in der Atlantik-Provinz gefunden. Laut Radio Canada zog sich die Verfolgungsjagd über mehr als 100 Kilometer hin. Die Polizei bestätigte, dass der 51-Jährige eine Polizeiuniform getragen habe und mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, das einem Streifenwagen gleiche.

Zum Motiv des Schützen machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Leather zufolge deutet vieles darauf hin, dass der Tatverdächtige das Blutbad plante und dabei auch Menschen tötete, die er nicht kannte. Kanadas Polizeichefin Brenda Lucki sagte, der Attentäter könnte möglicherweise anfänglich ein Motiv gehabt haben, das sich dann aber in «Zufälligkeit» gewandelt habe.

Der zuvor blutigste Amoklauf in Kanada hatte sich 1989 ereignet, als der 25-jährige Frauenhasser Marc Lepine an einer Hochschule in Montréal 14 Frauen erschoss und 13 weitere Menschen verletzte, bevor er sich selbst das Leben nahm. (sda/dpa)

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