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Emma Amour: Das letzte Treffen :-(

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Bild: Shutterstock
Emma Amour

Das letzte Treffen :-(

Ich bin fest entschlossen, Sandro den ewigen Laufpass zu geben. Ich will das Face to Face machen. Einfach weil das unsere Liebe verdient hat. Ob mein Plan aufgeht? Semi!
27.03.2026, 10:0127.03.2026, 10:01

Es ist kurz vor 20 Uhr. Ich bin auf dem Weg zum Lindenhof. Der Lindenhof ist nicht der allergeilste Ort von Zürich. Aber es ist unser Ort. Mit uns meine ich Sandro und mich.

Wir haben viel erlebt auf dem Lindenhof. Erste Küsse. Erste Krisen. Erste Versöhnungen.

Wann immer wir was zu klären hatten, taten wir es auf dem Lindenhof. Wir haben da oben schon geweint, gelacht, waren verzweifelt, waren glücklich, waren alles.

Wir waren aber vor allem einfach nur wir.

Emma und Sandro. Sandro und Emma.

Das ist jetzt seit Monaten Geschichte. Sandro aber will, dass unsere Geschichte weitergeht. Also hat er mir einen Brief geschrieben. Darin steht, dass er heute um 20 Uhr hier auf mich wartet.

Noch drei Minuten bis ich oben bin.

Ich kann kaum atmen.

Kann kaum gehen.

Hab heiss.

Hab kalt.

Ich will mich verabschieden. So sehr ich Sandro liebe und immer lieben werde, ich sehe es nicht mehr.

Wir sind zu unbeständig. Zu Fomo-getrieben. Zu unruhig. Zu ungewiss. Wir sind nicht der Fluss, der fliesst. Wir sind das Meer mit den wildesten Gezeiten.

Das war sehr lange sehr lässig und sehr aufregend.

Jetzt will ich das nicht mehr.

Da geht er. Und mit ihm die letzten 20 Jahre meines Lebens!

Ich habe mich logischerweise sehr hübsch gemacht. Wir haben es verdient, gut auszusehen, wenn wir uns begraben.

Ich habe Sandro seit Monaten nicht gesehen. Ich habe keine Ahnung was passiert, wenn ich ihn sehe.

Dann sehe ich ihn. Da steht er. Und trägt wie immer eine viel zu dünne Jacke. Und die Jeans, die er 2014 gekauft hat. Dazu die grünen Chucks. Bei denen sich die Sohlen schon längst ablösen.

Er lacht mich an. Ich lache ihn an. Wir stehen da. Schauen uns an.

Mein Herz klopft.

Ich implodiere. Vielleicht explodiere ich auch.

Wir umarmen uns.

Und sagen absolut nichts.

Da ist er wieder. Sandros Duft. Der Duft des Daheims. Ich sage, dass mich sein Duft nervt.

Er drückt mich noch fester.

Irgendwann lassen wir los. Und schauen uns an.

Es ist der Blick, bei dem du weisst, dass als nächstes DER Kuss kommt.

Scheisse.

Scheisse.

Scheisse.

Genau das will ich nicht.

Aber Gottverdammt, genau das will ich jetzt doch.

«Ich küsse dich nicht, Ems», sagt Sandro. «Und es ist das Schwerste, das ich je nicht getan habe.» Er sagt, er habe sich offenbart.

Es liege jetzt an mir. Er wolle keinen Druck machen. Noch weniger will er eine schnelle Nummer und danach Chaos.

«Ems, ich glaube wir müssen alles oder nichts.»

Mir laufen die Tränen über die Backen.

Er wischt sie weg und drückt mich an sich.

Jetzt flenne ich noch viel mehr.

Sandro ist einfach da und hält mich fest. Wir sitzen jetzt auf der Mauer. Und schauen über die Altstadt.

Gefühlt erzählt hier jede Ecke eine Geschichte von uns.

Ich kann das nicht mehr, Sandro, sage ich.

«Das ist okay, Ems», sagt er.

Warum tut es dann so weh?, frage ich.

«Weil es verdammt gut war.»

Wir sitzen da, halten uns an den Händen und lassen die letzten 20 Jahre Revue passieren. So lange ist es her, seit wir uns zum ersten Mal begegnet sind.

Wir reden über die ersten Dates. Und darüber, wann wer gemerkt hat, dass es Liebe ist. Und darüber, warum wir uns das so lange Jahre nicht eingestehen konnten.

Wir sagen einander, was wir aneinander lieben. Und was nicht.

Dann erzähle ich Sandro, wie scheisse es mir ging, als er ging. Wie ich den Boden verlor und mir nicht vorstellen konnte, dass es ein Leben ohne ihn gibt.

Und dann erzähle ich ihm von 3. Dem Mann, der mein Herz berührt.

«Wixer», sagt Sandro und lacht. Ich lache auch.

Sandro sagt, dass er mir alles Glück der Welt wünscht. Und dass er jetzt geht. Den Platz frei macht.

«Ems, das waren jetzt 20 Jahre mit dir. Ich mach jetzt 20 Jahre Platz. Die letzten 20 hole ich mir aber zurück. Du, ich, die Veranda, die Joints, der Alterssex.»

Wir stehen auf. Sandro umarmt mich. Dann geht er. Und mit ihm die letzten 20 Jahre meines Lebens.

Ich bin traurig und glücklich zugleich. Zum ersten Mal fühlt es sich so an, als wäre der Platz der Hauptrolle in meinem Leben wirklich wieder frei.

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bild: watson
Emma Amour ist ...
... mittlerweile etwas über 40 Jahre alt und wieder Single! Nach tausend Jahren des Hin und Hers hatte sie es tatsächlich geschafft, eine Beziehung mit Suff-SMS-Sandro einzugehen. Nun ist diese zu Ende und Emma wieder back im Single-Game! In diesem Blog nimmt euch Emma mit in ihr Liebes- und Sexleben und plaudert alles, wirklich alles, aus. Also lehnt euch zurück und geniesst die etwas *erwachsenere Emma!

*Joke, Leute!
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