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Jim Beam stellt plötzlich Whiskey-Produktion in Hauptdestillerie ein

Jim Beam stellt plötzlich Whiskey-Produktion in Hauptdestillerie ein

Whiskey-Hersteller sind im Rahmen der rigiden US-Zollpolitik nicht gut weggekommen. Das zeigt sich nun auch direkt in den Destillerien vor Ort.
22.12.2025, 14:5122.12.2025, 16:45
Nathalie Trappe / watson.de

Manchmal schmeckt Globalisierung bitter. Dass ein Produkt aus Übersee plötzlich nicht mehr ganz so selbstverständlich im Regal steht, davon können die Handelspartner der USA mittlerweile ein Lied singen.

CHICAGO, IL - FEBRUARY 03: Jim Beam bourbon is shown on February 3, 2015 in Chicago, Illinois. Sales of U.S. produced bourbon and Tennessee whiskeys were up 7.4 percent in 2014. The spirit industry, l ...
Jim Beam hat in den USA so seine Probleme.Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Die Konsequenzen der US-Zollpolitik für US-amerikanische Unternehmen waren absehbar und treffen diese nun teils doch heftig. So teilte der Spirituosen-Riese Jim Beam kurz vor Weihnachten mit, dass er die Produktion in seiner Hauptdestillerie für das gesamte Jahr 2026 aussetzen werde.

Jim Beam stoppt Produktion für ein ganzes Jahr

«Wir überprüfen ständig unsere Produktionsmengen, um die Kundennachfrage bestmöglich zu befriedigen, und haben uns kürzlich mit unserem Team getroffen, um unsere Produktionsmengen für 2026 zu besprechen», heisst es in einem offiziellen Statement, das der BBC vorliegt. Jim Beam gehört seit 2014 zum japanischen Getränkeunternehmen Suntory Global Spirits.

Während die Hauptdestillerie am Standort im US-Bundesstaat Kentucky vorerst stillgelegt werde, sollen andere Fabriken auf dem Gelände demnach weiterarbeiten. Auch das dortige Besucherzentrum soll weiterhin geöffnet sein und Führungen für Interessierte anbieten.

Die Destillerie im US-Bundesstaat Massachusetts produziere indes ebenfalls weiter die beliebte Spirituose. Die jeweiligen Mengen werden der Ankündigung zufolge allerdings leicht zurückgefahren.

Unklare Zukunft für Jim-Beam-Mitarbeitende

Wie sich aus der Erklärung entnehmen lässt, will das Unternehmen «die Gelegenheit nutzen, in die Verbesserung des Standorts zu investieren». Welche Arbeiten hierfür in Kentucky konkret geplant sind, wird nicht deutlich.

FILE - Jim Beam, Knob Creek and other alcohol bottles are pictured at a bar in Eagle, Colo., Dec. 25, 2018. (AP Photo/Jenny Kane, File)
Jim Beam gilt als einer der weltweit bekanntesten Whiskeys.Bild: keystone

Über potenzielle Entlassungen wird ebenfalls nicht gesprochen. Das Unternehmen erklärt lediglich, dass man sich in Gesprächen mit der zuständigen Gewerkschaft über mögliche Verlegungen der betroffenen Mitarbeitenden befinde.

Hintergrund der angespannten Lage dürfte die strikte Zollpolitik sein, welche die US-Regierung seit der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump fährt. Mehrere Staaten, darunter auch die Europäische Union, reagierten auf anhaltende Zollerhöhungen der USA ebenfalls mit gesteigerten Einfuhrzöllen – unter anderem auf Whiskey.

Laut der Kentucky Distillers' Association (KDA) führte das in diesem Jahr zu verringerten Absätzen und entsprechend rekordverdächtigen Mengen in den Lagerhäusern der Destillerien. Der Verband fordert eine schnelle Rückkehr zur ursprünglichen Zolllage.

Jim Beam gilt als eine der weltweit bekanntesten Whiskey-Marken. Neben den heimischen Verkäufen sind auch Deutschland und Australien begehrte und umsatzstarke Absatzmärkte.

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